Ein Schulgarten fürs Fensterbrett – Sprossbox

#Ein gemeinnütziges nichtkommerzielles Bildungs-Projekt

Manchmal möchte ich ein bisschen die Welt retten. Nur einen ganz kleinen Teil dazu beitragen, dass Dinge sich ändern. Dinge, die mich schon lange beschäftigen. Genau so ein Projekt ist mir erst vor kurzem begegnet und ich war sofort begeistert davon. Ein Schulgarten fürs Fensterbrett….

Als ich noch die Schule besucht habe, gab es ein Fach, das heute weitestgehend abgeschafft ist. Es nannte sich Schulgarten. Ich kann mich heute allerdings nicht erinnern, dass mir das irgendwie Freude bereitet hätte. Zu Hause hatten wir ja einen traumhaften Garten mit allem, was das Herz begehrt. Dort konnte ich buddeln und  nach Herzenslust naschen. In der Schule ging es wohl nur darum, die Grünflächen auf dem Schulhof unkrautfrei zu halten. Kein besonders tolles Erlebnis.

Mein Großer besuchte in Freiberg 3 Jahre eine Freie Schule in Freiberg, die heutige Montessorischule. Dort hatte ich erneut mit dem Thema Schulgarten zu tun, denn die Eltern mussten  gemeinnützige Stunden absolvieren, die man auch in Form von Gartenarbeit leisten durfte.  Das fand ich prima, aber war das nicht eigentlich ein Schulgarten, in dem Kinder sich erproben sollten?

Wenig später baute man auf dem Grundschulgelände der Schule meines kleinen Sohnes große Kübel. Das waren tolle Hochbeete zum Gärtnern für die Kids. Ein Jahr später war der Spaß vorbei, denn keiner der Erzieher fühlte sich wirklich dafür verantwortlich. Also wurde es auch an dieser Schule nichts mit Schulgarten.

Ist das vielleicht alles zu kompliziert für Erzieher und Kinder gewesen? Waren sie mit diesen großen Projekten überfordert? Viele haben ja auch zu Hause keinen Garten mehr und auf dem Balkon vielleicht nur ein paar Blümchen.

 

Wäre es nicht toll, wenn Kinder wieder lernen, wie ein Radieschen wächst oder was man tun muss, damit ein Samenkorn überhaupt zu einer Pflanze wächst? Gerade Großstadtkinder haben oft nur wenig Bezug zur Natur und wissen gar nicht, wo das Gemüse wächst, dass sie essen.

Damit die Kinder schnelle Erfolge haben, ist ein großer Garten mit vielen Beeten gar nicht nötig. Ein kleiner Kasten oder sogar ein Blumentopf kann schon ein Mini-Garten sein, der genau so gepflegt und beobachtet werden kann, wie ein großer Garten.

Nun haben sich 2 kreative Menschen über dieses Thema Gedanken gemacht.  Mathias und Sebastian vom Dresdner Startup heimgruen. Sie sind die Ideengeber für das noch junge Projekt  Sprossbox – der Schulgarten fürs Fensterbrett. Hier handelt es sich um ein gemeinnütziges Projekt zur Förderung von Schulen ohne Schulgärten.

Geplant ist, den Schulen biologisch abbaubare Pflanzkästen und Blumentöpfe inclusive Saatgut, Erde und Unterrichtsmaterialien zur Verfügung zu stellen, um den Kindern Kenntnisse über Natur, Umwelt und Ernährung näherbringen zu können. Und das alles kostenlos. Ist das nicht prima?

Geplant ist, 2018 zunächst 10 Schulen mit so einem Schulgarten fürs Fensterbrett ausstatten zu können. Dafür hat Sprossbox diesen Monat eine Crowdfundingkampagne auf Startnext gestartet, damit die Finanzierung eine Chance hat.

Wer auch von diesem Projekt überzeugt ist, kann sich gerne mal dort umschauen.

Hier geht es zur Crowdfundingkampagne , die noch bis zum 23.12.2017  läuft

Ich freue mich jetzt schon auf das Frühjahr, wenn 3 dieser Blumentöpfe bei mir ankommen. Die bekommt dann der kleine Sohn für sein Fensterbrett. So als Vorgeschmack auf ein eigenes Beet im Garten….ein Mini-Kräutergarten. Jetzt warte ich nur noch auf den Eintrag als Unterstützer in der Karte und hoffe, dass sich dort bald ganz viele Fähnchen einfinden.

Zeig, was du im kästen hast….nächstes Jahr dann auf deinem Fensterbrett.

Vielen Dank an Sprossbox, die Fotos hier veröffentlichen zu dürfen. Ich wünsche euch viel Erfolg!

Verlinkt zum Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

Verlinkt zu einfach. nachhaltig, besser leben. #EiNaB 24

23 Antworten auf „Ein Schulgarten fürs Fensterbrett – Sprossbox“

  1. Jaaa, genau, man braucht keinen großen Garten.
    Ach das ist ja schon sooo lange her. Da hatten wir in der Grundschule eine Kiste und haben dort Weizen angepflanzt.
    Der hat es aber nicht bis zu Reife geschafft. Da denke ich immer wieder dran.

    Ein klasse Foto mit dem Trabbile.
    Do lach i mi jetzt dod, des isch aber posidiv gmeint, gell!?

    Vielleicht hätten wir damals auch eine Sprossbox verwenden sollen.

    Jaaa und ein wenig Blaues Wunder ist ja auch dabei.
    Wer weiß, vielleicht hats geholfen?

    Lieben Gruß Eva

  2. Hallo Sigrun,
    das Projekt finde ich gut. Nicht jedes Kind hat es so gut wie ich. Als Kind hatte ich ein kleines Beet im Garten nur für mich. So etwas prägt. Die Liebe zur Natur beginnt schon in der Kindheit. Darum ist die Sprossbox ein guter Einstieg, wenn kein eigener Garten vorhanden ist.
    Schöne Woche Susanne

  3. Liebe Sigrun,
    die Idee ist gut und ich hoffe mit Dir, dass sich recht viele Unterstützer finden. Die digitale Welt ist wichtig, aber wir sollten unseren Kindern und Enkeln auch zeigen, dass es noch eine reale Welt gibt!
    Lieben Gruß
    moni

  4. Hm, ich habe schon meinen Unmut auf deinem Account auf Instagram bekundet. Ich finde diese aktionistische Herangehensweise an so ein wichtiges Thema wie Schulgartenarbeit nicht zielführend, wen auch sehr zeitgeistmäßig. Du schreibst, dass an der Schule deines kleinen Sohnes bereits Hochbeete entstanden sind, die eigentlich nur bepflanzt werden müssten, und du verstehst nicht, wieso die Erzieher es nicht nachhaltig schaffen, dies zu tun. Wäre da nicht dein Einsatz als Eltern gefragt, dies in beispielsweise am Elternabend und den Schulkonferenzen zu hinterfragen? Ich glaube, wenn schon diese Hochbeete nicht nachhaltig funktionieren, dass wird es mit den ökologisch wertvollen Sprossboxen auch nicht funktionieren.
    Schulgartenarbeit ist eins so wichtige pädagogische Aufgabe um jungen Menschen den unmittelbaren Bezug zu den Naturkreisläufen erfahrbar zu machen. Aber das kann eben nicht so nebenbei passieren in irgendwelchen Aktionen, sondern sollte im Schulprogramm der Schulen verankert sein. Ich selbst habe es erlebt, wie schwer es ist mit allen beteiligten Parteien in der Schule zu diesem Thema zusammenzuarbeiten,nämlich Eltern, Erziehern und FachLehrern um gemeinsam etwas Nachhaltiges auf die Beine zu stellen.
    Wie sieht es denn mit der Nachhaltigkeit dieser Boxen aus..außer dass sie zersetzbar sind? Besser fände ich es Vorhandenes zu recyceln…oder mit älteren Kindern selbst Behälter aus Altpapier/Eierkartons herzustellen…ich habe den Eindruck hier soll nur etwas verkauft werden…
    LG Sigrun

    1. Liebe Sigrun,
      in vielen Punkten hast du vollkommen recht! Auch wir plädieren dafür, dass der Schulgartenunterricht wieder flächendeckend umgesetzt und somit die Sprossbox unnötig wird. Jedoch haben wir die Erfahrung gemacht, dass solche Prozesse Zeit und Engagement brauchen. Deshalb wollen wir mit der Sprossbox zumindest einen Beitrag leisten und das so einfach und niederschwellig wie möglich.

      Deinen Eindruck, dass es in erster Linie darum geht etwas zu verkaufen, möchte ich ebenfalls gern entkräften. Ja, hinter der Sprossbox steht ein Unternehmen, welches selbstverständlich Geld verdient. Allerdings nicht mit dem Verkauf der Sprossboxen! heimgruen produziert zwar die verwendeten Kästen, stellt diese aber zu Selbstkosten zur Verfügung. Alle Kosten werden in der Kampagne transparent dargestellt. Du kannst also davon ausgehen, dass jeder Euro der eingenommen wird, letztendlich auch den Schulen zu Gute kommt. Solltest du hierzu oder auch andere Fragen haben, stehe ich dir gern zur Verfügung. mathias.roehm@heimgruen.de

      Die besten Grüße aus Dresden
      Mathias

    2. @Sigrun/ Fließtal-Blog….ich weiß nur soviel, dass die Pappbehälter aus recyceltem Altpapier bestehen. Leider kann ich mich nicht mehr in die Arbeit der Schule in Freiberg einmischen, da ich nicht mehr dort wohne….aber ich würde es mit Sicherheit tun.
      Wenn du eine Anleitung hast, wie man aus Altpapier selber Pflanzbehäter herstellen kann, würde mich das auch sehr interessieren. Hast du das schon mal gemacht? Das wäre auch ein interessanter Blogbeitrag.
      LG Sigrun

  5. Als Kind habe ich das Fach gehasst, dann auch noch mit Theorie zur sozialistischen Landwirtschaft….
    In unserer Grundschule gibt es einen wunderschönen Schulgarten und Schulgarten als Unterrichtsfach. Das war auch so OK für die Kinder. Schlimm finde ich, wenn die Kids nicht ernten dürfen, was sie über das Jahr betreut haben. Irgendwie verschwanden die leckeren Sachen immer im Off (oder in Lehrers Tasche).
    Was du über die Hochbeete schreibst, geht gar nicht – das kann doch nicht so schwer sein, da einen Verantwortlichen auszumachen.
    Ich finde die Aktion sehr sehr schön, jedenfalls als Anfang. Schließlich kommen viele städtische Kinder kaum noch in Kontakt mit dem Gärtnern.
    Liebe Grüße

  6. Das ist ja eine interessante Idee, da schaue ich gerne vorbei. Bei uns bestand das Schulgärtnern nur aus Unkrautzupfen. Eine Vorbereitung aufs echte Gärtnern, oder? Giersch lässt grüßen. Dem Projekt wünsche ich viel Erfolg und Dir noch einen feinen Tag. Liebe Grüße und Danke für Deinen Besuch und Eintrag bei mir im Garten 😉
    Jo

  7. Dann hoffe ich mal, dass sich jemand drum kümmert. Ferien? Ich kenne mich da aus, glaub mir. Nach den Ferien ist meist alles verreckt. Leider. Es muss halt ein Hobbygärtner am Werk sein, sonst wird das wieder nichts.

    Sigrun

  8. Das ist eine tolle Idee! In den Schulen sind Gärten oft zum Scheitern verurteilt, wenn Lehrer wechseln und sich dann niemand mehr kümmert! Schade! Vielleicht ist ja diese Aktion erfolgreicher! Es wäre auf jeden Fall wünschenswert!
    Viele Grüße von Margit

  9. wir hatten zwar einen riesen schulgarten, aber zu weit weg – für grundschüler – von der eigentlichen schule. war man endlich angekommen, gabs theorie in einem düsterem ungeheiztem raum (irgendwie wars immer kalt) und dann war nicht mehr viel mit gärtnern. ziemlich bald starb die alte lehrerin und das fach verschwand ganz……..
    etwas praxis hab ich bei den grosseltern mitbekommen, die hatten schrebergärten und liessen uns kinder machen.
    warum man nicht einfach einen (ollen) blumentopp mit etwas erde und eine tüte samen nehmen kann, sondern ein fertiges komplettpaket braucht wundert mich auch – naja – konsumgesellschaft halt. entertain me.
    🙂
    xxxx

  10. Hach, vom Prinzip her finde ich ja alle Ideen gut, die die Kinder überhaupt wieder ans Gärtnern bringen bzw. ihnen eröffnen, wie natürliche Kreisläufe funktionieren und wie sensibel sie sind… Schulgärtnern steht und fällt mit Leuten, die sich dafür engagieren, und selbst dann ist nicht sicher, ob die Saat aufgeht und ein Schulgarten oder das Gärtnern in geringerem Umfang Teil des Schulprogramms und vom Kollegium getragen wird. Da weiß ich auch, wovon ich rede ;-)… Die Sprossbox ist ne ganz nette Idee, aber ob da nachhaltiges Gärtnern herauskommt, etwas, das wirklich bleibt, bezweifle ich. Es ist eine Aktion, mehr wohl nicht. Und vielleicht haben die Kinder Spaß dran. Und es hilft dem jungen Unternehmen vielleicht ein bisschen dabei auf die Beine zu kommen, wenn es mit so einer gemeinnützigen Aktion ins Gespräch kommt? Lieben Gruß Ghislana

  11. ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass das heranführen ans gärtnern mit solchen boxen funktioniert. die müssen ja viel mehr gepflegt werden als größere behältnisse, z.b. im sommer 2-3 mal täglich gegossen werden. welches kind denkt denn bitte daran? und wenn die teile in der schule stehen: was ist mit dem wochenende? da halte ich doch ein stück land auf oder in der nähe des schulhofes für ergiebiger. aber ich weiß auch, wie schwer es ist, verantwortliche dafür zu finden. nicht jeder macht das so toll wie ghislana.
    liebe grüße
    mano

  12. …unser Schulgarten war so weit von der Schule weg, liebe Sigrun,
    dass wir für den Weg schon die meiste Zeit verbraucht haben…und ehrlich gesagt kann ich mich nicht erinnern, was wir dann dort gemacht haben…als Kind habe ich den Garten meiner Eltern nicht gemocht, denn der war außerhalb und wir mußten dort so oft hin und konnten dann nicht mit den Freundinnen was machen…und doch bin ich dann irgendwie zum Gärtnern gekommen und habe jetzt viel Freude daran…das Projekt finde ich gut, der Slogan spricht die Kids bestimmt an…hier bei unserer Realschule gibt es einen Schulgarten, Ziegen und Bienen und was ich so beobachte, läuft das schon einige Jahre gut, da sind immer Schüler zu finden…

    liebe Grüße Birgitt

  13. ein Balkongarten ist schön … also warum soll ein Schulgarten auf dem Fensterbrett nicht auch toll sein 🙂
    Ich finde die Idee klasse – und bin schon gespannt was du uns vom Fenstergarten deines Sohnes berichten und zeigen wirst.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

  14. Argumente für und wider 😉
    aber ich denke man sollte nicht gleich zu viel verlangen
    mit „gärtnern“ hat das Ganze ja noch nicht viel zu tun..
    es geht um den kleinen Anfang..
    dass ein Samenkorn in die Erde muss
    und dass eine Pflanze draus wird ..
    an einem WE wird der Kasten sicher nicht vertrocknen
    und in den Ferien können Kinder ihn mit nach Hause nehmen
    so wurde es auch immer mit den Blumentöpfen in der Schule gemacht
    es gibt Begleitmaterial dazu ..
    also auch etwas Theorie
    ich finde den Anfang gar nicht schlecht
    denn Gärten haben oft weder die Schule noch die Eltern der Kinder

    liebe Grüße
    Rosi

  15. Lieb Sigrun,
    eine tolle Sache!
    Ich hab mich eben in die Email-Followerliste eingetragen ;O) Sorry, wenn ich jetzt nur kurz dabin, komme in Kürze nachlesen :O)
    Hab noch einen gemütlichen Abend und eine schöne 3. Adventswoche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  16. Liebe Sigrun,
    das ist ein tolles Projekt – so etwas sollte Schule machen (auch bei uns in Österreich)! Drücken wir die Daumen!
    Da es sich gut für die Verlinkung bei ANL eignet (wo ja ebenfalls ein kleines bisserl die Welt gerettet werden soll) würde ich mich freuen, wenn du deinen Beitrag dort ab 15.12. auch noch verlinkst – vielleicht bekommen ihn so auch noch ein paar andere zu Gesicht, die nicht zu EINaB oder zum Naturdonnerstag schauen!?!?
    Herzliche Adventgrüße von der Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2017/12/adventzeit-in-rostrosenhausen.html
    PS: Das mit deiner geänderten Blogadresse habe ich jetzt glaube ich auch hinbekommen

  17. Liebe Sigrun,
    jetzt hat es geklappt mit dem neuen verlinken:)
    Danke für den Hinweis!
    Mein Sohn hat heute noch Schulgarten und darüber freue ich mich sehr:)
    Leider finden an der Schule gerade Umbauarbeiten statt und die Beete wurden erst einmal eingeebnet…
    Die Idee mit den Blumenkästen find ich super und da schaut es gleich bunter aus auf den Fensterbrettern!
    Eine gute Woche wünscht dir
    Kristin

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