Spiegelung am Obermarkt

Heute gibt es mal einen aktuellen Blick nach Freiberg….aktuell, weil es letzte Woche einiges dort zu erledigen gab. 
Am Obermarkt schaut man in Freiberg eigentlich immer vorbei…er ist das Zentrum und man kreuzt den Markt meistens mehrfach am Tag. Als ich dort am Donnerstag an einem der Bürgerhäuser der Renaissance-Zeit eine geöffnete Tür an einem der schönsten Portale sah, hab ich nicht lange gezögert….
So sieht es am Obermarkt 17 von innen aus. 
Für Lotta heute eine Spiegelung….das innere Portal ist durch eine Glastür abgetrennt und es spiegelt sich zufällig ganz klein der Glasbogen vom Eingangsportal.
Die Innenansicht in Richtung Eingangsportal mit Glasbogen
Hier ein Foto vom letztem Juni, dem Bergstadtfest 2016, mit Blick zum Haus Obermarkt 17
es ist das höchste Freiberger Bürgerhaus.
Dieses tolle Sandstein-Portal wurde schon mehrfach restauriert. Seit der 800-Jahrfeier 1986 wurde das Original des oberen Teils, das Tympanon (das obere Dreick), zum Schutz ins Stadt- und Bergbaumuseum geschafft und kann dort besichtigt werden. 
Man sieht es hier nicht so gut, aber auf dem Tympanon sind Bergleute bei der Arbeit  abgebildet.
Auf den Medaillons vermutet man Georg Lißkirchner, Erbauer des Hause und zweitreichster Bürger im Jahr 1546, mit seiner Frau.

Lost Places #8 – Porzelline Freiberg

Im Moment noch unter erschwerten Bedingungen im Netz, möchte ich aber trotzdem an der Tradition festhalten, jeden 20. im Monat die Lost Places zu posten.
Diesmal habe ich bei dem ersten Gebäude des Freiberger Porzellan, auch Porzelline genannt, vorbeigeschaut oder besser gesagt, bei dem, was noch übrig ist. Der größte Teil wurde 2011 abgerissen.
Das erste Porzellanwerk Freibergs wurde 1904 als Zweigniederlassung der Kahla AG gegründet. Die Stadtverwaltung unterstützte das Unternehmen, um die vielen freiwerdenenden Arbeitskräfte aus dem Bergbau unterzubringen.
Dafür wurde 1904-06 an der Frauensteines Straße ein moderner, architektonisch bemerkenswerter Industrieneubau mit sechs Rundöfen und einem eigenen Dampfkraftwerk errichtet. 
Vorne Mitte, heutiges Landratsamt, Ecke hinten heute ein Lost Place
Hier wurde zunächst elektrotechnisches Porzellan, wie Hochspannungsisolatoren, produziert und seit 1924 zusätzlich Haushaltsporzellan. Die Formen Mathilde, Toskana, Paula und Niemayer entstanden zwischen 1924 und 1929.
1932 wurde das Werk aufgrund der Weltwirtschaftskrise stillgelegt, was erhebliche soziale Auswirkungen auf die Stadt Freiberg hatte. Immerhin wurden zuletzt 770 Beschäftigte gezählt.
Von 1932 bis 1945 wurde kein Porzellan mehr in Freiberg gefertigt. Zur Neugründung 1945 zogen die Freiberger Porzellanwerke in das Gebäude der ehemaligen Hildebrandschen Werke, siehe Lost Places #7.
Dafür befand sich aber im Gebäude seit 1943 unter dem Tarnnamen Freia GmbH, ein Betriebsteil der Arado-Flugzeugwerke Potsdam-Babelsberg, das zu einem führenden Luftrüstungsunternehmen Deutschlands gehörte. Da hier etwa 6000 Arbeitskräfte fehlten, bekam die Freia GmbH ein Außenkommando des KZ Flossenbürg, das aus rund 1000 weiblichen, jüdischen Häftlingen bestand, die zu einem großen Teil aus Auschwitz/ Polen und der ehemaligen Tschechoslowakei kamen.
Mehr dazu u.a. auf der Webseite Juden in Mittelsachsen, Freiberg.
Der jüdische Werksleiter der Freiberger Porzellanwerke seit 1904 erhielt noch 1929 die Ehrendoktorwürde der Bergakademie. 1930 scheidet er aus dem Unternehmen aus, wird 1933 von der Ehrenliste gestrichen und begeht 1939 den Freitod. Seit 1996 erhielt das ehemalige Verwaltungsgebäude des heutigen, renovierten Landratsgebäudes eine Ehrentafel und er wurde wieder in die Ehrenliste aufgenommen. Seitdem ich vor ungefähr einem Jahr von der  Geschichte des Gebäudes erfuhr, bin ich doch sehr nachdenklich dort vorbeigelaufen. 
Das Gelände ist großräumig eingezäunt, so dass man nur aus der Ferne fotografieren kann. Hier die Rückansicht, total zugewachsen.
In einem Umbau mit Erweiterung wurden vor einiger Zeit moderne Loftwohnungen gebaut. 
Neues unmittelbar neben einer Ruine, die teilweise noch als Gewerbefläche genutzt wird. Das Eck ist noch recht gut erhalten. Preiswerte Gewerbeflächen…
So sah diese Ansicht 1913 aus…der Anbau ist höher geworden.
Der Lost Place befindet sich heute ca. ab dem Schornstein rechts, also das was man auf dem folgenden Bild von 1908 sieht.
Bilder und Angaben zur Geschichte aus dem Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg,
Sonderausstellung ‚Weiße Diamanten‘
Ein wenig von dem Geschirr kann ich euch dann ein anderes mal zeigen…
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Ich hoffe, dass das falsche Telekom-Kabel im neuen Haus bald in Ordnung kommt und ich auch wieder eure Blogs besuchen kann. Es kann noch dauern…Verlinkung ab 20.08. , 6 Uhr, möglich. Eigentlich wollte ich den Beitrag planen, hab ihn nun aber schon abgeschickt…

Guerilla Gardening Freiberg

Inzwischen sind die Milchtütenpflanzen umgezogen zu meinem 12tel Blick an den Wernerplatz in Freiberg.
 Natürlich wäre es lustiger gewesen, sie mitsamt der Milchtüten aufzuhängen. Dann hätte ich sie allerdings regelmäßig gießen müssen. Da ich mich in Zukunft nicht mehr drum kümmern kann, werden sie alleine mit dem Wetter fertig werden müssen und ich hoffe, dass die Stadtgärtner nicht mit dem Rasenmäher rübergehen. 
Die Blumenwiese ist inzwischen sauber abgemäht.
Ausgerüstet mit einer Wasserflasche, Schaufel und den Milchtüten bin ich an einem der letzten Julitage zum Guerilla Gardener geworden…:-)
Vorne rechts ist die bunte Mini-Anpflanzung
Ich habe den restlichen Löwenzahn mitsamt der Wurzel entfernt und war froh, dass es die letzte Zeit so viel geregnet hat. Damit war die Anpflanzung für mich recht einfach. Auch die Erde rings um die Granitsäulen schien mir ganz ordentliche Gartenerde zu sein.
Dann nur noch ein paar Bindfäden gespannt…fertig.
Nur ein Busfahrer schaute mir verwundert zu….sonst schien es – zum Glück -niemand zu interessieren, was ich dort mache. 
Dort wachsen jetzt also an der völlig kahlen Säule ein paar aus dem Garten ausgegrabene Ringelblumen, die Prunkwinde und Kapuzinerkresse.
Die Prunkwinde hat sich nur zu Hause mit geöffneten Blüten gezeigt…sie blüht ganz herrlich lila.
Die restliche Bepflanzung wuchert so vor sich hin, ohne dass sich jemand drum zu kümmern scheint, dass die Drähte zum Hochranken teilweise fehlen.
Sei du selbst die Veränderung,
die du dir wünschst,
für diese Welt.

Mahatma Gandhi
Es fahren aber tatsächlich Busse dort, auch wenn sie nicht unbedingt im Focus stehen…
nur Menschen sind abends nicht mehr viele unterwegs.
Ich habe diesmal extra eine ganz ruhige Zeit gewählt…
Die 12tel Blicke sammelt Tabea

Bei mir zu Hause sieht die Prunkwinde schon etwas besser aus, denn sie war etwas eher gepflanzt worden….und sie darf mit umziehen…;-)

Lost Places #7 Pozellanwerk Freiberg

Seit 110 Jahren wird in Freiberg Porzellan hergestellt. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es im Stadt- und Bergbaumuseum vom 2.7. – 30.10.2016 die Ausstellung ‚Weiße Diamanten‘. Bevor wir aber in diese Ausstellung gehen, schauen wir mal, wie es angefangen hat mit der Freiberger Porzellanherstellung.

Freiberg war, was viele vielleicht gar nicht wissen, an der Erfindung des europäischen Hartporzellans beteiligt.
‚Gottfried Pabst von Ohain, der Freiberger Oberzehntner und beste Hüttenfachmann Sachsens, beaufsichtigte im Auftrag von König August II. seit 1701 die Goldherstellungsversuche von Johann Friedrich Böttger.

‚Nachdem Pabst von Ohain die Unmöglichkeit eines Erfolges beschrieben hatte, wurden die Versuche unter Leitung von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Abraham von Schönberg auf die Herstellung europäischen Porzellans aufgenommen. 
In Dresden entstand ein alchimistisches Laboratorium in dem unter Regie Pabst von Ohains Freiberger Hüttenleute gemeinsam mit Böttger Versuche zur Porzellanherstellung unternahmen, bei deren Weiterführung auf der Albrechtsburg 1706 zunächst das rote Böttgersteinzeug entstand. Nachdem Ohain die Verwendung von Weißer Erde vom Heidelsberg bei Aue und Alabaster angeregt hatte und Tschirnhaus 1708 die Herstellung des ersten europäischen Porzellans gelungen war, wurde das Verfahren zur Herstellung des Meißner Porzellans durch Böttger verbessert und 1710 die Porzellanmanufaktur Meißen zur Aufnahme der Serienfertigung eingerichtet.“ Quelle Wikipedia


Nicht verwunderlich also, dass in Freiberg nach Rückgang des Bergbaus im Jahre 1906 das erste Mal eigenes Porzellan hergestellt wurde, ursprünglich als Zweigstelle der Porzellanfabrik Kahla.
Es wurden Hochspannungsisolatoren, aber auch Haushaltsporzellan gefertigt. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurde das Unternehmen 1932 stillgelegt. Dieses erste Werk an der Frauensteiner Straße wurde vor einigen Jahren zu einem großen Teil abgerissen. 
In einem Teil befindet sich heute das Landratsamt.
Nach dem 2.WK begann 1945 erneut die Fertigung von Freiberger Porzellan im Gebäude der ehemaligen Hildebrandschen Fabrik am Davidschacht, Himmelfahrtsgasse 8 und 1946 wurde die Freiberger Porzellan GmbH gegründet.
Und dieses Gebäude ist heute ein Lost Place. 

Diesmal handelt es sich um ein riesiges Gebäude über mehrere Etagen. Da es den Rahmen sprengen würde, heute nur mal ein kurzer Ausflug nach innen…
Durch die kaputten Fenster flogen Vögel aus und ein…vielleicht entdeckt ihr das Rotschwänzchen?
Riesige Werkhallen im ganzen Gebäude….
Überall kaputtes Porzellan am Boden….

Unheimliche Treppenaufgänge
Türen….
Küche und Sanitäranlagen…
Aber auch tolle Ausblicke

Graffiti gibts natürlich auch…

Ganz exklusiv ging es unter dem Dach zu…
1960-62 wurde eine neue Produktionshalle von 108 m Länge angebaut.
Das Freiberger Porzellan erhielt mehrfach Messegold in Leipzig.
1969 wurde das Kombinat ‚vereinigte Porzellanwerke Colditz‘ gegründet, mit Freiberg als Bestandteil   des Zusammenschlusses.

Auch nach 1990 wurde noch weiter produziert. Der Betrieb lief durch mehrere Besitzer…
Kaum zu glauben, dass so ein Gebäude nun einfach so verlassen in der Gegend herumsteht.

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Seit 2000 produziert die Firma Freiberger Porzellan am neuen Standort an der Zuger Straße und hat längst nicht mehr die Größe von früher.

Geschichtswissen aus dem Buch
Freiberg und Umgebung
Die Geschichte von Menschen und Unternehmen der Berg- und Universitätsstadt
ISBN 3-9805699-0-X 
Altmühltal-Verlag

Als nächstes folgt ein Besuch der Ausstellung ‚Weiße Diamanten‚. 
Hier unten könnt ihr eure Lost Places verlinken.

Blumenwiese am Wernerplatz

Noch bin ich da und werde den 12tel Blick am Wernerplatz in Freiberg verfolgen. Mit dem Datum habe ich es diesmal nicht so genau genommen. Ob ich in Zukunft dort noch beobachten kann, ist ohnehin ungewiss. Das Guerilla Gardening Projekt habe ich aber nicht aus den Augen verloren.
Diesmal zuerst ein Anfang-Juli-Blick  
Im hinteren Teil hat sich ein roter Farbpunkt eingefunden. Manchmal setzen sich tatsächlich Leute dort auf die Bänke….danach musste ich das gleich mal selber ausprobieren, aber so richtig gemütlich ist es einfach nicht. Wenn die Sonne scheint, hat man Null Schatten.
Leider ist von den Samenbomben, die wir mit Gretel und Lotta beim letzten 12tel Blick so fleißig verteilt haben, nichts zu sehen. Denn überall sprießt dick der Löwenzahn. Ich hab ein paar der größten Blätter erstmal abgerissen.
Eine Säule ist auch ganz üppig bewachsen, aber es fehlt eine Rankhilfe, damit die Pflanze nach oben ranken kann. So findet nichts Halt an den Granitsäulen und es entstehen nur große Büsche.
Die schmalen Bäumchen dahinter sind grün geworden.
Bei mir warten noch immer die selber bepflanzten Milchtüten auf ihren Einsatz.
Ich wollte ganz sicher sein, dass die Pflanzen schon ein bisschen groß sind, bevor ich sie dort aussetze…das folgt dann nächste Woche.
In einer Milchtüte wächst Kapuzinerkresse. Die Prunkwinde hat bereits zum Blühen angefangen…zum Fotoshooting setzte natürlich gerade wieder der tägliche Regenguss ein….:-)
Ich bin im Moment angenehm überrascht…das Amt für Grünflächen scheint im Urlaubsmodus zu sein und die Wiese rings um die Bänke blüht gerade vor sich hin.
Es ist zwar kein Vergleich mit einer Brachflächen-Blumenwiese, wie ich sie heute an einer ehemaligen Bergbauhalde gesehen habe…dort gab es sogar einen Schachbrettfalter……,
….aber trotzdem schön. Natternkopf, Gelber Hornklee, Wiesenklee, Schafgarbe.
Ich bin gespannt, wie lange es so bleiben darf.
Hier noch ein Überblick der ersten 6 Monate
Ende Juli gibt es noch ein Foto…für die Milchtüten werde ich eine der unberankten Säulen nehmen…mal sehen, wie das Projekt ausgeht.
Ganz lieben Dank für eure zahlreichen Kommentare zum letzten Post und die vielen aufmunternden Worte…:-) 

Rückblick und Abschied

An letzten Donnerstag im Monat sammelt Birgitt vom Blog Erfreulichkeiten die Monatscollagen.
Der Junimonat ist für mich der schönste Monat im Jahr. Die Abende sind am längsten und das passt wunderbar zu den vielen Geburtstagen in meiner Familie. Ich liebe es, Abends noch mal durch den Garten zu streifen, wenn ein heißer Tag erträglich geworden ist,
wenn die Rosen üppig blühen und die Insektenwelt schwer mit Pollen bepackt von Blüte zu Blüte taumelt. 
Sogar der Gebänderte Pinselkäfer war mal wieder im Bergblumengarten zu Besuch. Es  ist ein Rosenkäfer, der Gebirgsgegenden mag. 
Hier bevorzugt er die duftende historische Rose Mme Hardy.
…..gefolgt von der Geburtstagsmonat-Collage
Der Juni war ein Monat mit vielen schönen Erlebnissen und reichlich Fotografieren u.a. im Göschenhaus in Grimma zum 80. Geburtstag meines Vaters,
Im Goeschenhaus-Garten Grimma
Blick vom Garten auf Grimma
……in der Mineralogischen Sammlung Deutschlands im Krügerhaus der Terra Mineralia,
Halsbacher Korallenachat
….bei einer Naturgartenveranstaltung der kleinen Naturdetektive des NABU Freiberg,
….ich durfte im Hortus natura et cultura im Romantischen Franken fotografieren
und beim 31. Bergstadtfest…diesmal als ‚Freiberger Fotofreund‚ sogar in der ersten Reihe…:-)
Eine große Freiberger Traditionsveranstaltung mit Bergstadtkönigin und Bergmännern in allen Varianten und natürlich mit einer großen Bergparade.
Mehr Fotos dazu auf meiner FB-Seite @freibergeraugenblicke…:-)
Liebe Post hat mich zum Geburtstag erreicht:
von Ghislana mit einem ihrer wunderbaren selbstgebastelten Büchlein,
von Lotta ein Schokoladenbuch….denn echte Schokolade wäre am letzten Freitag sofort flüssig geworden….:-) und ein Keramikhuhn von der Lieblingskeramikerin,
von der lieben Birgitt so schöne Fotoerinnerungen in einem kleinen Büchlein zusammengefasst
und von allen noch schöne Karten dazu.
Ganz lieben Dank an alle und auch für die zahlreichen Wünsche auf FB.
Meine Schwester hat mich aus Leipzig besucht und endlich lag das ersehnte Gartenfotobuch von Karen Meyer-Rebentisch auf meinem Tisch. Ich freue mich schon sehr darauf, es zu lesen und darüber zu berichten, denn das Buch enthält einen Gastbeitrag von Renate Waas über Nachtfotografie.
Zum Geburtstag führte mich mein Weg zu einem Korbflechterkurs mit Monika Engelhardt südlich von Nürnberg in dem o.g. Hortus von Monika Lehner.
Entstanden ist eine Blumenvase zum Aufhängen und ein Rankgerüst für meinen, zum Glück schon vorhandenen, Korb. So einen zu flechten hätte Tage gedauert….:-)
Mir haben so schon sämtliche Finger geschmerzt, aber es hat großen Spaß gemacht.
Den Blumenstrauß bekam ich von Monika zur Begrüßung geschenkt….natürlich aus ihrem Garten.
Und es war auch der Monat, in dem mir Mano, das historische Büchlein von der 750-Jahrfeier Freibergs (1936) geschenkt hat
Zum Brotbackkurs von Anke Griesbach war ich auch noch….hätt ich fast vergessen.
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Nun zum Abschied…
  Lange habe ich überlegt, wann ich es mal bekannt gebe…
Denn der Juni ist auch ein Monat gewesen, der mir besonders schwer gefallen ist, denn es ist ein Abschiedsmonat für mich und unsere ganze Familie.
Abschied von liebgewonnennen Freunden, Abschied von der besten Klavierlehrerin Freibergs und vom besten Sportlehrer, der alle beide Jungs die letzten 8 Jahre in Sport und Karate betreut hat, Abschied von der Schule des Sohnes… 
…und ein langsames Abschiedsnehmen von meinem Garten und dem Haus. Im August endet für uns die Zeit in Freiberg und damit auch für den steinigen Garten.
Der Arbeitgeber des Mannes hat beschlossen, den Freiberger Standort zu schließen und damit führt der Weg uns zurück nach Erlangen im Frankenland.
Die Königskerze muss sich gerade sehr anstrengen auf ihrem Weg nach oben…sie wächst um die Kugelrobinie herum
….auch das Leben verläuft oft nicht auf einer gerade Linie…mit Höhen und Tiefen,
aber es gibt ja bekanntlich viele Wege….:-)
Ich werde das Bloggen sicher deshalb nicht aufgeben, obwohl das Fotografieren in einem gemieteten Garten schon eine andere Nummer ist. Bisher konnte ich in meinem Garten tun und lassen, was ich wollte. 
Rückblickend ist es jetzt für mich eine tolle Sache, das ich diesen Blog geführt habe, denn wenn ich mal Sehnsucht danach bekomme, kann ich mir die alten Fotos anschauen. 
Einige Pflanzen werden sicher auch mit umziehen und mir erhalten bleiben.
Waldgartenrose 
Gerne wäre ich für den einen oder anderen aus dem Bloggerland auch noch mal StadtführerIn gewesen, aber Freibergfotos wird es sicher nach wie vor hier geben und wir werden die Stadt im Auge behalten. 
Es ist eine der schönsten kleinen Städte in Sachsen, nicht nur aus touristischer Sicht. Eine neue Studie hat ermittelt, dass Freiberg vor allem junge Leute anzieht und nach Leipzig, Dresden und Chemnitz zu den ‚Schwarmstädten‘ in Sachsen zählt. 
Hier gibt es eine große Universität, die Bergakademie Freiberg und einige große Firmen, wie die Solar World AG oder Siltronic, die viele Arbeitsplätze bieten. Der neue Bürgermeister, Sven Krüger, setzt sich sehr für die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen und für ein familienfreundliches Umfeld ein. 
Kurzum….ich würde mich freuen, wenn ihr mal nach Freiberg reist, auch wenn ich ab August dann nicht mehr hier wohne.

Pflanztöpfe mit historischem Ambiente

Das Städtchen aus dem 12. Jahrhundert hat in der Altstadt einige wunderschöne Innenhöfe zu bieten. Viele der historischen Häuser besitzen grüne Hofgärten, die man von der Straßenfront aus gar nicht ahnt. Herrlich, vor allem in den Sommermonaten, wenn die Höfe dann auch noch kulinarisch genutzt werden….da fallen mir gerade 3 bis 4 sehr schöne Biergärten ein.
Einen möchte ich euch heute für Lottas Fotoprojekt ‚Bunt ist die Welt‘ #78 vorstellen und falls ihr mal das Städtchen besucht, solltet ihr unbedingt dort vorbeischauen.
Es ist die Essbar im Handwerkerhof in der Burgstraße, nur wenige Schritte vom Schloss Freudenstein entfernt.
Da das Juniwetter so toll war, zählt der Platz zu meinen Sommer-Lieblingsplätzen in der Stadt.
Die alte Mauer aus dem hier üblichen Gneis wird vom Efeu berankt.
Überall gibt es hübsch bepflanzte Gefäße mit Blumen und Kräutern.
Der Olivenbaum (rechts) hat in einer alten Emailleschüssel Platz gefunden.
Von der Straßenseite fällt das Restaurant gar nicht so auf…
für Lotta und Gretel: die Essbar befindet sich hinter dem Töpferladen von Juliane Naether…dort haben die beiden letztens eingekauft…:-)
Das Essen ist absolut lecker und preiswert….es gibt jeden Tag zwei Mittagsgerichte und eins ist vegetarisch oder vegan.
Wie hier: Gefüllte Tomaten mit Bulgur, Salat und Kartoffelecken.
Viel Freude mit dem heutigen Thema Pflanztöpfe bei Bunt ist die Welt #78 
Leider macht hier gerade die Biergartensaison Pause…….

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Lost Places #6 – Spritfabrik Stölzner Freiberg

An der Brander Straße 12 in Freiberg fahren täglich unzählige Autos vorbei.
Ein Gebäude, das schon über hundert Jahre zum Stadtbild der Gegend hinter dem Bahnhof gehört.
Ein Lost Place, der schon wichtigere Zeiten gesehen hat. 

Das Produktionsgebäude der ehemaligen Spritfabrik Gustav Stölzner stammt ungefähr aus dem Jahr 1910 sagt die Liste der Kulturdenkmäler Freibergs, obwohl die Firma schon im 19.Jahrhundert gegründet worden ist.
Heute wird das vordere Wohnhaus (links) bewohnt und im hinteren Teil der Firma gibt es noch einen Reifenservice.
Das Fabrikgebäude rings um den Turm steht leer.
Neue Bepflanzung neben alter
Man findet geschichtlich nicht viel darüber im Internet. Auch meine Freiberg-Bücher über alte Industrie in Freiberg enthalten diese Firma nicht.
Ich müsste vermutlich mal einen alten Freiberger zu dem Thema ausfragen.
Beim Googeln wird man nur fündig, dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Spritfirma Stölzner sich selbständig gemacht hat und die Getränke-Firma Schneider&Berger gründete, die heute immer noch existiert.
Die Freiberger Magenwürze  war vermutlich ein größerer Kassenschlager, als Produkte von Stölzner und deshalb findet man nicht viel darüber.
1963 wird die Herstellung und Auslieferung von Brennspiritus und Primasprit von Schneider&Berger an Stölzner abgegeben. 
Damit endet meine Recherche. In allen weiteren Berichten über Spirituosen in Freiberg ist nur noch von Schneider&Berger die Rede und natürlich von der Freiberger Brauerei.
Im rechten hinteren Teil versucht die Natur, sich ihren Teil zurück zu erobern.
Ein bisschen mulmig wird es mir dann immer, aber es ist auch spannend.
Auch ein Blick  nach innen lässt nichts mehr von der früheren Spritfabrik erkennen…
Weiter nach hinten habe ich mich dann auch nicht mehr getraut, weil dort gearbeitet wurde.
Kurzzeitig hatte ich Besuch von einem ziemlich mageren roten Kater, der hier wohl zu Hause war.
Im Hintergrund sieht man die Rückseite des Bahngeländes mit einem stillgelegten Teil und ganz auf der anderen Seite die ehemalige Besteckfabrik Freiberg mit dem grünen Dach, die zu einem Hotel umgebaut wurde.
Also wohlgenährt war der Kater keinesfalls.
Und wenig später kam noch seine Freundin…und ließ sich von mir kraulen.
Gegenüber war der Bewuchs der verlassenen Bahnstrecke etwas spannender.
Bahnschienen-Pflanzen
Am blühenden Natternkopf ‚Echium vulgare‘ tummelten sich die Insekten. Leider war das Zoom nicht ausreichend und über die Absperrung wollte ich auch nicht steigen.
So sieht es bei einem Lost Place auf dem ehemaligen PAMA-Gelände gegenüber aus…dort konnte ich näher an den Natternkopf rangehen.
Wer mag, kann sich gerne hier unten bis zum 19.07. mit anderen Lost Places verlinken.
Ich freue mich sehr über eure Beitrage. 
12 Verlinkungen sind das letzte mal bei Lost Places #5 zusammengekommen.

Verlinkt mit Schwarz-Weiß-Blick

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Vom Petriturm auf Freiberg geschaut…

Einige wissen es ja bereits….bei unserem letzten Freiberg-Rundgang bin ich mit Lotta die Stufen des 72 Meter hohen Petriturms hochgestiegen. 
Die Besichtigung ist nicht immer möglich. 
Saisonbedingt unterschiedlich…im Moment zu jeder vollen Stunde und nur mit Führung von Mittwoch bis Sonntag, 11-16 Uhr. 
Zum Glück war es ja Freitag. 
Gegenverkehr ist nicht möglich und große Menschen sollten auf ihren Kopf gut aufpassen.
Für mich ist die Besteigung immer etwas unheimlich, da der Blick vom löcherigen Turmbalkon mit Eisengitter mir ein flaues Gefühl im Magen hinterlässt.
Die Petrikirche wurde um  1190 auf dem höchsten Punkt der Innenstadt errichtet. Sie ist dadurch weithin sichtbar und bestimmt entscheidend die Silhouette der Stadt.
Wenn Lotta diesmal nicht so mutig vor mir auf den Balkon getreten wäre, hätte ich mich nicht getraut….auch wenn wir zwei ganz leicht sind. Immerhin ist der Balkon für 6 Personen zugelassen.
Kaum vorstellbar, dass auf der Kugel des Turms 1894 der Mechaniker Hugo Meeser stand, um, nicht angeseilt, die Wetterfahne dort oben anzubringen mit folgender Innschrift:
 „Musst durch die Zeit du auch sehr leiden,
mit Gott hab ich Dich Jung gemacht,
Drum drehe Dich der Stadt zur Freude,
sei stets auf guten Wind bedacht.
Hugo Meeser, Mechaniker, Freiberg“
Der Blick über die Altstadt lohnt sich sehr.
Der Freiberger Dom und ganz hinten rechts auf dem Berg die ‚Reiche Zeche‘, ein Besucherbergwerk.
Der folgende Blick nach links zum Schloss Freudenstein ist wirklich nur vom Balkon möglich….:-)
Seit dem 15.Jahrhundert bis 1905 wohnte im Turm ein Türmer, der die Stadt Freiberg bei Feuer warnen sollte.
Beim Aufstieg kommt man an der kleinen bescheidenen Stube, die sich auch Scharwächterwohnung nannte, vorbei.
Die Wohnstube ist mit einer winzigen Öffnung versehen..dahinter versteckt sich das Bett.
Glück auf!
Das steht unter dem gerahmten Foto. Ein Bergmann, der vor der Grube betet.
Mit diesem Gruß wird man hier tatsächlich manchmal noch begrüßt…so wie Grüß Gott in Bayern.
Die Häuerglocke wurde ebenfalls vom Türmer geläutet. Punkt 5 Uhr.
Das hieß aber, dass die Bergleute da schon vor dem Bergwerk versammelt sein mussten.
Die Petrikirche ist eine offene Kirche, in der Gottesdienste und Konzerte stattfinden.
Die Gottfried-Silbermann-Orgel kann man jeden Mittwoch von 12-12:30 Uhr in einem kostenlosen Konzert anhören.
Genaue Daten zur Turmbesteigung gibt es hier.
*****
Zum Schluss möchte ich euch noch ein wunderbares Flohmarkt-Geschenk von der lieben Mano zeigen, mit dem ich letzte Woche überrascht wurde. 
Ein Freiberg-Heft von Walter Schellhaas, ein berühmter Historiker aus Freiberg.
Das Heft stammt von 1937 und entsprechend ist auch der Wortlaut im Buch.
Es erschien anlässlich der 750 Jahrfeier (1936)
750 Jahre Freiberg – Sachsens Berghauptstadt 

Eine Aufnahme aus dem Buch…kommt sie euch bekannt vor?
Quelle: Walter Schellhaas, Freiberg, Sachsens Berghauptstadt

12tel Blick April – die Stadt schwarz weiß

Eigentlich sollte der 12tel Blick schon längst eingestellt werden, aber offenbar habe ich beim letzten Besuch dort mein Übersichtsfoto vergessen. Ich wollte nach dem Topf schauen und ihn gießen, aber er war leider nicht mehr da. 
Projekt 1 des Guerilla Gardening ist also gescheitert. 
Es gibt tatsächlich dumme Menschen, die einen Blumentopf mitnehmen, der wenige Meter weiter für 1,99 EUR zu haben ist. Ich bin etwas enttäuscht. Aber einige in den Kommentaren haben das ja schon befürchtet gehabt.
Diesmal war ich wieder um die selbe Uhrzeit schauen, aber heute, an einem Montag.
Es saßen hinten zwei Männer auf der Bank beim Bier trinken.
Die Landschaft sieht Gelb aus, wie überall…Unmengen an Löwenzahn.
Das Projekt gestaltet sich schwierig. Wenn ich dort gärtnern will, muss ich zuerst die Löwenzähne bezwingen…:-)
Dafür habe ich in meinem Garten dieses sehr sinnvolle Werkzeug. Damit bekomme ich das meistens in den Griff. Heute war der Wernerplatz allerdings nicht so ausgestorben und ich habe das erst mal sein gelassen.
Links im März…rechts im April
Inzwischen bin ich mit Samenbomben gut ausgestattet. Ein guter Freund hat mir sogar noch welche geschenkt…er liest hier auch mit…:-)
Ich werde sie aber zu Hause erstmal in den Blumentopf werfen und dann umsiedeln.
Alles andere ist mir nicht geheuer…
Ja, hier ist nun doch mal etwas los….Nachmittags fahren überwiegend Schulkinder mit den Bussen oder Frauen und Männer ohne Auto, die in ihre Dörfer zurück fahren wollen.
Links im Bild…erstes Hochhaus im Bauhausstil
Wenn die Menschen in den Bussen verschwunden sind, sieht es allerdings schon wieder, wie ausgestorben aus.
Gleich um die Ecke ist die totale Sackgasse…eine riesige Baustelle, die nun schon das zweite Jahr andauert…
Oben im Bild links die Post und rechts das Kornhaus mit Bücherei.
Zu dieser Post gehe ich immer, wenn ich meine Samenpost an euch verschicke…:-)
Hauptpost Freiberg
Früher ging an dieser großen Kreuzung auch schon der Hauptverkehr lang…
Postsäule aus dem Jahr 1723
Straße nach Frauenstein geradeaus…und Straße nach Chemnitz rechts und Straße nach Dresden links
Die genaue Angabe per Kutsche ist auch dabei…:-)
Für Frauke ein Schwarz-Weiß-Blick…schräg gegenüber von der Post
…so gefällt mir das Robert-Helmert Haus fast besser.
Es ist in natura Himmelblau….Lotta, magst du solche Häuser?
Seit ich das Schild entdeckt habe, weiß ich nun, dass Helmert ein Freiberger Erforscher der mathematischen Gestalt des Erdballs und Leiter der Internationalen Erdmessung (1886) war.
Die 12tel Blicke sammelt Tabea.
Straßenverkehr für Lotta Bunt ist die Welt