Bunt ist die Welt #11 – Blick nach oben mit Freiberger Dom

Heute sammelt Lotta in ihrem Fotoprojekt Bunt ist die Welt Fotos mit Blick nach oben.

Da Lotta diese Woche den Freiberger Dom ins Visier genommen hat, wollte ich gerne meine noch im Archiv schlummernde Fotos hier ergänzen.

Kurz zur Historie


Der Freiberger Dom St. Marien entstand bereits zu Zeiten des Stadtgründers Otto von Wettin um 1180/ 85 als Romanische Basilika am Untermarkt und nannte sich Marienkirche. Sie wurde aus den hier heimischen Gneisbruchsteinen gebaut.
Was ihr auf dem ersten Blick nach oben seht, ist einer der quadratischen Westtürme der Basilika.

Als nächstes noch ein Blick aus der Sicht vom Untermarkt zum spätgotischen Ostgiebel des Domneubaus (ca. um 1501) Durch einen Stadtbrand 1484 erhielt die ursprüngliche Basilika erhebliche Schäden.
Den Dom in voller Größe könnt ihr hier sehen oder auch hier.
Im Inneren des Doms empfängt uns das große Langhaus mit Blick nach oben auf die 
Große Silbermannorgel (es gibt auch noch eine zweite Kleine Orgel), das erste große vollendete Werk Gottfried Silbermanns. Sie ist seit ihrem Bau 1714 kaum verändert und gilt heute als die berühmteste Barockorgel der Welt.
G. Silbermann lebte von 1683-1753 und gilt als ‚Stradivari‘ unter den Orgelbauern.
Jährlich im September finden im Dom einige Konzerte im Rahmen der Silbermann-Tage statt.
Die Orgel wurde aus Anlass der 300-Jahrfeier von der Dresdner Orgelbaufirma Jehmlich restauriert.
Sehenswert ist der Blick nach oben zum Deckengewölbe
Schlusssteine und Rippen-Kreuzungen sind farbig hervorgehoben, Gewölbekappen mit Blüten und Geäst verziert
Im Rahmen einer Sonderführung mit Manfred Hübner (Freiberger Buchautor zum Dom) durften wir noch an die Decke hinter dem folgenden Gitter schauen.
Dort befindet sich die Begräbniskapelle mit dem Moritzmonument
Der Chorraum des Doms, der bereits seit 1541 Begräbnisstätte der Wettinischen Fürsten war, wurde zwischen 1585 und 1594 nach Entwürfen des Künstlers Giovanni Maria Nosseni (1544-1620) im Stil der italienischen Spätrenaissance umgestaltet.
Den Engelsputten in 12 Metern Höhe wurden Musikinstrumente in die Hände gegeben
Christus mit der Siegesfahne als der Wiederkommende
Das bemerkenswerte am Deckenblick ist also die 30-köpfige, mit Bronze überzogene Engelskapelle.
Südlich von Freiberg muss es zwischen 1550 und 1770 ein Zentrum des Geigenbaus gegeben haben.
Experten fanden in den 1970er Jahren heraus, dass es sich bei den meisten Renaissance-Instrumenten um Originalinstrumente handelte. 
In einem Forschungsprojekt der Universität Leipzig (2002-2004) konnte man nachweisen, dass 21 der Instrumente tatsächlich bespielbare Instrumente waren.
2004 hat man daraufhin bespielbare Nachbauten gefertigt und das 
Ensemble „Musica Freybergiensis“ gegründet, dass mit Werken der sächsischen Renaissancemusik des 16. Jhdt. auftrat.
Ein großes Konzert gab es 2004 im Dom.
Erzengel Michael mit Richtschwert
Nach der Restaurierung kehrten die Instrumente 2006 an ihren Ausstellungsort in die Hände der Engel zurück.

Noch ein Blick zum Deckengewölbe über dem Moritzmonument im Chorbereich

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Den Abschluss bildet heute der Blick von unten nach oben auf den hölzernen Schalldeckel des Taufsteins von 1534
„Wer da glaubet und getauft wird, der wird selig werden. Marcus 16.16.“


  www.freiberger-dom.de
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Noch mehr Freiberger Domblicke und andere Nach-Oben-Blicke gibt es heute bei Lotta.

Hier sind die Themen für März
Und wenn ihr mal rätseln wollt. Welches Handwerk verbirgt sich hinter der Gießkanne auf dem ersten Foto? Diese historischen Schilder werden hier auch heute noch aktualisiert.
Auflösung nächste Woche Sonntag.
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Und beinahe hätte ich es vergessen. Das Los hat entschieden und das Wanderbuch ‚Ein Bett in Cornwall‘ von Alexandra Zobeli wandert zu Birgitt vom Blog Erfreulichkeiten.

28 Antworten auf „Bunt ist die Welt #11 – Blick nach oben mit Freiberger Dom“

  1. …welch ein beeindruckendes Bauwerk, liebe Sigrun,
    das möchte ich mir gerne mal im Original anschauen…und dich "buche" ich dann als Führerin…
    in der Dresdner Hofkirche gibt's ja auch eine Silbermannorgel, deren Klang ich gerne gelauscht habe, als ich dort gelebt habe…

    wünsche dir einen schönen sonnigen Sonntag in Leipzig,
    lieber Gruß Birgitt

    ich freue mich auf das Buch und schicke dir gleich noch eine Mail dazu…

  2. Was für eine beeindruckende Decke in der Begräbniskapelle! Ist doch eine geniale Idee gewesen, den Engeln echte Instrumente in die Hände zu geben! Ich sage doch…der Freiberger Dom ist eines der schönsten Gotteshäuser…unbestritten…;-). LG Lotta.

  3. Ich bin immer wieder beeindruckt, was die Baumeister früher zustande brachten! Und das ganz ohne technische Hilfsmittel! Einfach wunderbar! Die geschichtlichen Erklärungen dazu sind sehr beeindruckend! Gehe heute auch in ein Orgelkonzert… unsere Orgel ist allerdings weniger berühmt!
    Viele Grüße von Margit

  4. Hallo liebe Sigrun,
    wie schön ist eurer Dom, wunderbare Malerei. Mir gefällt das auch immer sehr gut.
    Ich habe keinen Dom fotografiert sondern unsere Kirche in Nürnberg.
    Nur von außen, aber ob ich es heute noch schaffe mit dem Post weiß ich nicht.
    Ich finde Bauten von früher sehr beeindruckend.
    Lieben Gruß Ursula

  5. Was für eine wunderbare Führung von dir. Und die Erklärungen dazu… Ich bin ganz hingerissen. Warst du bei dem Konzert auch dabei?
    Ich liebe ja auch immer wieder Orgeln. Der Anblick ist immer wieder majestätisch.
    Ich schau mir noch mal deine Bilder auf dem Laptop an, auf dem Tablett sind sie schon toll…
    Einen schönen Sonntag noch,
    Andrea

  6. Liebe Sigrun,
    ganz lieben Dank für die vielen Infos zu diesem außergewöhnlichen Bauwerk. Zusammen mit Deinen feinen Fotos bekommt man einen sehr guten Überblick über diese herrliche Kirche. Hier waren Meister der Restaurationskunst am Werk, die mit sehr viel Fach-und Sachkenntnis und vor allem mit Liebe gearbeitet haben.

    Welches Gewerbe sich inter der hübschen Gießkanne verbirgt, kann ich nur raten und es drängt sich so etwas wie Gärtnerei (auch im weitesten Sinne) auf. Ich bin gespannt auf die Lösung!

    Angenehmen Sonntag
    moni

    Thanks if you visit my blog
    http://www.reflexionblog.de

  7. Liebe Sigrun,
    danke für die wudnerbaren Bilder von den herrlichen Deckenmalereien!
    Ein wirklich beeindruckendes Bauwerk!
    Ich wünsche Dir noch einen gemütlichen Rest-Sonntag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  8. Dank dir & Lotta habe ich ja einen echte Bildungslücke schließen können! So alte Kirchendenkmäler kenn ich ja nu aus dem Westen der Republik. Und nach der Wende habe ich vor allem die Stätten aufgesucht, die in meinen Schulbüchern Erwähnung fanden wie Naumburg oder Halle….
    LG
    Astrid

  9. liebe Sigrun,
    herrliche Bilder, diese wunderschönen Malereien!
    Bei der Gießkanne fiel mir eine Gießerei (Schlosserei) ein??? Eigentlich keine Ahnung! Kann natürlich auch eine Gärtnerei dahinterstecken.
    ich wünsche Dir eine schöne Woche
    liebe Grüße
    Gerti

  10. Ein wunderbares Bauwerk.
    Ich habe mich bei Lotta schon in die Decke verliebt. Aber jetzt bin ich total fasziniert.
    Die Putten mit den Instrumenten sind wunderschön.
    Danke für die tolle Führung.
    Und ich konnte das Rathaus in München von einem Kirchturm fotografieren.
    Genau gegenüber steht Peter & Paul. da kann man hoch bis in den Turm gehen und hat einen tollen Rundblick über München.
    Ganz liebe Grüße
    Nicole

  11. Du hast einen großartigen Eindruck vom Dom vermittelt. Man möchte am liebsten morgen hinfahren, um sich das alles mal genau anzusehen. Am besten gefallen mir immer die Gewölbebilder, das ist so beeindruckend.
    LG
    Magdalena

  12. ein bisschen mit verspätung bin ich hier… aber total begeistert von all den schönheiten in diesem dom. die deckenbemalung ist einfach traumhaft und engel mit instrumenten auch.
    danke für die wunderbaren bilder!
    liebe grüße von mano

  13. Das hast Du schön ausführlich beschrieben, liebe Sigrun. Da könntest Du Dich direkt als Stadtführerin betätigen. Diese Tätigkeit fand ich auch immer spannend, habe früher auch mal einen Kurs besucht …
    Interessant auch die Aufschrift des Taufsteines von 1534! Denn zumeist hat man doch Kinder getauft, die ja noch nicht glauben konnten …
    Ein sehr schönes Bauwerk – erinnert ein wenig an unseren Dom.

    Liebe Grüße
    Sara

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