Mauerblümchen ohne Mauer

Hattet ihr schon mal eine Samentüte mit Goldlack in der Hand ? Das scheint mir ja das richtige BlackBox-Blümchen zu sein. Man weiß auf jeden Fall nicht, was am Ende herauskommt. Sicher ist nur, es wird Bunt. Und das aber auch erst ein Jahr später, denn Goldlack ist meist zweijährig.

In England ist der Goldlack sehr beliebt und nennt sich  dort treffend ‚Wallflowers‘. Wie ein  unscheinbares Mauerblümchen  sieht er in den leuchtenden Farben zwar nicht aus, aber sein Name stammt sicher noch von der Wildform bevor man hier züchterisch einwirkte (etwa 1880), um die großblumigen und vielfarbigen Sorten zu erhalten. Außerdem fühlt sich Goldlack in trockenem, kargen Boden sehr wohl und man findet ihn häufig in Mauerritzen.

Schon bei den alten Römern der Antike war Goldlack wegen seines honigsüßen und veilchenartigen Dufts beliebt und wurde gerne zu Kränzen gebunden. Im Mittelalter zählte er sogar zu den beliebtesten Blumen in Deutschland und wurde von den Minnesängern als ‚Gelbveiglein‘ besungen.*

Eine Mauer im Rücken bietet  normalerweise ideale Bedingungen für die ursprünglich aus südlicheren Gegenden stammenden Pflanzen. Dass sie aber auch ohne Mauer deutsche Winter überstehen können, zeigt gerade die fränkische Verwandtschaft der Goldlackpflanzen aus dem nördlichen Bielefeld.

Letztes Frühjahr  bekam ich Post von Elke/ Günstig Gärtnern mit einem Carepaket ‚Neuer Garten‘. Ein Umschlag enthielt Samen der 2. Generation  ihrer hellen, cremefarbenen  Entdeckung aus dem Garten ihrer Mutter, der nun bei ihr unter dem Kirschbaum im Kreis wächst. 

Auch wenn jetzt noch nicht alle Pflanzenkinder wie die cremefarbige Mutter und Großmutter aussehen, gefallen mir die verschiedenen hellen Gelbtöne……wie mit Pinsel und Farbe gemischt. Die cremefarbigen Exemplare haben die Eigenschaft, nur unten ganz hell zu sein und oben dann in die Zitronenfalterfarbe überzugehen. Die Knospen gehen ja von unten nach oben auf und hinterlassen beim Abblühen die Samen-Schoten.

 

Als ich diese Woche bei stürmischen Wetter versucht habe, Fotos zu machen, hab ich mich gefragt, wo denn der süße Duft hin ist. Ganz anders heute Nachmittag. In der Sonne kam ein ganz starker Honigduft  aus dem Beet. Das lockt reichlich Bienen und Schmetterlinge, wie den Zitronenfalter (bei Elke) an…;-)

Ein ideales Gartenblümchen also…trockenheitsverträglich, anspruchslos und insektenfreundlich. Falls ihr zufällig mal in England seid…dort gibt es schon einige solcher hellgelben Sorten von Erysimum cheiri wie ‚Ivory White‘ *, ‚Primrose Dame‘ oder ‚Primrose Bedder‘, 

Für alle, die kein Gelb mögen…

Kein Blackbox-Blümchen, der Goldlack ‚Bowles Mauve‘

Ganz überrascht war ich, dass der lila Goldlack ‚Bowles Mauve‘ aus der Staudengärtnerei Augustin auch den Winter überlebt hat. Das ist eine nicht besonders winterharte Sorte und er hatte ja schon letztes Jahr geblüht. Mit etwas Wetter-Glück hat man also auch mehrjährig Freude dran. Ein Vorteil ist vielleicht auch…..er ist im selben Klima aufgewachsen, wie bei mir im Garten. Um ihn zu vermehren, müsste man Stecklinge von nicht blühenden Trieben schneiden, damit die selbe Sorte herauskommt. Geht nicht mit Samen – nur vegetativ.

*Quelle Manufactum/ keine Werbung

14 Antworten auf „Mauerblümchen ohne Mauer“

  1. Liebe Sigrun,

    dieser Goldlack sieht ja wirklich wunderschön aus. Die verschiedenen Gelbtöne leuchten richtig schön. Das würde mir auch gefallen. Dein blauer sieht auch sehr schön aus, aber der gelbe gefällt mir eindeutig besser.

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Liebe Grüße
    Jutta

  2. Guten Morgen Sigrun,
    bevor ich mich aufmache und zum Kurs gehe, ein paar Zeilen zum Goldlack.

    Klar kenne ich den, meine Oma hatte den im Garten allerdings in einem ganz dunklen Gelb und so begegnet mir der Goldlack hier immer wieder.
    Aber ich habe ich auch schon mal in einem ganz zarten Blau gesehen.
    Aber meistens wächst der hier auch auf der Festung Asperg an den Mauerritzen in Gelb.

    Macht ja doch Spaß, wie ich sehe, bei mir blüht gerade der Ginser und die Bienenweide im Balkonkasten und die Bienchen besuchen mich. Das Insektenhotel ist voll und das freut mich, weniger freut mich, dass sie Spatzen das als Frühstück nehmen und die Löcher teilweise aufgeklopft haben und hier frühstücken.

    :-((((
    Hab ein schönes Wochenende.
    Mit lieben Grüßen Eva

  3. ich liebe den duft von goldlack und habe mir kürzlich auf dem markt zwei neue pflanzen gekauft. mein bisheriger ist nach mehreren jahren des blühens leider eingegangen (erfroren?). ich hoffe der neue macht mir auch so viel freude!
    liebe grüße
    mano

  4. Hallo Sigrun,
    ich bin begeistert, der tendiert ja richtig stark in Richtung Zitronenfaltergelb. Bei meiner Mutter gibt es auch viele Pflanzen, die orangefarben bis bräunlich blühen. Die scheinen bei dem Saatgut aber komplett ausgemerzt zu sein.
    Bei meinen Überlebenden unterm Kirschbaum blüht jetzt nur eine von drei Pflanzen so hell.
    VG
    Elke

  5. …diese Blüten sehen so schön zart aus, liebe Sigrun,
    gefällt mir gut…und besonders, wenn es den Bienen auch so gut gefällt…muß ich mal Ausschau halten danach,

    liebe Grüße Birgitt

  6. Liebe Sigrun,
    das macht mir Mut, die Tüte Goldlacksamen im Beet an der Hausmauer zu verstreuen! Ich hoffe, da übersteht er unsere merkwürdigen Winter. Den Bowles Mauve hatte ich zwei Jahre und frohlockte schon, das er den Winter doch sehr wohl überlebt. In seinem zweiten Winter ist er leider gestorben. Ich mache aber bestimmt irgendwann einen zweiten Versuch, weil er traumhaft schön und üppig war!
    Liebe Grüße
    Karen

  7. hach ist das ein schöner sonniger Goldlack
    ich kenne auch eher den mit den dunklen Blüten
    und in lila habe ich ihn überhaupt noch nicht gesehen

    schade dass man ihn hier nicht riechen kann 😉

    liebe Grüße von
    Rosi
    die mit der Speicherung und Verarbeitung ihrer Daten einverstanden ist 😉

  8. Liebe Sigrun,
    herrlich ist der Goldlack! Ich mag ihn auch sehr, und auch seinen herrlichen Duft, aber, in unserem Boden mag er es nicht. 2 Versuche gingen schief, jetzt lass ich es lieber …
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  9. Liebe Sigrun,
    seit ich voriges Jahr in England diesen Goldlack
    oder eben auch Wallflowers für mich entdeckt hab,
    bin ich hin und weg davon. Er blüht nun auch in meinem Garten
    und ich bin gespannt wie er sich auf Dauer macht!
    Dankeschön für den tollen Post dazu!
    Ganz viele liebe Grüße von der Urte

  10. Liebe Sigrun, Goldlack hatte ich leider noch nie im Garten. Heuer gibt es aber wieder Mohn, Borretsch, Jungfer im Grünen, usw. Vielleicht versuche ich es nächste Saison mit Goldlack. Er sieht ja wirklich toll aus.

    LG Kathrin

  11. Das ist schon Äonen her. Ich weiß auch nicht mehr, ob es mir gelungen war, Pflanzen heranzuziehen.
    Schade, mein orangefarbener Goldlack vom letzten Jahr scheint nicht wiederzukommen. Nur der dunkle, aber der auch spärlich. Jetzt habe ich einen ganz hellen, wie der rechts bei Dir im Bild. Ich mag sonst ja auch nicht sooo sehr Gelb, aber weniges Gelbes darf auch bei mir im Garten sein und dieser ganz hellgelbe ist so hell, der ist richtig schön und passt in mein weißes Beet auch sehr gut.

    Am Zaun gedeiht er auch am besten, da es dort heiß und trocken ist. Im übrigen Garten ist das wohl schwieriger, da es hier leicht Staunässe gibt.

    Ich kenne ihn seit meiner frühen Kindheit und liebe den Duft auch sehr.

    Das mit dem Duft habe ich auch vielfach, auch an anderen Gewächsen, beobachtet.

    Was den winterharten Goldlack betrifft, mein Dunkler hatte sogar schon ganze Winter hindurch geblüht. 😉

    https://mein-waldgarten.blogspot.de/2015/01/sturmisches-wetter-und-neue-bluten.html

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