O Tannenbaum, du trägst ein grünes Kleid

Dieses Jahr sollte es eigentlich mal ein selbstgesägter Baum werden…aber die erste Plantage hatte nur Blaufichten und bei der zweiten kamen wir zu spät für einen Baum in unserer gesuchten Größe.
Also gab es wieder den üblichen Baum vom Parkplatz aus der Stadt. Aber so wichtig ist mir das ja auch gar nicht. Heute zeige ich euch für Lottas ‚Bunt ist die Welt #52‘, wie unser Baum eigentlich jedes Jahr aussieht….nur mit kleinen Veränderungen….

Was ich an einem Weihnachtsbaum mag
Eine Tanne…….’Gewachsen in Sachsen’… noch lieber frisch aus dem Wald. 
Einen großen Baum, weil unsere Deckenhöhe keine Standardmaße hat.
Kabellose Weihnachtskerzen, die zwar etwas unökologisch, dafür aber wunderbar unkompliziert sind.
Ein paar Erinnerungsstücke vom Nürnberger Christkindlsmarkt,
Baum-Schmuck aus Seiffen…
viele Holzanhänger, Keramik-Kugeln, Faltsterne aus Papier
Engel, Selbstgebasteltes von den Kindern. 
Die Dinge am Baum haben alle eine Geschichte…
Diesmal hat mein Sohn fast alles alleine an den Baum gehangen…bei Weihnachtsmusik und Räucherkerzenduft. Ich mische mich da gar nicht ein…..es darf ruhig bunt sein.
Nur die Strohsterne habe ich beim Fotografieren vermisst…die müssen noch in einer Kiste schlummern.
Was ich an einem Weihnachtsbaum nicht mag:
Kitschige Weihnachtsbaumspitzen, stachelige Blaufichten, Lametta, Kabelsalat

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Wenn ihr bei Lotta vorbeischaut, gibt es noch ganz viele Weihnachtsbäume zu sehen.

Dieses Lied begleitete uns recht häufig in der Adventszeit
von der CD ‚Bald nun ist Weihnachtszeit‘ 

Der Erzgebirgische Schwibbogen

So viel, wie im Erzgebirge, leuchten nirgendwo Schwibbögen zur Adventszeit in den Fenstern. Kein Wunder, denn der älteste bekannte Schwibbogen kommt aus Johanngeorgenstadt. Ich habe ihn erst vor kurzem im Bergbaumuseum in Freiberg entdeckt.

Heute verabschiede ich mich mit einer kleinen Schwibbogensammlung in die Weihnachtspause und wünsche euch entspannte, besinnliche Weihnachtsfeiertage!

An diesem wunderschön leuchtenden Schwibbogenhaus bin ich im Dezember täglich mehrfach vorbeigekommen, wenn ich den Sohn in die Schule fahren musste (Gipsfuß nur noch bis morgen….).
Jeden morgen hat mich das leuchtende Haus wieder etwas versöhnt mit der vielen Fahrerei.
Der folgende Metall-Schwibbogen ist der älteste bekannte seiner Art und steht hier….
Ursprünglich trug er die Aufschrift „1778“ und „J. C. Teller“.
Unter der Farbschicht entdeckte man 2003 die Jahreszahl 1740
Er ist aus Metall und stellt die Vertreibung Adam und Evas aus dem Garten Eden dar.
Eines der traditionellsten Motive der Erzgebirgs-Schwibbögen zeigt zwei Bergleute bei der Arbeit, einen sitzenden Schnitzer und eine sitzende Klöpplerin. Diese Tätigkeiten waren die Haupterwerbsquellen der erzgebirgischen Landbevölkerung des 18./19. Jahrhunderts.
Der Bürgermeister darf täglich unter diesem Bogen auf Arbeit gehen….
Portal mit Schwibbogen am Rathaus
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Der nächste Schwibbogen auf der Bühne des Freiberger Christmarktes zeigt auch dieses traditionelle  Motiv.
„Entgegen der oft geäußerten Behauptung, die Form des Schwibbogens symbolisiere das Mundloch eines Stollens, werden im Halbrund einiger früher Schwibbogen Sonne, Mond und Sterne dargestellt. Die Symbolisierung des Himmelsbogens ist daher weitaus wahrscheinlicher. 
Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter waren Ausdruck der Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht, das sie vor allem in den Wintermonaten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen; zum Arbeitsbeginn am frühen Morgen war es noch dunkel, und nach dem Ende der Schicht am Abend war die Sonne bereits untergegangen.“ Quelle
Heute werden 20 Uhr die Tore des Christmarkts geschlossen.  Dann läutet ein Bergknappe mit der Häuerglocke (hängt am Holzgestell vor dem Schwibbogen) die Weihnachtsruhe ein.
Ich wollte eigentlich nie einen Schwibbogen ins Fenster stellen,
aber nun wohnen wir ja im Erzgebirge…..
…..ein weiteres sehr, beliebtes Schwibbogen-Motiv….die Seiffener Kirche.
Mit dem beleuchteten Schwibbogen im Fenster war eine weitere Symbolik verbunden: das Licht des Schwibbogens sollte den Bergleuten den sicheren Weg zurück in ihr Heim weisen.

Weihnachtliche Stimmung

Weihnachtliche Stimmung zum zweiten Advent sammelt Lotta heute für ‚Bunt ist die Welt‘ #49

Die große Pyramide dreht sich auf dem Freiberger Christmarkt, der gerade von der Zeitschrift Geo zu den 10 schönsten Nostalgischen Weihnachtsmärkten in Deutschland gewählt wurde.
Nein, wir sind keine Großfamilie…wir hatten nur lieben Adventsbesuch aus Franken, den wir bewirtet haben (nicht in meiner Küche…nur gemietet)
Die Kinder durften in der Weihnachtswerkstatt Kerzen gestalten und der Nikolaus hat uns gleich zweimal beschenkt….
Am 04.Dezember war Barbaratag und unser Apfelbaum wurde zum ersten mal um ein paar Zweige gekürzt.
  
Zotter ‚Chocolat de l’Amitie‘
Die Nikolaus-Schokolade, die oben in den Schuhen steckt, ist eine ganz neu kreierte Stadt-Schokolade aus Freiberg. .
Sie ist fair gehandelt, wird in Bio-Qualität in der Manufaktur Zotter produziert und unterstützt einen guten Zweck.
Ein Teil des Erlöses wird für die Finanzierung von Projekten in einer Gemeinde in Mali genutzt.
Die Partnerstädte Freiberg und Gentilly (Frankreich) haben dort u.a. ein Gesundheitszentrum errichtet und elektrifiziert.
Das Cover der Schokolade ist eine Collage aus zwei Zeichnungen. Eine Zeichnung stammt von einer Schülerin aus Freiberg und die andere aus der Partnerstadt in Frankreich.
Hier geht es zu Lottas ‚Weihnachtlicher Stimmung‘

Advent, Advent

Den klassischen Adventskranz gibt es bei mir nicht….
Vor kurzem habe ich diesen Metallkorb von der Schwester geschenkt bekommen, die ihn nicht mehr braucht, weil sie umziehen muss.
Er war noch ganz neu….
Eigentlich ist er zum Aufhängen gedacht und hat dafür eine Kette, aber bei mir bleibt er erst mal auf dem Boden.
Für die Korbfüllung bin ich im Garten auf die Suche gegangen.

Als erstes kam der selbstgeflochtene Kranz aus Ranken vom wilden Wein in den Korb.
Darüber ein paar dickere Äste von der Korkenzieherweide und einjährige Zweige von der Trompetenwinde.
In der Mitte vom Korb sind ein paar Tannenzweige und darauf ganz viele Zapfen….Fundstücke, die im laufe der Zeit immer mehr werden.
Es gibt Zapfen von Pinien, Fichten, und Mammutbaum.
Ganz besonders habe ich mich über die kleinen Äpfel vom Zierapfelbaum ‚Red Sentinel‘ gefreut, den ich erst letztes Jahr gepflanzt habe.
Die Weidenkugel…ein Gartengeschenk und eine schöne Erinnerung an einen tollen Sommerabend.

Ich wünsche allen Lesern einen schönen 1. Advent!

Lotta sammelt heute für Bunt ist die Welt #48 Adventskränze

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Gesehen bei Birgitt….jeden Sonntagabend im Advent eine Kerze ins Fenster stellen für….#lichtanfuermenschlichkeit

Glück in Dosen – Ein Weihnachtsbrief

Glück lässt sich verschenken….

….In einer Freiberger Buchhandlung entdeckt


Glück in Dosen –
Goethes Gedanken zum Weihnachtsmorgen
Frankfurt, 25. Dezember 1772

Christtag früh. Es ist noch Nacht, lieber Kestner, ich bin aufgestanden, um bei Lichte morgens wieder zu schreiben, das mir angenehme Erinnerungen voriger Zeiten zurückruft; ich habe mir Coffee machen lassen, den Festtag zu ehren, und will euch schreiben, bis es Tag ist. Der Türmer hat sein Lied schon geblasen, ich wachte darüber auf. Gelobet seist du, Jesus Christ! Ich hab diese Zeit des Jahrs gar lieb, die Lieder, die man singt, und die Kälte, die eingefallen ist, macht mich vollends vergnügt. ich habe gestern einen herrlichen Tag gehabt, ich fürchtete für den heutigen, aber der ist auch gut begonnen, und da ist mirs fürs Enden nicht angst.



Der Türmer hat sich wieder zu mir gekehrt; der Nordwind bringt mir seine Melodie, als blies er vor meinem Fenster. Gestern, lieber Kestner, war ich mit einigen guten Jungens auf dem Lande; unsre Lustbarkeit war sehr laut und Geschrei und Gelächter von Anfang zu ende. Das taugt sonst nichts für de kommende Stunde. Doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenn’s ihnen beliebt; sie gaben mir einen frohen Abend, ich hatte keinen Wein getrunken, mein Aug war ganz unbefangen über die Natur. Ein schöner Abend, als wir zurückgingen; es ward Nacht. Nun muss ich Dir sagen, das ist immer eine Sympathie für meine Seele, wenn die Sonne lang hinunter ist und die Nacht von Morgen heraus nach Nord und Süd um sich gegriffen hat, und nur noch ein dämmernder Kreis von Abend herausleuchtet. Seht, Kestner, wo das Land flach ist, ist’s das herrlichste Schauspiel, ich habe jünger und wärmer stundenlang so ihr zugesehn hinabdämmern auf meinen Wanderungen. Auf der Brücke hielt ich still. Die düstre Stadt zu beiden Seiten, der still leuchtende Horizont, der Widerschein im Fluss machte einen köstlichen Eindruck in meine Seele, den ich mit beiden Armen umfasste.



Ich lief zu den Gerocks, ließ mir Bleistift geben und Papier und zeichnete zu meiner großen Freude das ganze Bild so dämmernd warm, als es in meiner Seele stand. Sie hatten alle Freude mit mir darüber, empfanden alles, was ich gemacht hatte, und da war ich’s erst gewiss, ich bot ihnen an, drum zu würfeln, sie schlugen es aus und wollen, ich soll’s Mercken schicken. Nun hängt es hier an meiner Wand und freut mich heute wie gestern. Wir hatten einen schönen Abend zusammen, wie Leute, denen das Glück ein großes Geschenk gemacht hat, und ich schlief ein, den Heiligen im Himmel dankend, daß sie uns Kinderfreude zum Christ bescheren wollen.




Als ich über den Markt ging und die vielen Lichter und Spielsachen sah, dacht ich an euch und meine Buben, wie ihr ihnen kommen würdet, diesen Augenblick ein himmlischer Bote mit dem blauen Evangelio, und wie aufgerollt sie das Buch erbauen werde.




Hätte ich bei euch sein können, ich hätte wollen so ein Fest Wachsstöcke illuminieren, dass es in den kleinen Köpfen ein Widerschein der Herrlichkeit des Himmels geglänzt hätte. Die Torschließer kommen vom Bürgermeister und rasseln mit den Schlüsseln. Das erste Grau des Tags kommt mir über des Nachbarn Haus, und die Glocken läuten eine christliche Gemeinde zusammen. Wohl, ich bin erbaut hier oben auf meiner Stube, die ich lang nicht so lieb hatte als jetzt.

 

Abbildung: Originalunterschrift Johann Wolfgang von Goethe