Projekt Kiesbeet

Schon längere Zeit hatte ich den Wunsch, ein Kiesgarten-Beet anzulegen. Aber wir wohnen jetzt nicht mehr in einer Gegend, wo Sandboden natürlicherweise vorkommt. Der steinige Lehmboden schien mir eher nicht für solche Pläne geeignet zu sein.

 Ich hatte mich schon fast von meinem Wunsch verabschiedet, als ich das GU Kiesgärten-Buch in der Hand hielt. Seitdem ließ mich die Idee gar nicht mehr los
Es war genau beschrieben, wie man ein solches Beet anlegt, auch wenn der Boden nicht ganz so ideal sein sollte.
Zahlreiche Pflanzvorschläge und über 150 Pflanzenporträts machen den GU-Ratgeber zu einem Erfolgsrezept.
Unser Garten vor dem Haus ist auf der Südseite und sehr sonnig und trocken. Eigentlich beste Voraussetzungen für ein Kiesbeet.
Ich suchte mir für das Beet den sonnigsten Platz direkt an der Terrasse aus, damit man auch vom Wohnzimmer noch einen Blick drauf hat.
Anfang Juni fing ich mit dem Projekt „Kiesgarten-Beet“ an

Umrisse des Beetes auf die Wiese übertragen

Ich versuchte mich an einem Pflanzplan (Maßstab 1:20) und übertrug die Umrisse des Beetes auf die Wiese
Dafür wurde ein langes Seil genommen (Gartenschlauch geht auch)

Rasensoden abstechen

 

 Von der großen Fläche kamen mehrere Schubkarren-Ladungen Rasensoden zusammen, die ich vorerst am Fuß unseres Hanges hinter dem Haus stapelte.
Am Ende war ich ganz schön erschrocken, wie groß der Berg wurde.
Wenn der Boden von Natur aus sandig oder trocken ist, kann man es hierbei belassen
Bei schwerem Boden sollte das Erdreich ca. 40 cm tief ausgekoffert werden.
Wir haben einen Mittelweg gewählt und ca. 20-30 cm abgetragen
Unsere großen Standard-Steine wurden mit  der Spitzhacke aus dem Boden gehebelt und der Boden gleichmäßig gelockert.

Splitt einarbeiten

 

Als nächstes kam eine dicke Schicht Splitt (Körnung ca. 2-32 mm ideal) auf die Erdschicht
Splitt kann man in größeren Mengen im Baustoffhandel erwerben. Das ist am preiswertesten.
Wir rätselten allerdings noch, wo wir preisgünstig den Zierkies kaufen können. Der Baumarkt war ungeeignet für so eine große Fläche. Wir hatten mal probeweise eine Tüte ausprobiert.
An der Mähkante sieht man unsere natürlichen Steine….

Kantensteine setzten

 

 Um das Kiesbeet vom Rasen zu trennen, kam eine Mähkante außen herum. Optisch mag ich Betonsteine nicht besonders, aber sie passten farblich am besten zu unserer schon vorhandenen Terrasse und sind auch nicht teuer

Anordnen und Einpflanzen

 

Wenn man ein ganzes Beet neu gestaltet, bietet es sich an, die Pflanzen erst mal so hinzustellen, wie sie optisch am besten harmonieren. Am Ende kam ein ganz anderes Ergebnis raus, als ich vorher aufgezeichnet hatte.
Als ich mir sicher war, das es passt, setzte ich die Pflanzen mit der Handschaufel und einem Sand-Kompost-Gemisch in die Erde.
Wer zu viel Unkraut im Garten hat, kann hier zusätzlich mit einem Unkrautvlies arbeiten.

Zierkies beschaffen

 

Das war jetzt der größte Akt unseres Kiesbeetes 
Wir liehen uns einen Baumarkt-Hänger aus und fuhren, mit der riesigen Werbung versehen, ca. 1 Stunde (!!!) zu einer Kiesgrube.
Dort angekommen, mussten wir auf eine Rampe fahren und wurden vollständig gewogen.
Wir bekamen einen Kiesberg zugeteilt und sollten dem Bagger-Fahrer Bescheid sagen, wieviel Kies wir benötigen.
Mir war das alles ganz schön unheimlich, da die Höchstlast des Anhängers auch nicht überschritten werden durfte.
Für den Baggerfahrer war das kein Problem. Er hatte eine Waage an seiner Schaufel und mit ohrenbetäubendem Lärm kippte er die Ladung ab.
Am Ende wurden wir wieder gewogen und hatten für knapp 10 Euro den Hänger voller Kieselsteine..

Fläche auffüllen

 

Nach unserem Kiesgruben-Ausflug mussten wir zu Hause auch ziemlichen Lärm machen. Die Steine mussten erst in die Schubkarre und dann ins Beet. 
Jetzt muss man nur aufpassen, die neuen Pflanzen nicht zu beschädigen.
Zum Schluss kamen noch 3 runde Bluestone Wegplatten ins Beet
Und so sah das Ergebnis aus.
Ende Juni
hier mit unserem Hausbaum, der ‚Kugelrobinie‘
Ich versuche mal die Pflanzen zu beschreiben, die hier wachsen
Es gibt 3 Sandglöckchen Jasione laevis ‚Blaulicht‘
1 Islandmohn
Frauenmantel und Katzenminze aus dem benachbarten Beet
1 Miscanthus sinensis ‚Strictus‘ – gestreiftes Chinaschilf/ Tigergras
1 Pampasgras Cortaderia ‚Golden Fantasy‘
 1 Viola Cornuta

Tigergras und Prachtscharte

Links das Sandrohr Calamagrostis ‚Karl Förster‘, das schon einen Winter bei uns überlebt hat
Daneben ein Japanahorn ‚Beni-maiko‘
Am Obelisk die Rose ‚True Love‘
Fackellilie Kniphofia uvaria ‚Neue Mischung‘
Prachtkerze Gaura lindheimeri ‚Gaudi Rose‘
3 Stck. Bärenfellgras Festuca gautieri
1 Thuja occidentalis ‚Teddy‘
1 Pampasgras Cortaderia selloana
1 Bartblume Caryopteris xclandonensis ‚Grand Blue‘
3 Prachtscharten Liatris spicata ‚Kobold‘
1 Echinacea purpurea
Pampasgras ‚Golden Fantasy‘

Der Rankobelisk mit Clematis ‚President‘ war schon länger an der Stelle
Dieses Jahr habe ich den Lavendel neu eingepflanzt, was nun zur Folge hat, das er noch blüht
Clematis ‚President‘

Es gibt noch einen runden Hexenbesen,  Pinus mugo ‚Wichtel‘,  neben den Trittsteinen
Im September
Es sind einige Pflanzen dabei, die mit der Kälte im Winter kämpfen werden, wie Prachtkerze, Bartblume oder Pampasgras. Daher werde ich mich überraschen lassen, was hier nächstes Jahr noch da ist und möglichst viel abdecken, zubinden und was man sonst noch so tun kann.
Dieser kleine Geselle wird demnächst ins Haus einziehen müssen.
Viele Grüße
 aus dem steinigen Garten!

15 Antworten auf „Projekt Kiesbeet“

  1. Das Beet ist wundervoll geworden!!!! Allerdings weiß ich auch, was es bedeutet, so ein "kleines" Häufchen Kies mal eben in den Garten zu schaffen! Bei mir waren es mal 2,4 Tonnen!!! Danach hatte ich "Rücken"!!!! Stimmt, unter den ganzen Maschinen und Kiesbergen kann einem schon Angst und Bange werden! Mir ging es mal auf einem Schrottplatz so… ich dachte, ich komme da nie wieder heil hinaus! Die Männer fuhren mit ihrem schweren Gerät natürlich routiniert hin und her und schafften allerhand schweres Zeug von einem Ort zum andern! Ich fand das irgendwie beängstigend, da mittendrin zu stehen!
    Einen schönen Tag wünscht Dir
    Margit

  2. Ganz ganz wunderbar – ich bin platt! Es sieht toll aus – und was vorher Mühe macht, lohnt sich hinterher immer. Wenn es dich interessiert, lies mal das Buch von Beth Chatto: The Gravelgarden. Da geht es um das gleiche Thema.

    Sigrun

  3. Dein Beet ist total klasse geworden. Vielleicht werde ich kommendes Jahr auch eines anlegen, den Platz hätte ich nun dafür. Wir haben die Erde für unsere Hochbeete auf diese Weise geholt. Irgendwie war das schon ein Erlebnis, immerhin macht man das nicht so oft.

    lg kathrin

  4. Wahnsinn! Das Beet ist ja schon hohe Gartenkunst. Wunderschön angelegt!
    Das ist dir wirklich sehr gut gelungen.

    Bin gespannt wie essich entwickelt. Aber du hälst uns hier bestimmt auf dem Laufenden!?

    Liebe Grüße,
    Annika

  5. Tolle Reportage zu deinem gelungenen Werk. Sieht echt toll aus und die Pflanzenauswahl gefällt mir, bin gespannt ob es der Bartblume da nun gefällt. Ein echt aufwendiges Projekt, dass gut vorbereitet war und du alle Fragestellungen kreatiev gelöst hat – die Gedankenrunzeln und die Schweisstropfen haben sich gelohnt. Gratulation!
    Juralibelle

  6. Danke für diese ausführliche Beschreibung, liebe Sigrun!
    Ein Kiesbeet fände auch ich interessant. Doch das hieße viel graben und graben darf ich strenggenommen gar nicht mehr. Und mein Mann kriegt die Krise, wenn ich hier noch großartig was verändern wollte 😉 Ihm fehlen auch Zeit und Energie hierfür …
    Und 40 cm ist doch eine ganze Menge, das ist bei uns leider Männerarbeit, das darf ich nicht mehr. – Aber wer weiß, wie es nächstes Jahr dann ausschaut …In unserer Stadt gibts übrigens einen Steinehandel, da bekäme man schon eher was Passendes und eine Gärtnerei führt auch andere Steine als der Baumarkt. Kiesgruben haben wir aber auch noch in der Nähe… das ist ja echt preisgünstig!
    Wirklich chic, Euer Beet! Interessante Pflanzen hast Du außerdem!
    – Bei uns könnte man so ein Beet aber vom Haus aus auch gar nicht einsehen, weil unmittelbar ans Haus die Terrasse anschließt, die ziemlich bewachsen ist und von der Terrasse aus führt nur ein relativ schmaler Weg in den Garten. Rechts davon geht gar nichts und links davon liegt hinter dem Terrassengebüsch. 😉 So hätten hauptsächlich eher die angrenzenden Bewohner bzw. Fußgänger etwas davon. 😉
    Ich sehe gerade, daß Du Dein Profilbild geändert hast … jetzt also keine Schokoladenblume mehr. Ist das Sonnentau? Ich kann's leider nicht erkennen.

    Auch Dir eine schöne Woche und liebe Grüße
    Sara

    1. Ich bin da ja eher "beständig", was das Blogdesign betrifft. 😉 Irgendwie ordnet man das Icon oder Label dem jeweiligen Blog zu. In der Blog-Anfangsphase war das zumindest so. Doch dann entdeckten Blogger und Bloggerinnen die Gestaltung der Blog-Header und schon sahen einige Blogs immer anders aus, was manchen die Wiedererkennung erschwerte. Da zumindest manche doch mehr optisch orientiert sind.
      Die Schokoladenblume paßte irgendwie so zu Dir – finde ich … aber das soll jetzt nichts heißen… 😉 Schließlich kennt man sich ja nicht einmal in real … 🙂

      Bin hier immer noch dran, mache aber was ganz anderes und Internet läuft nur nebenbei – daher sehe ich, wie Kommentare einlaufen (die ich im Abo habe)…

      Liebe Grüße und schon mal gute Nacht
      Sara

  7. Das sieht echt super toll aus. Habe auch ein Kiesbeet an der Terrasse das ich gerne mit Pflanzen aufpeppen will, da werde ich mir sicherlich ein paar Ideen klauen 🙂 Hätte ein paar Fragen, du hast hinten höhere Gräser gesetzt (Pampasgras, Chinaschilf) wirft das keinen Schatten auf die anderen Pflanzen? Welche Pflanzen hast du denn da direkt an der Clematis?

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