Der schneckenfeste Garten. Buchempfehlung und die Nöte einer GärtnerIn

Das Gartenjahr neigt sich dem Ende zu.
Die letzten Freilandtomaten sind vor der Krautfäule gerettet. Noch Grün hinter den Ohren, träumen sie vom mexikanischen Sommer. Sie sind neidisch auf die immer noch Frischluft genießenden gestreiften Zebras, die sich in der Pfanne bei der Gärtnerin beliebt machen. Dabei waren gerade die Zucchinis von Anfang an die Sorgenkinder im Beet.  Bereits die ersten Blätter sahen aus, wie mit Mehl bestäubt. Also wurden sie täglich (erfolglos) mit verdünnter Milch eingesprüht. Dem Wetter war das egal. Es regnete fast immer sofort, nachdem die Blätter die Milchdusche erhalten hatten.
Der Mehltau blieb. Die Gurken gingen, ohne Abschied. Einfach so waren alle Blätter Gelb.
Was die Gärtnerin aber absolut freute…..und das noch ganz überraschend…..nicht ein einziges Wesen der Gattung ‚Arion lusitanicus‘ ließ sich blicken.
Diesen wohlklingenden Namen trägt niemand anderes, als der Gartenfeind No. 1, die Nacktschnecke. Oft wird sie auch als ‚Spanische Wegschnecke‘ bezeichnet, dabei hat ein Professor von der Goethe-Universität Frankfurt erforscht, dass diese Schneckenart auf der gesamten Iberischen Halbinsel gar nicht zu finden ist. Sie ist eine in Mitteleuropa heimische Art.
Nun brauchen wir uns nur noch zu wundern, warum unsere Großeltern Salat im Bauerngarten hatten, den man nicht mit  Schweizer Käse verwechseln konnte.

 

Blick ins Buch
Die Natur ist aus dem Gleichgewicht. Der Mensch wird sich dessen immer erst bewusst, wenn irgendwo ein Plage auftritt oder akute Gesundheitsgefahr besteht.
Nochmal anknüpfend an meinen letzten Post, betont auch der Autor Wolfram Franke,
vom Buch ‚DER SCHNECKENFESTE GARTEN‘,
dass vielen Gemüsesorten, vor allem F1 Hybriden,  wichtige natürliche Abwehrstoffe gegen den Fraß von Schädlingen weggezüchtet wurden,  um sie für den Geschmack gefälliger zu machen. Auch Bitterstoffe sind unerwünscht. Wer weiß, wofür sie nützlich sind.
Die Nacktschnecke wurde bereits seit den 1950er Jahren in Westfrankreich und anderen mittel- und nordeuropäischen Ländern gefunden. Warum breitet sie sich aus? Man vermutet, dass der Schleim Schuld ist, denn auch die Tiere wollen nicht so etwas bitteres fressen.
Spricht man vom Klimawandel, dann vermutet der Autor, dass sich diese Schneckenart einfach gegenüber verschlechternden Umweltbedingungen und langanhaltenden Trockenperioden als viel robuster erwiesen hat, als andere heimische Schneckenarten.
Ich genieße also gerade meinen neuen, schneckenfreien Garten und hoffe, dass es möglichst lange noch so bleibt. Sollte mich aber wieder die Invasion heimsuchen, wie ich sie aus Freiberg gewohnt bin, werde ich die Tipps von Wolfgang Franke beherzigen.
Unterhalb des Buchtitels steht ‚auf dem Buchcover ‚Naturgemäße Abwehr‚ und ‚Robuste Pflanzen‚. Genau darum geht es in diesem Buch.
Auf chemische Methoden, wie den Einsatz von Schneckenkorn, geht er der Vollständigkeit halber auch ein, warnt aber vor den Folgen für die heimische Fauna.
Wolfram Franke erklärt, wie man Schnecken effektiv dezimieren kann.  Wie spürt man Eierverstecke auf, gerade jetzt im Herbst, eine sinnvolle Methode.
Wie halte ich Schnecken mechanisch von meinen Pflanzen fern? Was kann ich für gestärkte und gesunde Pflanzen tun, die ihre natürliche Schädlingsabwehr noch besitzen? Wo finde ich Schnecken am meisten im Garten und zu welcher Tageszeit? Und, ein Lieblingsthema vieler Gärtner….was sind schneckenresistente Pflanzen? Damit kann man sich schon eine ganze Menge Ärger ersparen.
wunderschön und schneckenresistent
Ja, und dann gibt es doch sogar noch ein paar Tiere, die uns nützlich zur Seite stehen, wenn wir der Plage überdrüssig sind. Erwähnt sei hier nur, dass Dieter Gaissmayer, Inhaber der gleichnamigen Staudengärtnerei in Illertissen, seit mehr als zehn Jahren zwischen sechs und zehn Laufenten hält, die auf dem weitläufigen Gärtnereigelände frei herumlaufen können.
Abends werden sie mit Entenfutter in den Stall gelockt. Sie richten nur geringen Schaden an im Vergleich zum hohen Nutzen.
Wolfram Franke ist mir mit seiner Einstellung zum Naturgarten ein sehr sympathischer Autor, der als ursprünglich gelernter Gärtner- und Gartenbautechniker 1980 seine journalistische Laufbahn als Redakteur bei ‚Mein schöner Garten‘ begann. Zwanzig Jahre war er Autor von ‚Kraut und Rüben‘, dem Magazin für biologisches Gärtnern.Mehr über den Gärtner….hier.

Ich finde, bei diesem dünnen Heftchen erhält man genau das Wissen, das man benötigt, um erfolgreich und biologisch gegen Schnecken vorzugehen. Die Methoden sind im  Hausgarten erprobt oder basieren auf Erfahrungen vieler Gärtner.

Der schneckenfeste Garten 
Naturgemäße Abwehr – Robuste Pflanzen*
….mit Blick ins Buch

www.blv.de

2016, blv Verlag , Broschiert, 12,99 €

ISBN 978-3-8354-1479-2

*Wenn das Buch über diesen Link bestellt wird, erhalte ich keine Provision. Ich biete diese Links nur bei Büchern und Produkten an die ich empfehle und selbst gelesen oder benutzt habe. Ich mache keine Gefälligkeitsrezensionen. Links zu Büchern und Produkten von denen ich nicht überzeugt bin, biete ich nicht an. Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Alle rechte der Fotos liegen beim Verlag.

Schmetterlinge entdecken und verstehen – Rainer Ulrich

Rezension

Die Liebe zu den Schmetterlingen hat sich bei mir erst mit dem Entstehen des ersten eigenen Gartens entwickelt. Davor konnte ich eigentlich nur das Tagpfauenauge sicher bestimmen. Über den Unterschied zwischen Fuchs  und Admiral habe ich mir wenig Gedanken gemacht und ob ich von der Existenz eines Distelfalters wusste, weiß ich heute gar nicht mehr. 
Er rannte schon als kleiner Junge den bunten Faltern auf der Wiese hinterher und notierte mit 14 bereits von jeder einzelnen Tagfalterart besondere Funde und Beobachtungen.

Der Redakteur der lokalen Saarbrücker Zeitung, Gerd Meiser, hat sein Wirken in einem Artikel zusammengefasst:
„Rainer Ulrich liebt die Tänzer im Wind. Er ist ein Forscher mit großer Leidenschaft. Es wird behauptet, er kenne jeden Schmetterling im Saarland. Er ist der, der mit den Schmetterlingen tanzt.“
Sein Buch ist den Tagfaltern Deutschlands gewidmet, von denen es alleine in Deutschland schon 190 verschiedene Arten gibt. Zusätzlich hat er die Widderchen ergänzt, so dass insgesamt 215 verschiedene Tagfalter vorgestellt werden. 
Ich habe aus dem Buch gelernt, dass die Tagfalter in Ritterfalter, Weißlinge, Edelfalter, Augenfalter, Bläulinge und Dickkopffalter eingeteilt werden ergänzt durch die ‚Kleinschmetterlinge‘ Widderchen.
Wir haben es hier aber nicht mit einem herkömmlichen Bestimungsbuch zu tun, das es im Kosmos-Verlag auch schon gibt, sondern mit einem sehr unterhaltsam geschriebenen Naturführer, der uns die Falter näher bringen soll. 
Das Buch dient trotzdem dazu, Tagfalter sicher zu bestimmen, denn der Autor gibt Anleitung, was alles dabei zu beachten ist, an welchen Stellen man bestimmte Falter überhaupt finden kann. Er spricht hier von der Plausibilitätskontrolle, was heißt, dass man den Lebensraum, die Flugzeit, das Bundesland und die Rote Liste ebenfalls beachten sollte. 
Ganz anschaulich wird jede Falterart durch wunderschöne, überwiegend von ihm selber geschossene Fotos ergänzt. Spannend sind seine tagebuchähnlichen Berichte, wie er die Falter aufgespürt hat. Ganz einprägsam war die Erzählung am Ende des Buchs, wie es passierte, dass er sich beim Beobachten des Brombeerstrauch-Perlmuttfalters 20 Hornissenstiche einhandelte. Zum Glück war er nicht allergisch…
Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und unzähliger Wanderungen durch die Natur. Die Schwierigkeiten beim Auffinden der verschiedensten Falterarten gibt Rainer Ulrich gerne an den Leser weiter. Seine Liebe zu den Schmetterlingen wirkt geradezu ansteckend und fast möchte man sich die Wanderschuhe schnappen und in eins seiner erwähnten Alpentäler fahren, um die Apollos die Felswände entlang segeln zu sehen.
Wusstet ihr schon, dass die meisten Schmetterlinge eigentlich nur ganz kurz leben und nur ganz wenige Arten 1 Jahr alt werden und überwintern? Die meiste Zeit verbringt so ein Falter fressend als Raupe oder tief schlafend als Puppe.
Auch häufige Verwechselungen, wie die von Braunauge und Mauerfuchs, werden erklärt. Es passiert sogar, dass Mauerfuchsmännchen hinter Braunaugenweibchen her sind. Also macht euch keine Gedanken, wenn ihr die beiden mal verwechselt…es irren sich sogar die Falter.
Rainer Ulrich hat auch einen eigenen Garten und sicher könnt ihr euch vorstellen, dass bei diesem Garten ganz besonderes Augenmerk auf das Ansiedeln der Schmetterlinge gelegt wird. Er beschreibt, wie er ein altes Haus mit dem normalen deutschen Einheitsgarten davor in ein Schmetterlingsparadies verwandelte. Aus einem Grundstück mit streichholzkurzem Einheitsrasen mit ausländischen Krüppelgehölzen, die er schwerzhaft als Friedhofsgrün bezeichnet, entstand ein Naturgarten mit großer Blumenwiese, Bäumen und Hecken, Tümpel, einem Nutzgarten, Trockenmauern und ein Steingarten.
Habt ihr auch Lust, euren Garten in einen naturnahen Schmetterlingsfreundlichen Garten zu verwandeln? Dann wäre dieses Buch eine gute Anleitung dafür.  Ein wichtiger Rat des Autors ist, mehr einheimische Pflanzen in den Garten zu bringen, denn daran sind die Falter seit Jahrtausenden angepasst. Mit seinen 5 Tipps zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung kann man mindestens 12 verschiedene Falterarten anlocken und dafür braucht man nicht mal einen Sommerflieder anzupflanzen. 

Ds Buch wird empfohlen von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.

und vom NABU

RAINER ULRICH:
Schmetterlinge – entdecken und verstehen
176 Seiten, 202 Fotos. Mit 20 spannenden und amüsanten Schmetterlings-Erlebnissen
Kosmos-Verlag, Stuttgart 2015
Preis: 16,99 €
ISBN 978-3-440-14529-6

Anmerkung: Wenn das Buch über diesen Link bestellt wird, erhalte ich eine kleine Provision. Ich biete diese Links nur bei Büchern und Produkten an die ich empfehle und selbst gelesen oder benutzt habe. Ich mache keine Gefälligkeitsrezensionen. Links zu Büchern und Produkten von denen ich nicht überzeugt bin, biete ich nicht an. Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Alle rechte der Fotos liegen beim Verlag.

100 kreative Gartenprojekte von Malena Skote

Bei der großen Trockenheit im Juni hatte ich oft ein schlechtes Gewissen, dass ich meine Pflanzen immer mit Trinkwasser gieße. Besser wäre, wenn man das Wasser, das in der Fränkischen Wüste nur spärlich vom Himmel kommt, wenigstens auch auffangen könnte. Nur, die Kunststoff-Regentonnen der Baumärkte finde ich alle ziemlich grässlich und nicht tauglich, um sie hier, für alle sichtbar an der Terrasse aufzustellen.
Eine andere Möglichkeit wäre, einen Wünschelrutengänger zu engagieren und eine Wasserader für einem Brunnen zu finden….gibt es ja wirklich, solche begabten Menschen …:-) Aber die sind immer ausgebucht.
Dann fiel mir ein Buch in meinem Bücherschrank ins Auge.
100 kreative Gartenprojekte….war da nicht auch was mit Regentonnen drin?

Schnell durchgeblättert und tatsächlich fand sich dort eine Bauanleitung zur Verkleidung häßlicher Plastiktonnen. 
Die dürfte nun sogar Blau oder Grün sein. Hinter dem Holzkleid versteckt, könnte sie die perfekte Schwester des Mini-Fassteichs werden.

Für die Umrandung braucht es nur wenige Materialien und ein bisschen Lust auf DIY-Projekte.
So sind alle Projekte im Buch auch einfach und schnell durchführbar ohne dass man die Maurer- oder Schreinerlehre besucht hat.
Die schwedische Autorin, Malena Skote, ist von Beruf Architektin und verwendet viele preiswerte Materialien ihrer Branche, wie Lochbänder, Bewehrungsmatten oder Bewehrungseisen. Es gibt aber auch etliche Projekte aus Holz oder Weidenruten.
Schnell gemacht sind die Nisthilfen für Wildbienen und auch an die Hummeln wird gedacht. Weniger gut ist nur, dass unten Links die Bohrlöcher ins Stirnholz gebohrt werden. Das führt schnell zu Rissen im Stamm. Damit kann Feuchtigkeit eindringen und Fäulnis ins Innere der Röhren dringen.
Eine Seite weiter gibt es sogar eine Bauanleitung für einen Schmetterlingskasten.

In meiner Lieblings-Staudengärtnerei gibt es eine große Auswahl an (sehr teuren) ehemaligen Futtertrögen der fränkischen Bauern. Wunderschön aus Sandstein und ideal zum Bepflanzen für Semperviven.
Kann man aber fast genau so auch selber machen….:-)
Hypertufa heißt das Zauberwort und das Rezept dazu gibt es im Buch. Das Ergebnis der DIY Tröge ähnelt absolut dem porigen, löcherigen Kalkstein. Muss ich unbedingt ausprobieren…..
Braucht die eine oder andere Kletterpflanze noch ein Rankgerüst, und hat man vielleicht auch noch so riesige Haselbüsche im Garten, wie ich hier, die dringend mal geschnitten werden müssen, dann schnell ans Werk. Als Rankleiter oder Obelisk sind die biegsamen Ruten eine ansehnliche Lösung.

Im Buch findet ihr außerdem Sichtschutzelemente, Pergolas, Mosaikgestaltung, Bemaltes und sogar Gehäkeltes. Auch die Vögel im Winter kommen nicht zu kurz.
Die meisten Fotos stammen von Malena Skote selbst und als Architektin hat sie auch ihre zeichnerischen Fähigkeiten mit eingebracht.
Ich werde dieses Buch sicher noch öfters zur Hand nehmen. Es ist nicht nur ein Anleitungsbuch sondern vor allem auch ein Buch, in dem man sich Anregungen für den eigenen Garten holen kann.
Vor zwei Jahren hatte ich das Buch  auf der Leipziger Buchmesse am Stand des LV-Verlags entdeckt. Beim durchblättern gefiel es mir so gut, dass ich mir vorgenommen hatte, es als Rezensionsexemplar zu bestellen. 
Vielen Dank an Buchkontakt für das Zusenden dieses kreativen Gartenbuchs.

100 kreative Gartenprojekte von Malena Skote
Einfache Projekte von Hochbeet bis Herbstkranz

Landwirtschaftsverlag

Hardcover, 19, 95 EUR

ISBN 9783-3-7843-5351-7

Immer der Nase nach im Aromagarten Erlangen

Einmal im  Jahr lädt der Botanische Garten der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zum Aromagartenfest in den duftenden Kräutergarten an der Schwabach ein. Es gibt einige interessante Führungen zu verschiedenen Themen durch den Garten, u.a. von Katrin Simon, Dr. Elke Puchtler und dem Schmetterlingsexperten Stefan Mümmler
Pflanzen können an einem kleinen Kräuterverkaufsstand erworben werden und einige Kräuter können kreativ zu Duftkissen oder Eßbarem verarbeitet werden. 

Es gab eine Zeit, als ich öfters an dem Garten vorbei geradelt bin, wenn ich auf dem Weg in die Stadt unterwegs war. Das ist aber inzwischen fast 10 Jahre her und ich war doch neugierig, was sich dort inzwischen verändert hat. Einen Foto-Vergleich habe ich nicht mehr, aber ein Garten wird meistens mit der Zeit immer schöner, wenn er eingewachsen ist und so ist es auch mit diesem herrlichen Duftgarten. Dazu kommt vielleicht, dass ich inzwischen mehr Pflanzen kenne, als das früher der Fall war. Dann geht man doch mit anderen Augen durch die Kräuterlandschaft.

Zu den Aromapflanzen zählen Kräuter, die Ätherische Öle, schwefelhaltige Aromavorstufen in Lauch-Gewächsen, Senföle in Kreuzblütlern, Bitterstoffe oder Scharfstoffe enthalten. Sie können als Arznei, Gewürz und für Kosmetik verwendet werden. So ist das Naschen an einem Wermut-Blatt nicht unbedingt ein angenehmes Geschmackserlebnis, aber Kosten an bekannten Blättern ist hier erlaubt. Man sollte sich aber auskennen…..
Seit der Eröffnung des Gartens 1981 entstand hier eine Vielfalt von ca. 120 heimischen und auch exotischen Arten, die mit ihrem Duft die Nase verwöhnen. Ganz besonders natürlich jetzt im Juni. 
Ursprünglich wurde der Garten zu Forschungszwecken angelegt und diente dem Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie als Experimentierfläche.

Die eigentlich riesige gelbe Königskerze wird an einer Stelle noch vom Medizinalrhabarber (Rheuma palmatum), einer uralten Heilpflanze,  übertrumpft (oben rechts).

Inzwischen für Besucher offen, fühlt man sich entlang der Kalkschotterwege und der kleinen Hügel ein bisschen wie im Urlaub in Italien oder Südfrankreich. 
Der rote Klatschmohn hat sich vermutlich von alleine eingefunden, genau wie die Königskerzen. In meinem Garten ist das gerade ähnlich….hier darf aber bleiben, was auch den Insekten und dem Auge gefällt. 
Zusammen mit Wimper-Perlgras lassen Färberkamille, Schafgarbe und Kartäusernelken ein Bild entstehen, wie von der Natur geschaffen. Die meisten Pflanzen samen sich aus und müssen dann doch im Zaum gehalten werden, damit es immer noch ansprechend aussieht und nicht verwildert.
In der Ecke für die Salbeiarten ist der Muskatellersalbei der König unter den Pflanzen….ich habe ihn gerade im Garten und freue mich täglich an dieser stattlichen Staude mit dem besonderen Duft.
Natürlich dürfen duftende Rosen in so einem Aromagarten nicht fehlen. 
Schon von weitem wird man von einem Duft im Moment ganz besonders angezogen. Er lockt die Bienen in Scharen an…..und die Pflanze hat fast meine Höhe. Es ist also auch im stehen möglich, daran zu schnuppern…..
Da der Garten zum Botanischen Garten gehört, sind an den Pflanzen Schilder angebracht. Sonst hätte ich es nicht gewusst.
Es handelt sich um die Seidenpflanze, Asclepias syriaca, auch Wild Cotton.
Sie steht jetzt auf meiner Wunschliste ganz oben….:-)
Nun gehen wir noch zum Kräuterstand, der sich ganz passend neben der Blumenwiese befand, so dass sich die Bienen gleich über den dort angebotenen Bienenpflanzennektar hermachen konnten.
Bei den Teepflanzen aus dem Koffer reiste dann eine weißblühende Melisse zu mir nach Hause, die ihr Aroma auch nach dem Trocknen noch behalten soll.
Der Vortrag von Stefan Mümmler zur Entwicklung eines Distelfalters war ziemlich interessant, da er sogar Distelfalterraupen, Eier, Puppen und gerade geschlüpfte Falter zum Freilassen in die Natur dabei hatte.
Diesen Aromagarten, den Botanischen Garten Erlangen und noch 35 andere Kräutergärten in Bayern findet ihr auch im Buch
Bayerns schönste Kräutergärten von Marion Reinhardt, eine Kräuterexpertin, die ich ehrlich gesagt um die Recherche zu diesem Buch beneide…..:-)) 
Heilpflanzen, Gewürze und Wildkräuter entdecken
aus dem volk.verlag Bayern, Hardcover, 24,90 EUR
Es ist eins meiner Lieblingsbücher im Moment und ich habe mich riesig gefreut über dieses Geschenk von ihr, die mich ursprünglich zum Bloggen inspiriert hat……..
Naturdonnerstag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe