Lost Places #11

Der heutige Lost Place begegnete mir zufällig auf einer Wanderung durch das Trubachtal der Fränkischen Schweiz. Wenn man den Weg im Luftkurort Egloffstein zur Burg nach oben geht, kommt man am Marktplatz und diesem verlassenen Haus vorbei, das sofort auffällt.
Das alte Rathaus ist das zweitälteste Gebäude von Egloffstein aus dem Jahr 1358 und es steht sicher schon längere Zeit leer. Im Netz habe ich dazu folgendes gefunden:
Eine Architekturstudentin hat sich damit beschäftigt, wie eine zukünftige Nutzung des Gebäudes aussehen könnte, allerdings sei die Sanierung zu kostspielig durch die inzwischen vorhandenen Bauschäden. Aufgrund der touristischen Gegend konnte sie sich vorstellen, im Erdgeschoss Ausstellungsräume einzurichten. 
Im Gegenzug dazu befürworten einige Gemeinderäte einen Abriss des Hauses, um dringend benötigte Parkplätze zu schaffen…

Eine Rettung des Gebäudes bräuchte also, wie so oft, einen finanzkräftigen Liebhaber……

Kein Lost Place ist dagegen die Burg Egloffstein, das älteste Gebäude des Ortes aus der Zeit um 1150, das sich immer noch im Privatbesitz des Freiherren v.u.zu Egloffstein befindet. Im Schloss gibt es Ferienwohnungen mit herrlichem Ausblick ins Trubachtal.

Dieser November hatte überwiegend grauen Himmel und auch Frost bis -6 Grad gab es schon. 
Ganz selten gab es aber auch Tage, wie diese, wenn nach tagelangem Regen die Sonne zum Vorschein kam. 
Für Lottas Novemberstimmung ein Foto aus der Fränkischen Schweiz.

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Gibt es noch mehr Lost Places? Dann könnt ihr sie hier verlinken, auch noch nach dem 20.12.

Lost Places #7 Pozellanwerk Freiberg

Seit 110 Jahren wird in Freiberg Porzellan hergestellt. Anlässlich dieses Jubiläums gibt es im Stadt- und Bergbaumuseum vom 2.7. – 30.10.2016 die Ausstellung ‚Weiße Diamanten‘. Bevor wir aber in diese Ausstellung gehen, schauen wir mal, wie es angefangen hat mit der Freiberger Porzellanherstellung.

Freiberg war, was viele vielleicht gar nicht wissen, an der Erfindung des europäischen Hartporzellans beteiligt.
‚Gottfried Pabst von Ohain, der Freiberger Oberzehntner und beste Hüttenfachmann Sachsens, beaufsichtigte im Auftrag von König August II. seit 1701 die Goldherstellungsversuche von Johann Friedrich Böttger.

‚Nachdem Pabst von Ohain die Unmöglichkeit eines Erfolges beschrieben hatte, wurden die Versuche unter Leitung von Ehrenfried Walther von Tschirnhaus und Abraham von Schönberg auf die Herstellung europäischen Porzellans aufgenommen. 
In Dresden entstand ein alchimistisches Laboratorium in dem unter Regie Pabst von Ohains Freiberger Hüttenleute gemeinsam mit Böttger Versuche zur Porzellanherstellung unternahmen, bei deren Weiterführung auf der Albrechtsburg 1706 zunächst das rote Böttgersteinzeug entstand. Nachdem Ohain die Verwendung von Weißer Erde vom Heidelsberg bei Aue und Alabaster angeregt hatte und Tschirnhaus 1708 die Herstellung des ersten europäischen Porzellans gelungen war, wurde das Verfahren zur Herstellung des Meißner Porzellans durch Böttger verbessert und 1710 die Porzellanmanufaktur Meißen zur Aufnahme der Serienfertigung eingerichtet.“ Quelle Wikipedia


Nicht verwunderlich also, dass in Freiberg nach Rückgang des Bergbaus im Jahre 1906 das erste Mal eigenes Porzellan hergestellt wurde, ursprünglich als Zweigstelle der Porzellanfabrik Kahla.
Es wurden Hochspannungsisolatoren, aber auch Haushaltsporzellan gefertigt. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise wurde das Unternehmen 1932 stillgelegt. Dieses erste Werk an der Frauensteiner Straße wurde vor einigen Jahren zu einem großen Teil abgerissen. 
In einem Teil befindet sich heute das Landratsamt.
Nach dem 2.WK begann 1945 erneut die Fertigung von Freiberger Porzellan im Gebäude der ehemaligen Hildebrandschen Fabrik am Davidschacht, Himmelfahrtsgasse 8 und 1946 wurde die Freiberger Porzellan GmbH gegründet.
Und dieses Gebäude ist heute ein Lost Place. 

Diesmal handelt es sich um ein riesiges Gebäude über mehrere Etagen. Da es den Rahmen sprengen würde, heute nur mal ein kurzer Ausflug nach innen…
Durch die kaputten Fenster flogen Vögel aus und ein…vielleicht entdeckt ihr das Rotschwänzchen?
Riesige Werkhallen im ganzen Gebäude….
Überall kaputtes Porzellan am Boden….

Unheimliche Treppenaufgänge
Türen….
Küche und Sanitäranlagen…
Aber auch tolle Ausblicke

Graffiti gibts natürlich auch…

Ganz exklusiv ging es unter dem Dach zu…
1960-62 wurde eine neue Produktionshalle von 108 m Länge angebaut.
Das Freiberger Porzellan erhielt mehrfach Messegold in Leipzig.
1969 wurde das Kombinat ‚vereinigte Porzellanwerke Colditz‘ gegründet, mit Freiberg als Bestandteil   des Zusammenschlusses.

Auch nach 1990 wurde noch weiter produziert. Der Betrieb lief durch mehrere Besitzer…
Kaum zu glauben, dass so ein Gebäude nun einfach so verlassen in der Gegend herumsteht.

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Seit 2000 produziert die Firma Freiberger Porzellan am neuen Standort an der Zuger Straße und hat längst nicht mehr die Größe von früher.

Geschichtswissen aus dem Buch
Freiberg und Umgebung
Die Geschichte von Menschen und Unternehmen der Berg- und Universitätsstadt
ISBN 3-9805699-0-X 
Altmühltal-Verlag

Als nächstes folgt ein Besuch der Ausstellung ‚Weiße Diamanten‚. 
Hier unten könnt ihr eure Lost Places verlinken.

Lost Places #6 – Spritfabrik Stölzner Freiberg

An der Brander Straße 12 in Freiberg fahren täglich unzählige Autos vorbei.
Ein Gebäude, das schon über hundert Jahre zum Stadtbild der Gegend hinter dem Bahnhof gehört.
Ein Lost Place, der schon wichtigere Zeiten gesehen hat. 

Das Produktionsgebäude der ehemaligen Spritfabrik Gustav Stölzner stammt ungefähr aus dem Jahr 1910 sagt die Liste der Kulturdenkmäler Freibergs, obwohl die Firma schon im 19.Jahrhundert gegründet worden ist.
Heute wird das vordere Wohnhaus (links) bewohnt und im hinteren Teil der Firma gibt es noch einen Reifenservice.
Das Fabrikgebäude rings um den Turm steht leer.
Neue Bepflanzung neben alter
Man findet geschichtlich nicht viel darüber im Internet. Auch meine Freiberg-Bücher über alte Industrie in Freiberg enthalten diese Firma nicht.
Ich müsste vermutlich mal einen alten Freiberger zu dem Thema ausfragen.
Beim Googeln wird man nur fündig, dass ein ehemaliger Mitarbeiter der Spritfirma Stölzner sich selbständig gemacht hat und die Getränke-Firma Schneider&Berger gründete, die heute immer noch existiert.
Die Freiberger Magenwürze  war vermutlich ein größerer Kassenschlager, als Produkte von Stölzner und deshalb findet man nicht viel darüber.
1963 wird die Herstellung und Auslieferung von Brennspiritus und Primasprit von Schneider&Berger an Stölzner abgegeben. 
Damit endet meine Recherche. In allen weiteren Berichten über Spirituosen in Freiberg ist nur noch von Schneider&Berger die Rede und natürlich von der Freiberger Brauerei.
Im rechten hinteren Teil versucht die Natur, sich ihren Teil zurück zu erobern.
Ein bisschen mulmig wird es mir dann immer, aber es ist auch spannend.
Auch ein Blick  nach innen lässt nichts mehr von der früheren Spritfabrik erkennen…
Weiter nach hinten habe ich mich dann auch nicht mehr getraut, weil dort gearbeitet wurde.
Kurzzeitig hatte ich Besuch von einem ziemlich mageren roten Kater, der hier wohl zu Hause war.
Im Hintergrund sieht man die Rückseite des Bahngeländes mit einem stillgelegten Teil und ganz auf der anderen Seite die ehemalige Besteckfabrik Freiberg mit dem grünen Dach, die zu einem Hotel umgebaut wurde.
Also wohlgenährt war der Kater keinesfalls.
Und wenig später kam noch seine Freundin…und ließ sich von mir kraulen.
Gegenüber war der Bewuchs der verlassenen Bahnstrecke etwas spannender.
Bahnschienen-Pflanzen
Am blühenden Natternkopf ‚Echium vulgare‘ tummelten sich die Insekten. Leider war das Zoom nicht ausreichend und über die Absperrung wollte ich auch nicht steigen.
So sieht es bei einem Lost Place auf dem ehemaligen PAMA-Gelände gegenüber aus…dort konnte ich näher an den Natternkopf rangehen.
Wer mag, kann sich gerne hier unten bis zum 19.07. mit anderen Lost Places verlinken.
Ich freue mich sehr über eure Beitrage. 
12 Verlinkungen sind das letzte mal bei Lost Places #5 zusammengekommen.

Verlinkt mit Schwarz-Weiß-Blick

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Lost Places #5 Schloss Droyßig

Heute, aus aktuellem Anlass mal ein Lost Place, der mir ganz zufällig auf unserer Radtour entlang der Weißen Elster begegnet ist.
Nachdem wir den Samstag-Abend zuerst mit einem Einkauf am Ziegenhof in Schleckweda begonnen hatten und anschließend noch bei der Versteigerung des Pfingstbaums in Wetterzeube Geld in die Gemeindekasse geworfen hatten, mussten wir noch den Droyßiger Berg bezwingen und zu unserer Unterkunft ‚Waldpension‘ in Droyßig radeln. 
Nachdem es dort aber nichts zu essen gab, erkundeten wir den kleinen Ort und landeten in der Schlossgaststätte eines wunderschönen sehr alten Gemäuers. Von diesem renovierten Teil gibt es keine Fotos. 
Dafür von dem benachbarten, verlassenen Schlossgebäude, das einen unwahrscheinlich nostalgischen Charme versprühte.
Fast würde es mir Leid tun, wenn dieser historische Teil renoviert werden würde…und diese Meinung kommt ganz selten bei mir vor.
Droyßig ist eine Gemeinde des Burgenlandkreises in Sachsen-Anhalt, nicht weit entfernt von der Autobahn A9 und vom Tal der Weißen Elster. 
Erstmals wurde die Stadt 1170 urkundlich erwähnt.
Das Schloss Droyßig wurde Anfang des 13. Jahrhunderts von Kreuzrittern als Mittelalterliche Burganlage errichtet, um einen wichtigen Straßenkreuzungspunkt zu sichern.
Es gibt einen großen Schlosspark am Schloss, aber das Wetter war miserabel, wie man nun auch am Himmelsgrau sieht. Es regnete am Sonntag-Morgen und dazu war es eiskalt, aber das Schloss wollte ich unbedingt noch mal im Hellen besichtigen.
Anfang des 17. Jahrhunderts wurde die alte Burg zum Schloss umgebaut, was man heute noch gut erkennen kann, da die Grundmauern erhalten geblieben sind.
Die Schlosskirche wurde nach Abbruch der ehemaligen Befestigungsanlage auf dem Burggraben errichtet, aber sie wurde niemals fertiggestellt.
Schon immer ein Lost Place.
Wunderschön ist der uralte Efeu, der sich an dem Gemäuer entlangwindet. 
Das alleine scheint mir schon ein schützenswertes Naturdenkmal zu sein.
Man gelangt ohne Eintritt auch in den Innenhof des Schlosses und dort hat man sofort das Gefühl, vor einer Filmkulisse für Rapunzel zu stehen.
Meine Vorliebe für alte Türen und Torbögen kennt ihr ja schon….
Wer mag wohl schon alles auf dieser Bank gesessen haben?
Und nochmal Zoom auf den Boden…Maiglöckchen als Ritzenblümchen.

Unter diesem Post dürft ihr euch nun wieder mit anderen Lost Places verlinken. 
Die Verlinkung ist bis zum 19.06. möglich.

Lost Places 4 – Feinkost Leipzig

Wer sich mit Leipzig auskennt, wird sich jetzt fragen, was an der Feinkost denn ein Lost Place ist…?

Diesmal ist es kein vollständiger Lost Place, dafür aber teilweise und ich möchte zeigen, was man in Leipzig aus einem Lost Place tolles gezaubert hat, ohne einen großen Investor zu benötigen, auch wenn es noch einige ungenutzte Bereiche gibt.
Der Platz ist authentisch…ein Paradies für Fotografen.
Mein Anliegen ist es, Lost Places zu fotografieren, um zu zeigen, was für Potential alte Bauwerke haben.
Mir gefällt es nicht, nur über die Baufälligkeit zu jammern und wie schlimm das doch alles aussieht.
Es soll viel mehr eine Anregung sein, Lost Places wiederzubeleben, wenn sie noch erhalten werden können. Das war zum Beispiel auch das Anliegen des Fotobandes Lost Places Leipzig.
Rechts unterhalb der Feinkost-Schrift befindet sich ein Plakat
Menschenrechte
statt
Rechte Menschen

Die Feinkost Leipzig befindet sich in der Karl-Liebknecht-Straße 36 und fällt dem fotografisch geschulten Auge sofort auf.
Das Gebäude gehört zur Kneipenmeile von Leipzig, wo abends immer was los ist.
Südvorstadt Leipzig
Wenn du bei deinem Lieblings-Italiener keinen Platz bekommst, versuchst du es eben nebenan und wenn der auch voll ist, gibt es noch einen nebenan…oder du gönnst dir Spanische Tapas auf der anderen Straßenseite….:-)
Im Biergarten kannst du schon im März sitzen, wenn das Gasfeuer neben dir lodert. So habe ich zumindest diesen Tag beendet…:-) siehe letztes Foto
Rechtes Tor mit ‚Kost‘
Was auf dem linken Tor steht ist ja klar….
Ich bin  kurz vor meinem Messeausflug dort langgeschlendert und fand mich kurze Zeit später im schönsten Kinderbuchladen Leipzigs wieder….Serifee, nennt er sich.
Im Laden habe ich mir nicht getraut, zu fotografieren, aber ich habe ganz nett mit dem Inhaber von nebenan geschwatzt….mit Rene Pölzing vom Kapitaldruck Leipzig. Das war eigentlich besser, als der ganze Messebesuch anschließend…
…mal vom tollen Bloggertreffen mit Lotta und Gretel abgesehen….:-)
Vor dem Kinderbauchladen,
ich bin begeistert…gibt es einen tollen Sandkasten mit Rundumsitzbank, falls sich deine Kinder gerade nicht für Bücher interessieren oder du noch in den Kapitaldruck möchtest.
Die Farben an der Wand sind im Logo der Kunst- und Gewerbegenossenschaft Feinkost eG verankert.
Auf der Webseite stehen interessante Infos zur Geschichte des Gebäudes.
Der Innenhof wird ganz vielseitig für Veranstaltungen, Flohmärkte, Konzerte etc. verwendet.
Drachen fliegen durch die Luft….
Der hatte eine prima Aussicht über den ganzen Innenhof
Sogar ein Architekturbüro ist hier heimisch geworden.
Eine tolle, inspirierende Arbeitsumgebung.
Welche kreativen Menschen dort noch zu finden sind, kannst du hier nachlesen.
Zum Schluss noch ein Kulturdenkmal von der Fassade…. die Löffelfamilie..:-)
Die Leuchtreklame VEB Feinkost Leipzig leuchtet abends auf Wunsch per Anruf oder SMS.
Wenn du die Löffelfamilie regulär leuchten und löffeln sehen willst, geht das für 90 Minuten nach Einbruch der Dämmerung. Die Beleuchtung wird von einer Astro-Uhr gesteuert.

Letzten Samstag sind wir wieder dort gewesen…und ich hatte ganz vergessen, was ich hier fotografiert hatte.
Das Karlibeben macht es unmöglich, dort einen Parkplatz zu finden. 
Meine Schwester war bereits geflüchtet….:-)
Ein ziemlich weltoffenes, fröhliches Treiben…:-)
Ein Leipziger Straßenfest der besonderen Art.

Jetzt nur noch ein letztes Foto vom Messe-Abend im Biergarten in der Karli.

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Unter diesem Betrag freue ich mich auf eure Beiträge, die aktuelle Lost Places, aber auch ehemalige Lost Places sein dürfen.

Lost Places Leipzig – Altes Gasometer

Nein, heute ist noch nicht der zwanzigste des Monats, aber trotzdem gibt es heute einen Lost Place vorab, da ich testen möchte, ob mir das Gebäude in Schwarz-Weiß auch so gut gefällt, wie in Farbe.
Abseits des Buchmesse-Besuchs in meiner Leipziger Heimat war ich mit meinem Schwager in Richtung Kohlrabizirkus unterwegs. Er wollte Kontakte zu einem Modelleisenbahner knüpfen. Nach meinem kurzen Aufschrei, dass wir gerade am Great Barrier Reef vorbeigefahren sind, trat er die Bremse abrupt und wendete…..extra für mich.
Ganz verblüfft war er dann, als ich gar nicht zum Barrier Reef im Asisi-Panometer wollte, sondern mich mit dem Gebäude nebenan zufrieden gab. Ohne Eintritt gibt es dort in Natura zu sehen, was Asisi dazu inspiriert hat, meterhohe 360° Rundpanoramen zu entwerfen.

Mir ist aufgefallen, dass ich für die allgemeine Fotografie ein ganz brauchbares Allround-Objektiv besitze, aber für die Architektur-Fotografier wahrscheinlich ein ordentliches Weitwinkelobjektiv benötige.
Ich bin seit letzter Woche von den Freiberger Fotofreunden aufgenommen wurden, was eine besonders große Freude für mich ist. Ein 66 Jahre alter Freiberger Traditionsverein.
Dort ist in diesem Jahr das Thema Architektur-Fotografie.
Falls jemand ein gutes Buch über das Thema weiß, bin ich gerne für Ratschläge dankbar.
Außen am Gasometer ist noch die alte Gasuhr zu sehen.

Jetzt folgen noch ein paar Eindrücke in Farbe….
Trotz der Rundungen ist mir aufgefallen, dass ich vieles in Hochformat festgehalten habe.
Leider kann man nicht hoch auf die oberen Reihen..für andre Perspektiven wäre das toll gewesen.
Falls ihr mal in Leipzig seid, schaut unbedingt dort vorbei.
Ghislana von den Jahreszeitenbriefen hat schon mal wunderschöne Fotos vom Asisi Panometer mit der Ausstellung ‚Great Barrier Reef‘ gezeigt.
Danach sind wir aber noch zum Kohlrabizirkus gedüst…
Das Historische Gebäude mit sehenswerter Architektur ist allerdings kein Lost Place mehr…es wird für Konzerte, Ausstellungen, Flohmärkte, Kreativmessen uvm genutzt.
Seit gestern bin ich stolze Besitzerin des Buches 
Lost Places Leipzig aus dem Mitteldeutschen Verlag.
Wer sich für Lost Places interessiert, wird dort mehrere Städte wiederfinden…wer weiß, vielleicht irgendwann auch Freiberg….:-)

Neues aus dem Lost Garden

Es ist schon wieder eine ganze Weile her, dass ich Fotos vom Lost Garden gesammelt habe. 
Letztes mal erwartete mich dort ja ein Schneeglöckchen- und Primel-Paradies und im Vorgarten die geliebten Märzenbecher. 
Diesmal war es ziemlich Blau…..
Hinter diesem Tor verbarg sich schon wieder ein neues Paradies….:-)
Oben das Beet gleich bei der Einfahrt hinter dem Tor.
Weil ich noch so in Gedanken war und in voller Vorfreude, was mich wohl im hinteren Garten erwarten wird,, bin ich dann etwas zu schnell um die Ecke geschossen. 
Beinahe hätte es mich ganz unfreiwillig hingelegt….am Mittwoch hatte es mehrfach gehagelt und das Moos auf den Steinen war ziemlich nass. Also, meine Warnung an euch….immer langsam und vorsichtig gehen, wenn man Lost Places aufsucht. Ich hatte den Fotoapparat in der Hand und will mir lieber nicht vorstellen, was da beinahe passiert wäre.
Als erstes schaut man hier auf das Birnenspalier an der Hauswand, das bald blühen wird und der Blick auf den Boden sagt sicher alles….ich hab natürlich nur nach oben geschaut, aber es ist ja zum Glück noch mal gut gegangen.
Am Mittwoch war das absolut typische Aprilwetter….kurz nach dem Hagel  schien die Sonne.
Der erste Blick in den Garten, der früher als Wäscheplatz diente.
Hinter dem Gartenhäuschen geht es in den Nutzgarten.
Na, hab ich zu viel versprochen…ein Paradies…ein Blausternchen-Paradies, nur unterbrochen von wunderschönen kleinen Schlüsselblumen/ Primeln in verschiedenen Farben.
Ich war ganz vorsichtig mit dem Betreten der Fläche…aber ein paar Fotos aus der Nähe wollte ich schon haben…:-)
Vielleicht schimpfen die Nachbarn ja doch nicht, wenn es so wunderschön nebenan blüht….?
Hier hat die Sonne sich leider versteckt….aber man kann sich das Wetter nicht immer aussuchen.
Ich will es ja auch nicht übertreiben mit meinen Besuchen im Lost Garden.
Außerdem ist der Wow-Effekt größer, wenn man einen Monat wartet, bis man wieder Neues entdecken kann.
Hier könnt ihr sehen, dass ich nichts verändert habe…die Blumentöpfe liegen noch genau so da.

Und wegen diesen Stapeln werden die Nachbarn mit Sicherheit so unglücklich sein…
Markus Gastl vom Hortus-Netzwerk (Hortus insectorum und Hortus felix) wäre dagegen sicher begeistert.
Ein Paradies auch für die Insektenwelt…unberührte Natur.
Überall Holzstapel und Ziegelstein-Berge.
Aber das Bild entspricht natürlich gar nicht der Deutschen Ordnungsnorm….:-)
Das Haus sieht ja auch ziemlich kaputt aus, dabei wurde es von einem bekannten Freiberger Architekten gebaut, der auch das erste Hochhaus Freibergs im Bauhausstil (1928) in der Bahnhofstraße gebaut hat.
Was meint ihr…soll ich dem alten Mann mal eine nette Karte schreiben?
Eigentlich würde ich ihn gerne mal kennenlernen…:-))
Jetzt freue ich mich aber erstmal auf das nächste mal….:-)

Die nächsten Lost Places gibt es wieder am 20.April.
Verlinken kann man sich aber immer zum aktuellen Projekt, also zu den Lost Places #3.

Lost Places #3 – Zittau Altes Zollhaus

Normalerweise sammele ich Fotos von Lost Places aus Freiberg, aber diesmal liegt mir ein ganz besonderer Ort in Zittau am Herzen.
Es ist nicht irgendein Lost Place, sondern mein eigener, ganz persönlicher verlassener Ort.
Während meiner Studienzeit in Dresden hatten wir eine kleine Wohnung am Studienort meines Mannes.
Er musste aus dem Wohnheim ausziehen, da man dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Uni nicht mehr wohnen durfte. Das ganze spielte sich 1989/90 ab und Wohnraum war immer noch sehr knapp. Die wenigen verfügbaren Wohnungen waren im katastrophalen Zustand…heute würde der Tierschutzverein kommen, wenn man seine Katze so wohnen lassen würde…..:-)
Letztes Jahr waren wir mal wieder dort schauen….leider war nicht mehr viel übrig und die obere Etage, in der wir gewohnt haben, auf Nimmerwiedersehen verloren.

Februar 2015
Wir waren gerade auf der Durchreise zu unserem schönen Ferienort im Riesengebirge, als sich uns dieser erschütternde Anblick bot. Das Gelände war großräumig abgezäunt und ich musste die Fotos durch den Maschendrahtzaun machen. Das beobachtete ein Mann, der gerade auf seinem Sonntagsspaziergang unterwegs war und er fragte mich natürlich, warum ich diese Mauerreste  fotografiere.
Man sieht ja nicht viele Menschen, die Ruinen fotografieren…..:-)
Er erzählte mir, dass nach einem großen Brand das Gebäude schwer geschädigt wurde und anschließend der Rest in sich zusammenviel.
Aber er machte mir Hoffnung, dass die denkmalgeschützten Fenster in einem neuen renovierten Gebäude zu sehen sein würden. Ich glaube, er mochte dieses Haus auch sehr und fand seinen Untergang sehr traurig…..meinen Gemütszustand konnte ich gar  nicht beschreiben….
Ich lasse die Fotos auch erstmal so schief, wie ich sie fotografiert habe…ich konnte mich damals gar nicht richtig konzentrieren….und ich konnte nur das Objektiv durch den Maschendraht schieben.

Ich kann mich noch gut an unseren riesengroßen Schlüssel erinnern, mit dem wir durch die Tür mussten. Findet man heute überwiegend in alten Burgen und Schlössern.
Dieses große Teil zu verlieren, war fast ausgeschlossen….
Wir wohnten unterm Dach mit Zimmern, die von einem riesigen Gemeinschafts-Flur abgingen.
Denn ursprünglich war das Gebäude ein Altes Zollhaus.

Für alle, die jetzt schnell auf Google Maps springen müssen…Zittau liegt im Dreiländereck Deutschland, Tschechien und Polen.



Wir hatten alte Kachelöfen in den Zimmern, für die man vom Hinterhof die Kohlen bis unters Dach schleppen musste….natürlich ohne Fahrstuhl.
Auch der Umzug gestaltete sich nicht einfach. Erst mussten große Leitern beschafft werden, um an die Decken heranzukommen…die genauen Maße habe ich leider nicht mehr im Kopf.
Das Dach über unserer Wohnzimmerdecke war zum Glück trocken…:-)
Mein Mann hatte allerdings nachts öfters Alpträume, dass es aufs Betttropfen würde.
Unsere beiden Nachbaromis kamen ein paar mal jammernd bei uns vorbei. ob wir ihnen nicht mal wieder das Dach über ihrem Wohnzimmer reparieren könnten….es tropfte auf den Fernseher.

Schade, dass ich davon kein Foto habe, aber Omi Nr. 1 hatte tatsächlich einen Regenschirm über dem TV-Platz…..:-) Damals war das natürlich nicht zum Lachen.
Zittau, Altes Zollhaus, Herwigsdorfer Straße 2
Wenn wir duschen oder Baden wollten, mussten wir einen großen Badeofen anheizen, um nicht in der kalten Badewanne zu erfrieren.
Die Toilette hatten wir in WG mit Omi Nr. 2, eine ganz liebe Frau, die aus dem Sudetenland vertrieben war.
In der Küche heizten wir mit einem alten Kohleherd, wie aus Omas Zeiten.
Na ja, ich war ja froh über diese Wohnung, denn unsere Freunde hatte es schlimmer erwischt….ein Plumpsklo auf halber Treppe…..:-( Und in Zittau ist es ähnlich kalt, wie in Freiberg.
Das folgende Foto stammt von einem Zittauer Fotografen, der mir netterweise die Erlaubnis gegeben hat, es zu veröffentlichen.
Hier sieht man doch tatsächlich, wo wir oben rechts gewohnt haben. 
Die Aufnahme stammt aus der ersten Zeit nach dem Brand.
Quelle Mario Israel  Zittau
Hier könnt ihr lesen, was mit dem Haus passiert ist. Es gibt wunderbar gruselige 360° Fotos eines Fotografen, der sich Jens Ruppert nennt und seinen Bericht dazu:

Die Ruine des alten (ehemaligen) Zollhauses in Zittau, lange Zeit leerstehend fiel dann einer Brandstiftung zum Opfer. Das komplette obere Dachgeschoss ist ausgebrannt, dadurch dem Regen preisgegeben. Nach und nach, wie hier auf dem Foto zu erkennen, brechen die Decken durch. Man hört, wenn nur leicht der Wind geht, ein beständiges Knacken und Rieseln im Inneren. Im Nachgang des Fotos wird man sich des Risikos erstmal bewusst.


Es gibt auch andere Fotografen, die den Ort zum Fotoshooting nutzen….

Laut diesem Bericht muss der Brand am 24. August 2007 gewesen sein.

Es gibt sogar ein YouTube-Video darüber, dass ich hier aber nicht teilen möchte…zu traurig.

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Inzwischen habe ich ein Bloggerin gefunden, die in Zittau in einer alten Villa wohnt, die sie schrittweise renoviert…:-)
Jana vom Blog Villa mit Türmchen hat für mich ein ganz aktuelles Foto gemacht und stellte fest, dass die Ruine nun ein Carport für Baufahrzeuge geworden ist……???

Februar 2016

Ich hoffe ganz sehr, liebe Jana, dass du noch die Zeit findest und die alte Mandau Kaserne hier verlinkst. Dieser berühmte Zittauer Lost Place war Bestandteil unserer Fotoausstellung im Schloss Freudenstein über die Industriearchitektur in Sachsen.
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In Memorian….Zittau, Herwigsdorfer Straße 2, Altes Zollhaus.


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Hier unten dürft ihr euch jetzt wieder zahlreich verlinken. Ich freue mich schon auf eure Beiträge.


Lost Places #2

Ersteinmal freue ich mich, dass ihr mich bei den Lost Places #1 so zahlreich unterstützt habt. Ohne euch würde es nur halb so viel Spaß machen.

Heute geht es…ihr habt es jetzt sicher nicht anders erwartet….nochmal um das Riesengebirge.
An einem unserer Skiausflüge haben wir hungrig Kurs auf eine riesige Baude genommen, bei der wir die übliche tschechische Verwöhnkost vermuteten. Direkt am Skihang eines großen Skigebietes in der Nähe von Johannisbad, einem berühmten Kurort im Riesengebirge.

Beim Näherkommen war mein Sohn weniger erfreut..es gab kein Essen, nur zerschlagene Fensterscheiben, kaputte Türen….ein echter ‚Lost Place‚ eben. Sofort änderte ich in meinem Kopf alle Pläne, die ich bisher für den Februar hatte und machte ganz schnell Fotos.

Es handelt sich um die Sokolska Bouda...hier weiß ich keinen deutschen Namen. Da die Baude schon so lange leer steht, hat offenbar noch niemand darüber in Deutsch berichtet.
Es gibt dafür um so mehr tschechische Seiten, die den Verfall dokumentieren.
Die Baude wurde im Jahr 1929 in Zusammenhang mit dem Seilbahnbau 1928, als vermutlich größte Baude im Riesengebirge gebaut. Eine vierstöckige, freitragende Holzkonstruktion ist einmalig.
Sie befindet sich auf einer Höhe von 1270 m ü M.
Die Sokolska Bouda hat eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Ursprünglich natürlich als Ferienunterkunft für den Skitourismus gebaut, hat Hitler im zweiten Weltkrieg dieses große Gebäude mit den vielen Zimmern offenbar als Schulungsstätte genutzt (wenn ich das Googles Übersetzung richtig entnommen habe).
Nach dem 2. WK. wurde sie verstaatlicht und wieder zum Skiunterricht für Schulklassen genutzt.
Leider schaffte die Baude die Reprivatisierung nicht. 1999 wurde sie wahrscheinlich deshalb geschlossen und wechselte seitdem auch den Besitzer.
Inzwischen muss es einem Hotelbetreiber gehören, der dieses denkmalgeschützte Gebäude abreißen will und an seine Stelle ein modernes Skihotel errichten wird. Erste Pläne findet man bereits im Netz….na dann…Prost Mahlzeit….!!!
Einziger Trost der Tschechen ist, dass das Hotel nicht höher und breiter werden darf, als die jetzige Baude.
Wer tschechisch beherrscht, kann gerne mal hier in einem Blog lesen. 
Nach Foto 12 in HD-Fotografie ( es werden immer 2 gemacht, also 24) teilte mir mein Handy allerdings mit, dass nun der Ofen aus ist….Akku leer…schon zu viel fotografiert an diesem Tag. 
Es gibt also leider kein Foto von der Rückseite, die die eigentliche Eingangsseite ist.
Der Mann war, wie immer schon weg…also auch kein Handy-Borgen mehr möglich….
In einer anderen Baude habe ich dann dieses Foto an der Wand gefunden….ich vermute es stammt aus dieser Anfangszeit, als es noch Massentourismus im Riesengebirge gab…:-))
Mir war dann den Rest des Tages etwas unheimlich zumute, so ohne dieses wichtige, kaum noch aus dem Leben wegzudenkende Ding. Immerhin kann man sich bei dem Nebel auch verirren, was wir dann promt auch geschafft haben. Zum Glück sind wir aber alle zusammengeblieben. Am Ende haben wir doch noch eine wunderschöne Baude am Anfang dieses Skihangs gefunden, die Hoffmannbaude. Natürlich kulinarisch, wie immer mit Bestnoten. So eine gute Knoblauchsuppe haben wir lange nicht gegessen….und ich war mal wieder fasziniert von der Architektur dieser Riesengebirgsbaude mit einem original alten Ofen und alten Malereien auf den Holztüren.
Kein Lost Place….die Hoffmannbaude in Johannisbad
**************

Der 2. Lost Place heute:
Eine kleine Spielerei aus aktuellem Anlass….


Ghislana und Lucia haben zusammen mit einigen anderen kreativen Bloggern diese Woche einen ‚Lost Place‘ von Freiberg wunderbar verschönert. Das Projekt möchte ich euch heute gerne noch zeigen.
Dafür habe ich mir zuerst einmal selber Gedanken gemacht. Es handelt sich um ein Haus in der Meissner Gasse 32 in der Freiberger Altstadt, das ich schon vor 2 Jahren  für mein Archiv fotografiert habe.

Ausgangsbild von Ghislana war folgendes Motiv:

Ich habe dafür meine zwei Jahre alten Fotos hergenommen und gestern noch ein  Foto von einem aktuellen Obst- und Gemüsehändler aus der Burgstraße geschossen…was dabei herausgekommen ist, seht ihr nun hier.

Die parkenden Autos in der Altstadt stören mich häufig beim Fotografieren, genau so wie Mülltonnen an manchen Tagen das Fotografieren unmöglich machen. …:-) In der Bildbearbeitung ist es mir noch nicht gelungen, diese Objekte zu kaschieren, also bleiben sie da. Ich arbeite mit Pixelmator und Photoshop….falls es Fragen gibt.

Meissner Gasse 32, Freiberg
Einen wunderschönen Beitrag habe ich auf dem Blog Hehorca gefunden:
ein eigenes Video zur kreativen Arbeit in Form eines Skizzenbuches
Hier geht es zu ihrem Beitrag
Fenster, Türen in eine Vergangenheit,
die nicht sichtbar ist,
sich erahnen lässt….
Ahmen….Hehorca


Das soll jetzt aber nicht heißen, dass mir die anderen weniger gefallen…sie sind alle kreativ.
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Rechts neben dem Emil ist übrigens unser Lieblings-Fahrradladen, der Fahrrad-Hentschel.

Eigentlich schon Rentner, repariert Dietmar Henschel jedes Fahrrad, auch wenn es noch so alt ist. An seinem Haus seht ihr, wie es hier bei Emil auch aussehen könnte. Wer viel Geld hat, kann die Meißner 32 im Moment käuflich erwerben. Beim Immobilienscout habe ich das Haus gefunden.
Na, wie wärs?

Hier unten dürft ihr euch nun wieder einen Monat lang verlinken.
Ich freue mich schon auf eure Beiträge für die Lost Places #2.

Eine kleine Info noch zum Schluss…nicht erschrecken…ich kommentiere jetzt bei euch mit dem Namen ‚bergblumengarten’….das hat mit dem Gartennamen im Hortus-Netzwerk zu tun. Ich wollte einfach mal, wie meine Namensvetterin Sigrun Hillsidegarden etwas Neues ausprobieren…:-))
Der Blog behält aber seinen alten Namen.


Mit der Bahn nach Freiberg

Dass es sich lohnt, das mittelalterliche Städtchen Freiberg zu besuchen, haben wir an dieser Stelle ja schon mehrfach erwähnt…aber wie kann man eigentlich hierher kommen?
Variante 1 per Auto ist relativ unkompliziert, da Freiberg in Mittelsachsen liegt und damit auch von allen sächsischen Autobahnen aus gut zu erreichen ist.
Wenn man aber lieber ein Zugreisender ist…in den modernen Zügen könnte man ja sogar sein Laptop herausholen und bloggen…oder seine neusten Einfälle ins Notizbuch kritzeln…dann kommt man bei Variante 2 am Ende der Reise auf dem Freiberger Hauptbahnhof an. 
Eigentlich gibt es ja nur einen Bahnhof, der sich nicht neben anderen behaupten muss. Aber früher gab es mehrere Bahnhöfe, wie den alten Ostbahnhof, der ja nun leider ein Lost Place geworden ist.
Ich möchte euch vorwarnen, falls ihr diese Reise wirklich antreten solltet….obwohl ich mich wirklich sehr freue über neue Bloggerkontakte…:-))
Dieser Bahnhof hinterlässt leider alles andere, als einen erfreulichen Anblick. 
Eher könnte man auf die Idee kommen, am liebsten den nächsten Zug nach Dresden zu nehmen. Auch wenn man gerade aus dieser Richtung kommen sollte. 
Quelle: Bahnhofsvorstädter
Zur Geschichte. 
Am 11. August 1862 wurde die Verlängerung der ursprünglichen Bahnstrecke Dresden-Tharandt bis nach Freiberg gefeiert und damit auch das neue Bahnhofsgebäude eingeweiht. Es ist vom Freiberger Architekten und Professor Eduard Heuchler im Neogotischen Stil errichtet worden. 
Das Anlegen der Bahnstrecke war eine ziemliche Herausforderung.

So waren zwölf Überführungen der Weißeritz bis Tharandt, der Tunnel bei Edle Krone zur Überwindung des Felsmassivs sowie die Überbrückung tiefer Taleinschnitte an der gesamten Strecke zu errichten. Vor allem die Tharandter Steige bis Klingenberg-Colmnitz war eine Herausforderung. Für Felssprengungen waren fast 3000 Zentner Pulver nötig. Quelle

Inzwischen ist der Bahnhof in keinem guten Zustand mehr. Darum wollte sich Investor A kümmern. Er hatte sogar schon Mieter von Firma C. für das renovierte Gebäude in Aussicht.
Leider kam es anders. Firma C. ging in Insolvenz, trotz ökologischer Absichten in der Produktion von Biokraftstoff aus nachwachsenden Rohstoffen. Damit entstand ein moderner Lost Place, in dem viele Millionen verloren gegangen sind und das Bahnhofsgebäude blieb umrenoviert.
Inzwischen hat Investor B das Bahnhofsgebäude gekauft und ebenfalls große Pläne….ich bin gespannt.
Jutta sammelt am ersten Samstag im Monat ‚Marode Schönheiten‘
Die nächsten Lost Places sammele ich am 20.Februar.