Streuobstwiesenobst ausgestellt im Botanischen Garten Erlangen

Diese Woche jagt eine Schreckensmeldung die nächste.  Studien zum Insektensterben und Studien über ein Abnahme der Vögel. Das eine zieht ja zwangsläufig das andere nach sich.

Nun ist man dabei, massiv auf die Ursachen zu schauen. Wir haben dieses Jahr kaum einen Apfel vom Apfelbaum im Garten ernten können. Natürlich war der Spätfrost Schuld und obwohl der Baum nicht alle Blüten verloren hat, wie der Walnussbaum, war es doch viel zu kalt und die Bienen sind ausgeblieben. Ohne Bienen kein Obst. Das ist eine Tatsache, die einem dann so richtig bewusst wird. Durch die weitgehend gestreute Versorgung unserer Supermärkte müssen wir trotzdem nicht auf Äpfel verzichten. Aber muss es denn der Apfel vom Bodensee sein, wenn man in Franken die Streuobstbäume aufsuchen kann? Dort findet man eine Vielfalt an Geschmacksrichtungen und ich habe es längst aufgegeben, mir die unzähligen Namen alle zu merken.
Anfang des Monats gab es eine Apfelsortenausstellung in der Winterhalle des Botanischen Garten Erlangen. Ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Freundeskreises Botanischer Garten Erlangen klärte mich über die Herkunft der Äpfel dort auf.  Ein Großteil der Ausstellung stammte von der Streuobstwiese Atzelsberg aus dem Landkreis Erlangen. Kosten durfte man auch ein paar Sorten, natürlich nicht alle, sonst hätte es ja keine Ausstellung sein können und alle Äpfel wäre in kürzester Zeit vernascht gewesen.
Überwiegend ging es um die Vielfalt der alten historischen Apfelsorten der Region. Man konnte sich aber auch darüber informieren, welche resistenten Neuzüchtungen gut geeignet für den Hausgarten sind. Denn nicht jeder kann sich eine Streuobstwiese leisten. Im kleinen Reihenhausgarten von Erlangen ist meistens nur Platz für einen Säulenapfelbaum….:-))
Ganz so eng hat man das Thema dann auch nicht genommen. Es gab zusätzlich wunderschöne Birnen zu bestaunen. Eine Menge dieser Sorten kamen mir bekannt vor. Im Garten in Leipzig hatten wir früher so viele verschiedene Birnbäume, dass die Vorratsgläser im Keller nie ausgingen. In meiner Kindheit gab es ja noch Kompott als Nachtisch…;-)) Meine Lieblingsbirne ist seitdem die Williams Christ…sie schmeckt eben nach dem Garten, in dem ich als Kind glücklich war.
Am 03.10. war der Pomologe Friedrich Renner vor Ort und man konnte eigene Apfelsorten bestimmen lassen.
Quelle Erlanger Nachrichten, Ausstellung im BoGa ER
Innerhalb des BUND für Naturschutz in Bayern e.V. gibt es die Kreisgruppe Erlangen mit der Arbeitsgemeinschaft ‚Streuobstwiese Atzelsberg‘, die diese Ausstellung möglich machte.
Die Räumlichkeiten stellte der Botanische Garten Erlangen zur Verfügung auf Initiative des Freundeskreises Botanischer Garten.

Und so sieht das nun aus, wenn ich Äpfel im Nachbardorf Hemhofen kaufen gehe. Dort gibt es den kleinen Biolandhof Seeberger, ein Direktvermarkter für Eier, Kartoffeln, Weintrauben….nur, was gerade Saison hat…
Leckere Weintrauben und Kartoffeln
Biolandhof Seeberger Hemhofen
Marktstand verlinkt zum Fotothema ‚Streifen‘ bei ‚Bunt ist die Welt‘ #133
ANL #22 bei Rostrose/ über sinnvolles und nachhaltiges Konsumieren

Immer der Nase nach im Aromagarten Erlangen

Einmal im  Jahr lädt der Botanische Garten der Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) zum Aromagartenfest in den duftenden Kräutergarten an der Schwabach ein. Es gibt einige interessante Führungen zu verschiedenen Themen durch den Garten, u.a. von Katrin Simon, Dr. Elke Puchtler und dem Schmetterlingsexperten Stefan Mümmler
Pflanzen können an einem kleinen Kräuterverkaufsstand erworben werden und einige Kräuter können kreativ zu Duftkissen oder Eßbarem verarbeitet werden. 

Es gab eine Zeit, als ich öfters an dem Garten vorbei geradelt bin, wenn ich auf dem Weg in die Stadt unterwegs war. Das ist aber inzwischen fast 10 Jahre her und ich war doch neugierig, was sich dort inzwischen verändert hat. Einen Foto-Vergleich habe ich nicht mehr, aber ein Garten wird meistens mit der Zeit immer schöner, wenn er eingewachsen ist und so ist es auch mit diesem herrlichen Duftgarten. Dazu kommt vielleicht, dass ich inzwischen mehr Pflanzen kenne, als das früher der Fall war. Dann geht man doch mit anderen Augen durch die Kräuterlandschaft.

Zu den Aromapflanzen zählen Kräuter, die Ätherische Öle, schwefelhaltige Aromavorstufen in Lauch-Gewächsen, Senföle in Kreuzblütlern, Bitterstoffe oder Scharfstoffe enthalten. Sie können als Arznei, Gewürz und für Kosmetik verwendet werden. So ist das Naschen an einem Wermut-Blatt nicht unbedingt ein angenehmes Geschmackserlebnis, aber Kosten an bekannten Blättern ist hier erlaubt. Man sollte sich aber auskennen…..
Seit der Eröffnung des Gartens 1981 entstand hier eine Vielfalt von ca. 120 heimischen und auch exotischen Arten, die mit ihrem Duft die Nase verwöhnen. Ganz besonders natürlich jetzt im Juni. 
Ursprünglich wurde der Garten zu Forschungszwecken angelegt und diente dem Institut für Botanik und Pharmazeutische Biologie als Experimentierfläche.

Die eigentlich riesige gelbe Königskerze wird an einer Stelle noch vom Medizinalrhabarber (Rheuma palmatum), einer uralten Heilpflanze,  übertrumpft (oben rechts).

Inzwischen für Besucher offen, fühlt man sich entlang der Kalkschotterwege und der kleinen Hügel ein bisschen wie im Urlaub in Italien oder Südfrankreich. 
Der rote Klatschmohn hat sich vermutlich von alleine eingefunden, genau wie die Königskerzen. In meinem Garten ist das gerade ähnlich….hier darf aber bleiben, was auch den Insekten und dem Auge gefällt. 
Zusammen mit Wimper-Perlgras lassen Färberkamille, Schafgarbe und Kartäusernelken ein Bild entstehen, wie von der Natur geschaffen. Die meisten Pflanzen samen sich aus und müssen dann doch im Zaum gehalten werden, damit es immer noch ansprechend aussieht und nicht verwildert.
In der Ecke für die Salbeiarten ist der Muskatellersalbei der König unter den Pflanzen….ich habe ihn gerade im Garten und freue mich täglich an dieser stattlichen Staude mit dem besonderen Duft.
Natürlich dürfen duftende Rosen in so einem Aromagarten nicht fehlen. 
Schon von weitem wird man von einem Duft im Moment ganz besonders angezogen. Er lockt die Bienen in Scharen an…..und die Pflanze hat fast meine Höhe. Es ist also auch im stehen möglich, daran zu schnuppern…..
Da der Garten zum Botanischen Garten gehört, sind an den Pflanzen Schilder angebracht. Sonst hätte ich es nicht gewusst.
Es handelt sich um die Seidenpflanze, Asclepias syriaca, auch Wild Cotton.
Sie steht jetzt auf meiner Wunschliste ganz oben….:-)
Nun gehen wir noch zum Kräuterstand, der sich ganz passend neben der Blumenwiese befand, so dass sich die Bienen gleich über den dort angebotenen Bienenpflanzennektar hermachen konnten.
Bei den Teepflanzen aus dem Koffer reiste dann eine weißblühende Melisse zu mir nach Hause, die ihr Aroma auch nach dem Trocknen noch behalten soll.
Der Vortrag von Stefan Mümmler zur Entwicklung eines Distelfalters war ziemlich interessant, da er sogar Distelfalterraupen, Eier, Puppen und gerade geschlüpfte Falter zum Freilassen in die Natur dabei hatte.
Diesen Aromagarten, den Botanischen Garten Erlangen und noch 35 andere Kräutergärten in Bayern findet ihr auch im Buch
Bayerns schönste Kräutergärten von Marion Reinhardt, eine Kräuterexpertin, die ich ehrlich gesagt um die Recherche zu diesem Buch beneide…..:-)) 
Heilpflanzen, Gewürze und Wildkräuter entdecken
aus dem volk.verlag Bayern, Hardcover, 24,90 EUR
Es ist eins meiner Lieblingsbücher im Moment und ich habe mich riesig gefreut über dieses Geschenk von ihr, die mich ursprünglich zum Bloggen inspiriert hat……..
Naturdonnerstag bei Ghislana/ Jahreszeitenbriefe

Ein Brandkraut kommt selten allein im Steppengarten

Natürlich ist der Juni unangefochten der Rosenmonat. Dann schleiche ich schnuppernd von Blüte zu Blüte durch den Garten,  gerne auch fünfmal an der gleichen Blüte, denn der Garten hat ja gerade einen Neustart hingelegt und da kann man die Blüten noch zählen. 
Seit diesem Jahr versucht allerdings eine ganz besondere Staude, die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. Entgegen allen Vermutungen, dass ich mich wohl noch mindestens ein Jahr auf Blüten gedulden muss, schoss das quirlige Brandkraut aus Elkes Garten auf einmal gleich dreifach in die Höhe. Während der mittlere Trieb noch unentschlossen verharrte, strengten sich die äußeren um so mehr an, die anderen Stauden im Beet zu übertrumpfen. 

Das Phlomis russeliana, das sich Russel-Brandkraut oder Syrisches Brandkraut nennt, hat nicht nur einen besonderen Namen, es hat auch ein besonderes Aussehen.
Es liebt eine sonnigen Platz, verträgt aber auch noch halbschattige Standorte. Absolut anspruchslos verlangt es nicht täglich nach der Gießkanne, wie seine neuen Nachbarn, die Sonnenblumen. 
Den Samen verstreut die Staude reichlich, da es auch im Winter noch eine gute Figur in den Beeten macht.

Wahrscheinlich wird aber bald die Lilie ‚Noris King‘, eine Züchtung von Stefan Strasser aus dem  Hortus Lilium, versuchen, sich in den Vordergrund zu drängen. Lilien konkurrieren aber nicht mit den Rosen, eher versuchen sie die Beete mit ihren Blüten zu verschönern, wenn die Rosen Pause machen.
Vor einem Monat durfte ich endlich mal während einer Gartenführung in der Erlanger Lilienarche den wunderbaren Naturgarten bewundern.  Stefan Strasser sammelt und vermehrt vom Aussterben bedrohte Lilien. 
Eigentlich wollte ich mir diese Art Lilien nicht mehr zulegen, weil sie immer vom Lilienhähnchen befallen waren. Nachdem ich den Gärtner fragte, ob er Probleme mit den Lilienhähnchen habe, fragte er mich, wie viele Lilien ich denn im Garten hatte. Nur eine? Alles klar, man sollte schon mehrere haben, sonst stürzen sich eben alle Käfer auf die eine Pflanze. Er suchte mir dann ein Exemplar heraus, das schon mal einige Ableger von unten treibt.

Wahrscheinlich sollte man auch mehrere Brandkräuter haben. Man kann natürlich geduldig warten, bis es als Samenschleuder um sich wirft oder Ausläufer treibt. Muss ich aber nicht….
Vor einem Monat ungefähr, erhielt ich aus dem Kleinen Staudengarten von Marita ein Paket  und das enthielt gleich mehrere Ableger von ihrem Russel-Brandkraut.
Auch diese Exemplare fanden einen Platz neben den Sonnenblumen und meinen geliebten gelben Rudbeckia ‚Goldsturm‘. Das Brandkraut braucht schließlich konkurrenzstarke Partner. Inzwischen ist noch eine geschenkte Färberkamille eingezogen. Geschossen ist auch der im Frühjahr ausgesäte Goldlack, ebenfalls aus Elkes Garten. Daneben eine gefundene Schwertlilie, die jemand im Wald entsorgt hatte. 
Zusammen mit der Färberkamille erhielt ich diese Woche einige andere Pflanzen. Ein Topf war beschriftet mit ‚Sämling von Blume aus Nachbars Garten‘. Inzwischen kenne ich mich ja aus…..es zog also das dritte mal ein Brandkraut in den Garten. Also, wenn das so weitergeht…..:-)
Vielleicht sollte ich ja ein Steppenbeet draus machen. 

Im Botanischen Garten Leipzig blühte das Brandkraut wunderbar im Steppengarten. So hätte ich das auch gerne mal….:-))
Im Vordergrund ein gelbblühendes Kurdisches Fingerkraut. 

und in Rosa die Bunte Kronenwicke (Securigera varia) 

In Kombination mit der Purpur-Witwenblume, Knautia macedonica

Nicht nur Phlomis russeliana…..
Phlomis agraria, Acker-Brandkraut
Phlomis purpurea, Jerusalem-Salbei
Hier geht es zum Teil 1 des Botanischen Garten Leipzig
Naturdonnerstag bei Ghislanas Jahreszeitenbriefe

Botanischer Garten Leipzig – I

Der Botanische Garten meiner Lieblingsstadt Leipzig ist der ältesten Botanischen Garten Deutschlands und zählt sogar zu den ältesten Botanischen Gärten der Welt.
Obwohl ich ja Leipzigerin bin, kannte ich den Garten noch nicht und er stand schon länger auf meiner Wunschliste. Endlich gab es mal etwas freie Zeit und zusammen mit der Schwester und einer Freundin erkundete ich am Pfingstmontag den herrlichen Garten.

Taglilien zusammen mit Zierlauch und der essbaren Winterheckenzwiebel in einem Beet

Viele Geranium-Arten blühten gerade
Sehr hübsch der Pyrenäen-Reiherschnabel
Üppig, Geranium cantabrigiense ‚Kamina‘, der Cambridge Storchschnabel in Weiß

Rechts ein sehr stacheliges Beet mit Morina, die ich nun auch im Garten habe…aber nur einmal


Ebenfalls stachlig, die Wilde Karde
Man nennt sie auch Zisternenpflanze, weil die Blätter ein trichterförmiges Wassersammelbecken bilden, was bei dem feuchten Pfingstwetter gut zu erkennen war.

Die Mariendisteln blühten

Bartfaden mit Hummelbesuch
Noch eine Hummelpflanze, der Wollige Fingerhut
Um was es sich bei dem weißen Blütenmeer handelte, konnte ich leider nicht herausfinden.
Daneben die verblühten Samenstände von Pulsatilla.

Geschichtliches

In den 5 Jahrhunderten seines Bestehens wechselte der Botanische Garten viermal den Standort. 1539 entstand erstmalig die Idee, einen Medizinalpflanzengarten, den Hortus medicus, anzulegen. Ermöglicht wurde das durch die Schenkung des Dominikanerklosters St. Pauli durch Herzog Moritz von Sachsen an die Universität Leipzig. Ab 1543 befand sich der Pflanzengarten auf dem Gelände dieses Klosters.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde der Garten verwüstet und es entstand ca. 200 m entfernt im Jahr 1653 auf dem Gelände der heutigen Grimmaschen Straße ein neuer Botanischer Garten, der dort über 150 Jahre Bestand hatte.
1806 erhielt der Botanische Garten ein neues Areal nahe dem Gelände des heutigen Reichsgerichtsgebäudes. Obwohl dort ungünstige Bodenverhätnisse herrschten – es gab zwei Seen und einige Sümpfe – gab es 1857 bereits mehr als 10 000 Pflanzenarten, darunter eine aus 607 Arten bestehende Farnsammlung.
Aufgrund der Baupläne des Reichsgerichtsgebäudes musste der Garten 1876/ 77 erneut umziehen und auf diesem inzwischen mehrfach erweiterten Gelände befindet er sich auch heute noch.

Schwere Rückschläge gab es durch die Zerstörung des Institutsgebäudes, Gewächshäusern und Teilen der Außenfläche im 2. Weltkrieg. Die Überreste des Botanischen Instituts wurden abgerissen, der Keller verfüllt und dort ein asiatisches Steppenbiotop angelegt. Die Pflanzen in den zerstörten Gewächshäusern wurden Opfer der Kälte. Nur 26 Kalthauspflanzen konnten gerettet werden, wie der Erdbeerbaum, Zylinderputzer und Granatapfel.

Bereits 1954 waren die Schauhäuser wiederhergestellt. Neue Pflanzen stammten aus anderen nicht zerstörten Botanischen Gärten der DDR. Während der DDR-Zeit wurden wichtige Renovierungsarbeiten versäumt, so dass in den 80iger Jahren einige Gewächshäuser geschlossen werden mussten.
Das ist sicher auch ein Grund, warum ich den Garten noch nicht kenne. Er war einfach überhaupt kein lohnenswertes Ausflugsziel mehr.
Ganz anders heute. Seit 1999/2000 entstanden fünf neu gebaute Gewächshäuser, u.a. auch ein Schmetterlingshaus. Der Botanische Garten ist wichtige Ausbildung- und Forschungsstätte. Die Pflanzensammlungen bieten Ausbildungsmaterial für verschiedene Studienrichtungen, wie Biologie,, Pharmazie und Veterinärmedizin.
* * * * * *
Das nächste mal dann einen Blick in den sonnigen Steppengarten mit vielen Brandkräutern und einem besonderen Strauch, der von der Blauen Holzbiene  umschwärmt wurde

Keukenhof im April

Es gibt sie in fast allen Farben und Größen, auf kurzen und langen Stängeln, gestreift, bunt oder einfarbig, mit Zacken und ohne, gefüllt oder wie Pfingstrosen oder Lilien aussehend, nur in Blau gibt es sie nicht.  Eine Farbe, die bei den Tulpen nicht vorkommt, auch wenn einige das Blau im Namen tragen, wie Blue Diamond oder Blue Parrot. Trotzdem vermisst man diese Farbe nicht im Keukenhof, denn die Holländischen Gartendesigner haben den Park so gestaltet, dass auch andere Frühjahrsblüher, wie Hyazinthen und Anemonen einen Platz in den Beeten finden. 
 

„Keukenhof im April“ weiterlesen

Hortulus des Walahfried

Fencheltee beruhigt den Magen und die Nerven, Zitronenmelisse schmeckt erfrischend in kalten Sommertees, Salbei und Thymian bewähren sich bestens bei der aktuellen Erkältungswelle.
Gut, wenn man das alles selber aus dem Garten ernten kann. Deshalb finde ich, ein Kräuterbeet muss sein. Oder auch mehrere, wenn der Platz da ist. Und wenn nicht, dann gibt es immer noch Töpfe oder Körbe.
Und wenn man die Kräuter nicht erntet, dann blühen sie für die Insektenwelt und für Schmetterlinge. Gerade Lavendel, Salbei und Oregano möchte ich daher gar nicht mehr missen.

Bevor ich aber mit dem Gärtnern loslegen kann, schaue ich mir erstmal den schönen Kräutergarten an, den ich letztes Frühjahr auf der Insel Reichenau entdeckt habe.

Dort befindet sich neben dem Münster St. Maria und Markus der originalgetreue Nachbau des Kräutergartens des Abtes Walahfried Strabo, aus dem 9. Jahrhundert. Also noch vor der Zeit von Hildegard von Bingen.

Strabo schrieb über seine Pflanzen das Lehrgedicht „De cultura hortorum“, auch ‚Hortulus‘ (Gärtchen) genannt. Das müsste übersetzt soviel heißen, wie ‚Über die Pflege der Gärten’….
Mit seinen 24 Versen beschrieb er in gereimter Form 24 Heilkräuter, Küchen- und Zierpflanzen und die Inspiration dazu kam natürlich aus seinem Klostergarten.
 Man könnte auch sagen, sein gereimter Pflanzenratgeber ist das erste deutsche Gartenbuch. 
Quelle/ Eine Abbildung des Kräutergarten St.Gallen
Im Klostergarten gibt es 24 Kastenbeete und zu jedem Kasten eine Infotafel, die auch einen Auszug des ‚Hortulus‘ enthält. 
Viele der hier wachsenden Pflanzen findet man auch heute noch in den Gärten. 
Auch wenn die Melone oder der Flaschenkürbis sicher das milde Bodenseeklima benötigen, um auch in unseren Breiten Ernteerfolge zu bringen.

Mein erstaunter Blick viel auf die Katzenminze, die heute weniger als Heilpflanze bekannt ist. In meinem Garten diente sie eher den Katzen als Rauschmittel.
‚Denn mit dem Öl der Rose vermischt, gibt ihr Saft eine Salbe…die Schrammen verwundeten Fleisches beseitigt..‘

Es war Ende März und die Gärtner hatten gerade mit dem Einpflanzen der einjährigen Kräuter zu tun. Die mehrjährigen waren bereits zurückgeschnitten.
Die Poleiminze wurde großzügig  auf dem Kastenbeet verteilt.
Im Mittelalter eine bekannte Heilpflanze, aber sie enthält einen Giftstoff, das Pulegon, und ist daher nur mit Vorsicht für innere Zwecke zu verwenden.
‚Glaube mir mein Freund, der Poleientee wird dir heilen,
Sei es als Trank oder Umschlag, den stockenden Gang der Verdauung…‘



Die Iris (Deutsche Schwertlilie) beschrieb der Walahfried nicht als Heilkraut, aber nützlich war sie schon:
‚Du gibst dem Walker das Mittel, mit dem er das Leinengewebe
glänzend und steif appretiert und ihm Duft, wie von Blumen verleiht….‘

Der Schlafmohn wird heute durch eine Zierform ersetzt. Der offizielle Anbau ist wegen Missbrauch (Opium- und Heroingewinnung) verboten. Da macht man auch keine Ausnahme, wenn es um den originalgetreuen Nachbau geht….
Der Weiße Andorn ist mir noch gar nicht bekannt gewesen
‚doch vermag er zu lindern arge Beklemmung der Brust.
Geschluckt als bitteres Tränklein.‘
Im nächsten Bild wächst vorne der Muskatellersalbei.
Schade, dass ich den Garten nicht im blühenden Zustand gesehen habe.
Die Klostermauern schützen den Garten noch zusätzlich. Die Bank lädt zum Verweilen ein.
Das nächste Mal komme ich im Sommer……
Der Besuch des Münsters St. Maria und Markus, der ältesten Kirche der Insel,  lohnt auf jeden Fall auch.
Münster verlinkt zu Lottas #Gebäuden

Botanischer Garten Dresden im Mai (1)

Darf ich euch einladen zu einem kleinen Pfingstspaziergang? 
Dafür müsst ihr euch aber nach Dresden in den Großen Garten begeben. Auf der Nordwestlichen Ecke, gleich neben der Gläsernen VW-Manufaktur, befindet sich der wunderschöne Königliche Botanische Garten der Technischen Universität Dresden.
Über die bewegende Geschichte des 1820 angelegten Gartens kann man hier nachlesen.
Einmal musste der Garten schon umziehen. 
Ein großer Verlust war der Bombenangriff im Februar 1945. 
Inzwischen beherbergt der Botanische Garten auf dem 3,2 ha großen Gelände ca. 10 000 Pflanzenarten aus allen Klimazonen und aus den verschiedensten Regionen der Erde.
Mit der Kamera unterwegs? Na klar, aber immer…:-)
Gleich links empfängt mich die Klimazone Sibirien. Das muss ich mir genauer anschauen…ist doch Freiberg dieser Zone sehr ähnlich…:-))))
An allen Ecken und Enden blühte es…nur leider war ich mit der Familie und Freunden unterwegs.
Bloß gut, dass der Garten auch Ruhebänke hat, wo sie mehr oder wenig geduldig auf mich warten konnten. 
Im Schatten der alten Baumriesen zu sitzen und die Blütenpracht zu genießen, ist ebenfalls sehr entspannend.
Leider wachsen im Garten auch Neophyten, wie wuchernde Knöteriche oder Riesenbärenklau, falls ich mich mit der rechten Pflanze nicht täusche…ich denke, da müssen die Gärtner dringend was tun.
Dafür waren die vielen Geranium-Arten ein erfreulicher Anblick.
Geht man den Hauptweg in Richtung tropische Gewächshäuser darf man einen Blick in das geöffnete Glashaus mit den Sukkulenten und Palmen werfen.
Heute nehme ich euch aber zu den Bergblumen mit, damit es nicht zu viel auf einmal wird.
Mein erster Besuch im Garten fand im Herbst statt, als dort gar nicht viel los war.
Um so größer nun meine Freude im Mai….:-)
Wir schauen mal kurz auf den großen Parkplan. 
Das Gelände ist so riesig, dass man – also ich….nicht der Rest meiner Familie – sich  dort den ganzen Tag aufhalten könnte….:-)
Wir befinden uns jetzt im Bereich des Alpinum, bzw. Nr. 11-15 auf dem Plan.
Kommt mit in die Dresdner Berge….:-)
Ich hoffe, der kleine Ausflug in die Dresdner Alpen hat euch gefallen.
Fortsetzung folgt.
Hier geht es zu meinem Herbstausflug im Botanischen Garten.

Die Pillnitzer Kamelie zum Frühlingsanfang

Von unserem Frühlingsausflug zum Pillnitzer Park (bei Dresden) habe ich ein paar Fotos mitgebracht.
Hin und wieder habe ich schon mal von der Pillnitzer Kamelie (Camelia japonica L.) berichtet. Sie soll zwischen 1780 und 1790 an den Dresdner Hof gekommen sein  und wurde 1801 vom damaligen Hofgärtner an ihren heutigen Platz gepflanzt. 
Anfänglich wurde die Kamelie im Winter mit einem Holzhaus geschützt. In einem besonders kalten Winter brannte es ab und das Löschwasser gefror zu Eis. Das bildete aber eine Schutzschicht um die Pflanze und sie trieb im Frühjahr wieder aus.
Heute schützt die Kamelie ein fahrbares Glashaus mit computergesteuerter Klimatisierung, dass in der warmen Jahreszeit weggerollt werden kann. 
Die Blütezeit dauert von Mitte Februar bis April.
Im 13,2 m hohen Glashaus hat die Kamelie noch ausrechend Platz nach oben….bei der letzten Messung war sie 8,60 m hoch. 
Im Glashaus gibt es zwei Ebenen, auf denen man die Kamelie umrunden und bestaunen kann.
Die Mutigen steigen nach oben….aber so schlimm war es gar nicht. Der Giterrost hatte einen höhentauglichen Teppich.
Es ist die größte Kamelie nördlich der Alpen
Ungefähr 11 Meter vom Durchmesser
Camelia japonica L. hat ungefüllte Blüten 
Von oben hat man einen Blick auf die blühende Zaubernuss und das benachbarte Palmenhaus 
Dort bin ich diesmal nicht reingegangen….ich wollte mir noch die Original-Ableger der Kamelie anschauen. ‚Ich kaufe nix’….nur Fotos machen….
Fast wäre ich schwach geworden bei der Auswahl…aber es ist mir gelungen. Immerhin hab ich schon zwei ‚Patienten‘ zu Hause, die ohne Glashaus zurecht kommen müssen.
Auf dem Rückweg zum Auto hoppelte dann noch ein Eichhörnchen durch die Buschwindröschen.
Mehr über Schloß und Park Pillnitz gibt es auf der Homepage

Dresden Großer Garten

Am Samstag sind wir vom Septemberwetter so richtig verwöhnt worden. Natürlich wäre das ein idealer Tag gewesen, den eigenen Garten ausgiebig zu genießen. Wir haben uns aber für einen Ausflug in die nahegelegene Stadt Dresden entschieden. Da wir ca. 35 km entfernt wohnen, bin ich im Moment sehr häufig in Dresden, aber meistens doch zum Einkaufen, Freunde treffen, Konzertbesuch oder einfach nur zum Stadtbummeln.
Diesen Samstag wurde Dresdens Grüne Seite erkundet.
Mein Mann paddelte in unserem Faltboot die Elbe von Schmilka nach Dresden, während ich mit unserem Jüngsten den Großen Garten erkundete.

Dresden Großer Garten – Palais

Der Große Garten liegt mitten im Zentrum von Dresden und ist  ein riesiger Park.
 Mit seinem Palais ist der Garten geprägt von barocker und englischer
Landschaftsgartengestaltung. 
 Bei einer Größe von 147 Hektar mussten wir uns ein paar Ziele aussuchen. Den ganzen Park schafft man nicht an einem Tag.
 

Gläserne Manufaktur


Nachdem ich eine Parkplatz an der Gläsernen Manufaktur (VW) gefunden hatte, war mein Sohn sofort von der Idee begeistert, das tolle Gebäude von innen zu besichtigen, wo der Pheaton von VW gefertigt wird.
Gläserne Manufaktur –  VW Phaeton
Warum der Phaeton ein Berliner Nummernschild hat, kann ich leider nicht sagen, da gehört eigentlich ‚DD‘ hin….
Hier kann man, wenn nicht gerade Wochenende ist, wie bei uns, durch Glasscheiben bei der Produktion zuschauen. Von innen und von außen.
Als nächstes eilten wir zur Bahnstation der Parkeisenbahn, mit der man am besten den riesigen Park erkunden kann.

Fahrt mit der Parkeisenbahn

Erste Station war für uns „Carolasee“.

Auf dem Carolasee kann man mit ausgeliehenen Ruderbooten herumfahren oder im angrenzenden Restaurant einkehren
Von dort sind wir quer durch den Garten zum Palais gelaufen und kamen dabei am Jugend-Öko-Haus vorbei.
Im Garten wird man von den lustigen Tieren begrüßt.
Jugend-Öko-Haus

 Palais

Weiter ging es zu Fuß zum Palais , das von breiten Alleen und aufwendig gestalteten Schmuckbeeten umgeben ist.
Mit dem Bau des Palais wurde 1678 begonnen und es ist das erste und älteste Palais-Bauwerk in Sachsen.

Die Kastanien schienen schon den Herbst einzuläuten, verursacht durch die Trockenheit und den Befall der Motte.
Inmitten der Pracht gibt es das Sommercafé am Palaisteich zum Entspannen.

Hinter dem Palais mussten wir uns für einen Garten entscheiden, denn es gibt verschiedene Gartenbereiche.

Hier mal ein kurzer Überblick, um sich die Größe vorzustellen

Parkplan Großer Garten

Staudengarten

Ich habe mich für den Staudengarten entschieden und wurde nicht enttäuscht. Die Septemberblüher, wie Herbstanemone, Sonnenbraut, Sonnenhut oder Gelenkblume waren üppig vertreten.

Staudengarten

Botanischer Garten

Mein Hauptziel an diesem Tag war der Botanische Garten. Zum einzigen Eingang an der Stübelallee mussten wir sehr weit laufen – bis zur Nordwest-Ecke des Großen Gartens. Aber die Mühe hat sich gelohnt.

Eingang

Den ehemals Königlichen Botanischen Garten gibt es dort seit 1893 und er gehört heute zur Technischen Universität. Der Eintritt ist frei!

Der Garten begrüßte uns gleich rechts mit üppig blühenden Stauden. Der unschöne Laternenmast war mit einer Glockenrebe vollgerankt.

Das Federborstengras war das Highlight im Beet.

Glockenrebe mit Staudenbeet

Gegenüber war mein Sohn begeistert zum Teich gestürmt. Das Wasser war so klar, das man die Teichbewohner beobachten konnte.

Posthorn-Schnecken-Wettrennen

In einem anderen Teich entdeckte ich die gleichen Teichpflanzen, die in unserem Mini-Teich wachsen.

Wasserhyazinthe, Wassersalat und Froschlöffel

Im Kakteenhaus

Im Tropenhaus

Die Blaue Seerose

Exotische Blüten

Im Freiland gab es noch reichlich zu entdecken

Vorbei am Nutzpflanzengarten kommt der riesige Garten mit Einjährigen.

Und im Alpinum, das man wie einen Berg besteigen kann, weiß man schon gar nicht mehr, was man zuerst fotografieren soll.

Alpinum

 Ermattet von der Hitze und der vielen Lauferei hatten wir nur noch ein Ziel im Großen Garten und das war der Zoo, der aber relativ klein ist im Vergleich zum Leipziger Zoo. Trotzdem ein lohnenswerter Besuch – toll sind die vielen Klettergerüste für Kinder, die sich dann gleich selber wie Affen fühlen können.

Erdmännchen, Orang Utan und Faultier

Den Abend ließen wir zusammen mit unseren Dresdner Freunden gemütlich im Biergarten „Watzke“ ausklingen. Der Blick auf die Elbe und die Altstadt bietet abends eine Postkarten-Aussicht.

Ein sonniger September-Samstag ging zu Ende!