Ein neues Haustier und Buchempfehlung

Es ist ziemlich klein, das neue Haustier und wird auch nicht mehr größer. Es saß fast den ganzen sonnigen Nachmittag mit auf der Terrasse. Farbe Rotbraun.
Nein, ich bin jetzt nicht auf den Hund gekommen und leider ist es weder Katze noch Hase.
Seit einiger Zeit steht eine neue Rispenhortensie mit dem Namen ‚Honiggruß‘ auf meiner Terrasse. Zum Einpflanzen hatte ich noch keine Lust und so kann ich viel besser beobachten, ob es stimmt, dass mit den Blüten Schmetterlinge, Bienen und andere Insekten gelockt werden können. Ihre champagnerweißen Blüten versprühen einen süßlichen Duft.
Bisher flatterte es dort nicht mehr, als an anderen Blüten im Garten. Seit kurzem sind die Blüten jedoch etwas mehr geöffnet und schon hat sich mein neues Haustier eingestellt. Gerade richtig, um das neue Makro-Objektiv auszuprobieren.

So sieht man ganz deutlich, dass am oberen Flügel ein kleines Viereck fehlt.Ein abgeflogenes Rotbraunes Ochsenauge, Pyronia tithonus.

Am Sommerflieder ist nach wie vor Flaute, aber den Kleinen habe ich hier schon häufig herumflattern sehen. Ochsenaugen leben bevorzugt an Waldsäumen und Sandkiefernwäldern, regional auf Brachen und Böschungen im Offenland. Nektar suchen sie in angrenzenden blumenreichen Wiesen. Das trifft auf unsere Gegend wirklich zu.
Da ich in Freiberg nie ein Ochsenauge im Garten hatte, war die Unterscheidung der verschiedenen Arten für mich nicht ganz einfach. Seit kurzem darf ich allerdings ein Bestimmungsbuch zur Hand nehmen.
Typisch für das Rotbraune Ochsenauge sind die doppelt gekernten Augen an der Unterseite und Oberseite der Vorderflügel. Um sicher zu sein, ist es immer wichtig auch einen Blick auf die Oberseite der Flügel zu erwischen. Dann sieht man sogar, ob es ein Männchen oder Weibchen ist.
Rispenhortensie Honiggruß
 Das Ochsenauge konnte sich wirklich nicht von diesen Blüten trennen…nur kurz flog es eine Etage höher…wahrscheinlch war ihm das ganze Geknippse auf die Nerven gegangen.
Dan kam es aber immer wieder zurück. Immer noch das selbe Ochsenauge…

 

Das Ochsenauge mag Blüten, wie die Acker-Kratzdistel, Dost, Thymian, Wiesen-Bärenklau, Greiskraut-Arten, Glockenblumen, Wasserdost, Sonnenhut usw.
Die Raupen benötigen verschiedene Gräser. Das Rotbraune Ochsenauge ist laut Roter Liste nicht
gefährdet. Die Falter fliegen in einer Generation von Juni bis Anfang September. Die Raupen überwintern.
Ein Bruder flog im Juli auf das Eisenkraut Verbena bonariensis
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Falls ihr noch ein gute Bestimmungsbuch für Tagfalter sucht, kann ich dazu folgendes Buch empfehlen:
ISBN: 9783-3-8001-8332-6
16,90 €
Dort gibt es am Ende des Buches über 700 Abbildungen der verschiedenen Arten von heimischen, außeralpinen Tagfaltern mit genauen Beschreibungen, auf welche Merkmale zur Unterscheidung zu achten sind. Ergänzt immer durch eine Abbildung der zugehörigen Raupe und der Eier. Von jedem Schmetterling gibt es eine Abbildung von Ober- und Unterseite und die Unterscheidung in männlich oder weiblich.
Hat man seinen Schmetterling gefunden verweist die Seitenzahl zur ausführlichen Beschreibung im Hauptteil des Buches. Dort kann man dann alles über Merkmale, Lebensraum, Nektar- und Raupenfutterpflanzen nachlesen und ob die Art gefährdet ist. Eine Tabelle gibt Auskunft über die verschiedenen Entwicklungsstadien Raupe, Puppe, Falter. In einer kleinen Deutschlandkarte sieht man, wo die Art vorkommt.
Am Ende des Buches werden noch mal detailliert die wichtigsten Raupenwirtspflanzen beschrieben.
Das Buch enthält durchweg wunderschöne Aufnahmen der Tagfalter Deutschlands mit ansprechenden Makro-Fotos. Es ist eine Gemeinschaftsarbeit von 5 Tagfalterexperten. Der Autor Prof. Dr. Josef Settle arbeitet am Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und Roland Steiner ist Biologe und befasst sich mit Tagfaltern und Makrofotografie.
Es ist ein leichtes, handliches Buch, dass man gut ins Reisegepäck stecken kann oder in den Wanderrucksack.

Das Buch wird u.a. empfohlen von der GfS, der Gesellschaft für Schmetterlingsschutz

Anmerkung: Wenn das Buch über diesen Link bestellt wird, erhalte ich keine Provision. Ich biete diese Links nur bei Büchern und Produkten an die ich empfehle und selbst gelesen oder benutzt habe. Ich mache keine Gefälligkeitsrezensionen. Links zu Büchern und Produkten von denen ich nicht überzeugt bin, biete ich nicht an. Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Alle Rechte des Coverfotos liegen beim Verlag.

Schmetterlinge entdecken und verstehen – Rainer Ulrich

Rezension

Die Liebe zu den Schmetterlingen hat sich bei mir erst mit dem Entstehen des ersten eigenen Gartens entwickelt. Davor konnte ich eigentlich nur das Tagpfauenauge sicher bestimmen. Über den Unterschied zwischen Fuchs  und Admiral habe ich mir wenig Gedanken gemacht und ob ich von der Existenz eines Distelfalters wusste, weiß ich heute gar nicht mehr. 
Er rannte schon als kleiner Junge den bunten Faltern auf der Wiese hinterher und notierte mit 14 bereits von jeder einzelnen Tagfalterart besondere Funde und Beobachtungen.

Der Redakteur der lokalen Saarbrücker Zeitung, Gerd Meiser, hat sein Wirken in einem Artikel zusammengefasst:
„Rainer Ulrich liebt die Tänzer im Wind. Er ist ein Forscher mit großer Leidenschaft. Es wird behauptet, er kenne jeden Schmetterling im Saarland. Er ist der, der mit den Schmetterlingen tanzt.“
Sein Buch ist den Tagfaltern Deutschlands gewidmet, von denen es alleine in Deutschland schon 190 verschiedene Arten gibt. Zusätzlich hat er die Widderchen ergänzt, so dass insgesamt 215 verschiedene Tagfalter vorgestellt werden. 
Ich habe aus dem Buch gelernt, dass die Tagfalter in Ritterfalter, Weißlinge, Edelfalter, Augenfalter, Bläulinge und Dickkopffalter eingeteilt werden ergänzt durch die ‚Kleinschmetterlinge‘ Widderchen.
Wir haben es hier aber nicht mit einem herkömmlichen Bestimungsbuch zu tun, das es im Kosmos-Verlag auch schon gibt, sondern mit einem sehr unterhaltsam geschriebenen Naturführer, der uns die Falter näher bringen soll. 
Das Buch dient trotzdem dazu, Tagfalter sicher zu bestimmen, denn der Autor gibt Anleitung, was alles dabei zu beachten ist, an welchen Stellen man bestimmte Falter überhaupt finden kann. Er spricht hier von der Plausibilitätskontrolle, was heißt, dass man den Lebensraum, die Flugzeit, das Bundesland und die Rote Liste ebenfalls beachten sollte. 
Ganz anschaulich wird jede Falterart durch wunderschöne, überwiegend von ihm selber geschossene Fotos ergänzt. Spannend sind seine tagebuchähnlichen Berichte, wie er die Falter aufgespürt hat. Ganz einprägsam war die Erzählung am Ende des Buchs, wie es passierte, dass er sich beim Beobachten des Brombeerstrauch-Perlmuttfalters 20 Hornissenstiche einhandelte. Zum Glück war er nicht allergisch…
Das Buch ist das Ergebnis jahrelanger Forschung und unzähliger Wanderungen durch die Natur. Die Schwierigkeiten beim Auffinden der verschiedensten Falterarten gibt Rainer Ulrich gerne an den Leser weiter. Seine Liebe zu den Schmetterlingen wirkt geradezu ansteckend und fast möchte man sich die Wanderschuhe schnappen und in eins seiner erwähnten Alpentäler fahren, um die Apollos die Felswände entlang segeln zu sehen.
Wusstet ihr schon, dass die meisten Schmetterlinge eigentlich nur ganz kurz leben und nur ganz wenige Arten 1 Jahr alt werden und überwintern? Die meiste Zeit verbringt so ein Falter fressend als Raupe oder tief schlafend als Puppe.
Auch häufige Verwechselungen, wie die von Braunauge und Mauerfuchs, werden erklärt. Es passiert sogar, dass Mauerfuchsmännchen hinter Braunaugenweibchen her sind. Also macht euch keine Gedanken, wenn ihr die beiden mal verwechselt…es irren sich sogar die Falter.
Rainer Ulrich hat auch einen eigenen Garten und sicher könnt ihr euch vorstellen, dass bei diesem Garten ganz besonderes Augenmerk auf das Ansiedeln der Schmetterlinge gelegt wird. Er beschreibt, wie er ein altes Haus mit dem normalen deutschen Einheitsgarten davor in ein Schmetterlingsparadies verwandelte. Aus einem Grundstück mit streichholzkurzem Einheitsrasen mit ausländischen Krüppelgehölzen, die er schwerzhaft als Friedhofsgrün bezeichnet, entstand ein Naturgarten mit großer Blumenwiese, Bäumen und Hecken, Tümpel, einem Nutzgarten, Trockenmauern und ein Steingarten.
Habt ihr auch Lust, euren Garten in einen naturnahen Schmetterlingsfreundlichen Garten zu verwandeln? Dann wäre dieses Buch eine gute Anleitung dafür.  Ein wichtiger Rat des Autors ist, mehr einheimische Pflanzen in den Garten zu bringen, denn daran sind die Falter seit Jahrtausenden angepasst. Mit seinen 5 Tipps zur schmetterlingsfreundlichen Gartengestaltung kann man mindestens 12 verschiedene Falterarten anlocken und dafür braucht man nicht mal einen Sommerflieder anzupflanzen. 

Ds Buch wird empfohlen von der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Lepidopterologen e.V.

und vom NABU

RAINER ULRICH:
Schmetterlinge – entdecken und verstehen
176 Seiten, 202 Fotos. Mit 20 spannenden und amüsanten Schmetterlings-Erlebnissen
Kosmos-Verlag, Stuttgart 2015
Preis: 16,99 €
ISBN 978-3-440-14529-6

Anmerkung: Wenn das Buch über diesen Link bestellt wird, erhalte ich eine kleine Provision. Ich biete diese Links nur bei Büchern und Produkten an die ich empfehle und selbst gelesen oder benutzt habe. Ich mache keine Gefälligkeitsrezensionen. Links zu Büchern und Produkten von denen ich nicht überzeugt bin, biete ich nicht an. Das Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Alle rechte der Fotos liegen beim Verlag.

Buchempfehlung Urban Gardening von Anja Klein

Als ich an unserer ersten Wohnung nur einen schmalen Balkon hatte, wuchsen dort keine Geranien. Im Balkonkasten gab es bunt gemischte Sommerblumen mit Kapuzinerkresse und auf dem Boden standen Tomaten und Erdbeeren in Töpfen.
Wer keinen eigenen Garten am Haus hat, muss trotzdem nicht aufs Gartenglück verzichten. Darüber schreibt Anja Klein in ihrem Buch Urban Gardening – Gartenglück für Großstadtpflanzen. „Buchempfehlung Urban Gardening von Anja Klein“ weiterlesen