Frühlings-Fehlstart und 12tel Blick

Eigentlich ist der 1. März der meteorologische Frühlingsanfang. Stattdessen wurden meine ersten Krokusse in wenigen Stunden komplett zugeschüttet und ein eiskalter Ostwind fegte durch die Stadt. Leider kam das ganze einen Tag zu spät, sonst hätte der Nachbar die letzte große Fichte stehen lassen müssen. Der Baumfäller entschied, dass es trotz Winter-Wetter machbar ist und nun versuche ich mich an dem verschneiten Garten zu freuen, wenn ich aus dem Fenster schaue. Den Blick in die Ferne versuche ich, zu vermeiden.
Das hübsche Schneeglöckchen habe ich gerettet…nicht vor dem Rasenmäher…dafür aber vor den rabiaten Holzfällern eines weiteren Baumes hinterm Haus, einer großen Birke. Ich dachte, ich seh nicht richtig. 

Kopf hoch…das wird schon wieder…oder?
Für Cam underfoot ein aktuelles Foto vom wichtigsten Gartenwerkzeug in diesem Moment. 
Die Zwiebeltöpfe konnte ich nun immer noch nicht abdecken, dabei gibt es schon ganz viel Grün, vor allem im großen Korb.
Ich könnte mir vorstellen, dass der Osterhase auch dieses Jahr im Schnee kommen muss.
Wenn ich dort im Sommer sitze, dann sehe ich nur meinen Garten und nicht das Elend hinterm Haus….
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Nun aber zum 12tel Blick….ich hätte auch noch ein Foto ohne Schnee gehabt. Da es aber seit dem 29.02. nun alles Weiß ist, gibt es doch ein aktuelles Schneefoto.
Das Urban Gardening-Projekt muss noch warten. Aber eine kleine Vorplanung gibt es schon.
Ein paar Samenbomben bei Waschb*r bestellt und überlegt, welche Sommerblumen-Samen ich aussäen muss, um die Pfosten bunter zu machen.
Leider kann ich die Bänke nicht umstellen….:-))
Die Stadt zeigte sich an einigen Stellen absolut winterlich.
Sogar Herr Gottfried Silbermann scheint fliehen zu wollen…
Unter der Platte verbirgt sich ein Mini-Modell der Stadt. 
Links Silbermann-Haus, Rechts Schloss-Blick
Den Touristen bleibt also einiges im Moment verborgen. So auch diese metallene Bronze-Platte vor dem Schloss Freudenstein, die an die Erfindung des Indiums und Germaniums in Freiberg erinnern soll, die jedoch im Winter bei Eis und Schnee eine große Unfallquelle wurde. 
Jetzt ist sie seit einer Woche mit Griffstangen zum Festhalten ausgestattet worden. Die Platte wollte wohl keiner mehr dort entfernen.
Allerdings kann man sich schon wieder fragen, was die Städteplaner hier so für Ideen haben…..
Bronzeplatte unterm Schneehaufen versteckt
Auf meinem Weg durch sie Stadt komme ich oft an Inas Laden, der Filztruhe vorbei…und habe Lotta ein paar Teelichtverkleidungen für ‚Bunt ist die Welt‘ #61 mitgebracht. 
Aus Brandschutzgründen stehen hier allerdings elektrische Lampen hinter dem dünnen Filz-Überzug.
Bei Ina durfte ich letztes Jahr meinen Märzenbecher filzen….:-)
Handarbeit Ina Jeromin
Das folgende Alabaster-Teelicht, eine Handarbeit aus Ägypten, stammt aus dem Shop der Tutanchamun-Ausstellung. 
Der dem Marmor ähnliche Calcit- oder Kalkalabaster wird auch antiker Alabaster genannt.
Er ist weicher, als Marmor und lässt sich bearbeiten, wie Holz.
Das wunderschöne Origami_Buch schenkte mir Eva…die Meissner 32 aus dem Bilderpingpong-Motiv von Ghislana.
Es gibt allerdings für die halbdunklen Morgen bei mir noch mehr Teelichter auf dem Frühstückstisch.
Hinten das Unterteil vom Keramik-Fondue und vorne rechts ein zusammengestecktes Licht aus der Zeitschrift ‚Herzstück‘.

Nachdenkliches aus dem Riesengebirge

Manchmal tut es gut, den Ort zu wechsen, wenn man auf andere Gedanken kommen will. Urlaub vom Alltag. …das gelingt nicht ganz so gut, wenn man zu Hause bleibt.
Wir sind ins Riesengebirge gefahren, weil hier in der Gegend kaum Schnee lag und wir doch so gerne mit Skiern durch den Wald fahren.

Auf andere Gedanken bin ich schon gekommen…..dort oben, wo man glaubt, man hat das Glück für sich gebucht.

Eine unserer Skitouren führte uns auf 1400 m Höhe zur Wiesenbaude.
Ich verwende hier mal die ehemaligen deutschen Namen, da meine Tastatur kein Tschechisch mit Häkchen kann….:-)
Die Schneekoppe ist gleich dahinter zu sehen, wenn die Wolken nicht wären…nur für einen kurzen Moment konnte ich sie halb einfangen.

Ich kenne die Schneekoppe sehr gut…manchmal im Nebel und manchmal bei Sonnenschein.
Als Kind musste ich oft im Polnischen Riesengebirge, in Karpacz/ Krummhübel Urlaub machen. Während die anderen in meiner Klasse braungebrannt vom Ostseeurlaub zurückkamen, sah ich aus, wie ein  ‚Schweizer Käse‘. Der Sonnenschein war im Riesengebirge rar. Viel Regen. Meistens wanderten wir mit dicken Sachen durch die Gegend. Später habe ich erst verstanden, warum wir dort hingefahren sind.
Es war in der Nähe der Heimat meines Vaters, der aus Schlesien stammt. Er ist mehrfach auf der Flucht gewesen. Das erste mal von Schlesien über das Riesengebirge ins Sudetenland. Dann wieder zurück und schließlich endgültig von Schlesien nach Sachsen in die Nähe von Grimma.
Damals war er 9 Jahre alt.

Es ist ein unbeschreibliches Gefühl, so alleine ohne Massentourismus, den wir aus den Alpen gut kennen, dort oben langzugleiten. Der Wind und die Kälte beißen im Gesicht, aber trotzdem fühlt man sich befreit und kann den Gedanken freien Lauf lassen. En bisschen , wie Meditieren….

Sieht aus, wie auf dem Mars…ist aber eine Wetterstation.

Wir waren ziemlich k.o., als wir an der Wiesenbaude ankamen, aber wir konnten uns wunderbar kulinarisch verwöhnen lassen. Es gab Bier von der eigenen Brauerei und selbstgemachte Erdbeerlimonade aus echten (!!!) Erdbeeren. Der hausgemachte Hefekloß mit Heidelbeerren war nicht nur optisch ein Vergnügen.

Im Flur der Wiesenbaude war eine interessante Fotoausstellung aus der Zeit vor 1945, als die Gegend noch deutsch besiedelt war,

Hier eine Aufnahme vom Sommer, auf der man die Schneekoppe sehr gut sieht.

Links sieht man, wie beschwerlich es war, das Essen auf die Schneekoppe (1605 m ü M ) zu bringen. Es erinnert mich an die Sherpas in Nepal, die noch heute so durchs Gebirge laufen.
Rechts sieht man eine Frau am Ofen bei der Käseherstellung…wie bei Heidi und dem Almöi….

Das rechte Buch würde mich ja sehr interessieren, aber ich hätte nicht gewusst, wohin damit. Wir sind auf solchen Skitouren meistens ohne Rucksack unterwegs, weil man sonst so am Rücken schwitzt.
Titel:
Eine Edition der Stiftung Erinnerung, Begegnung, Integration. 
Stiftung der Vertriebenen im Freistaat Sachsen in Zusammenarbeit mit dem Verein Erinnerung und Begegnung e.V. Bd.1


Leider hat mein Vater sehr wenig von dieser Zeit erzählt. Ich nehme an, als Kind verdrängt man diese schlimmen Sachen….
Er wird dieses Jahr 80 Jahre alt und ich hoffe, dass er mir doch noch mal etwas erzählt oder dass er es aufschreibt. Meine Oma kenne ich nur klagend und jammernd über diese Geschehnisse.
Ihre Meinung war: ‚das könnt ihr euch sowieso nicht vorstellen, wie schlimm das war‘ Punkt.

Ich fotografiere in solchen Situationen gerne die Wegweiser, um mich nicht zu verirren, falls der Mann nicht mehr in Reichweite sein sollte…wenn ich mal wieder zu viel fotografiere…
6,5 km waren es zurück bis zur Spindlerbaude. Der Sohn erklärte mir, dass man hier sogar zelten darf…und was man alles nicht darf.

Danach fuhren wir auf dem schönsten Weg, den man sich vorstellen kann auf dem Kammweg zurück mit Blick hinunter nach Polen. Atemberaubend!

Hier oben im rauen Klima wachsen nur noch Krüppelkiefern und Blaubeerbüsche.
Im Sommer hatte ich auf solchen Touren immer lila Zähne….

Auf einmal ein Felsengebilde, wie in der Sächsischen Schweiz. Solche Steine haben für gewöhnlich alle einen Namen. Ich rätselte mit meinem Sohn. Ich war für Kamel, er für Schnecke..
Ein Tourist, den ich fragte, meinte ‚Sunflowers‘
Später hat mir die Touristinfo erklärt, sie heißen Mädelssteine (???) übersetzt…:-)
Weil es ein paar Meter weiter noch die Männersteine gibt, das leuchtet ein.

Kurz vorm Dunkelwerden erreichten wir die Spindlerbaude…
Die Männer haben immer den Ehrgeiz ohne Abzuschnallen alle Berge runterzufahren.

Ich sehe das entspannter…wenn’s zu steil ist, wird abgeschnallt…:-)

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Am Samstag gibt es hier mehr aus dem Riesengebirge und die Lost Places #2,
wo ihr eure Beiträge verlinken dürft.

Der Winter ist zurück

Über Nacht kam er zurück, der Winter….gestern schon, aber heute morgen noch viel mehr. Erst mal kein erfreulicher Anblick, wenn man den ganzen Tag mit Auto herumfahren muss. 
Am Nachmittag hat mich eine kleine Gartenrunde mit dem frischen Weiß versöhnt. 
Dann konnte ich kaum noch aufhören, die winterliche Stimmung, einzufangen.
Die Lenzrose hatte ich eigentlich schon abgeschrieben. Sie hatte im Dezember nur noch grün gewordene Blüten….jetzt strahlt sie aufs neue und ist kaum  noch zu sehen zwischen all dem Weiß…eine ganz ungeduldige, die den Frühling nicht erwarten kann (so, wie ich).

Helleborus orientalis  ‚Betty Ranicar‘

Die Rispenhortensien sind noch nicht geschnitten und tragen weiße Mützen.

Ein paar der Lenzrosen sind unter dem Eimer verborgen. Da schaue ich jetzt lieber nicht drunter und hoffe, sie kommen gut durch die Kälte. 
Bis -10 Grad sollen es mindestens werden am Wochenende.
Die ersten Frühlingsboten haben sich erst mal wieder eine Decke übergezogen…
Die Reste vom wilden Herbstgarten…
gestutzt wird hier erst im Frühjahr.
Nachdem die Amseln heute verzweifelt auf dem Birken-Futterhäuschen herumturnten, gab es eine extra Portion Rosinen in die Dose..:-)
Mal sehen, wie viel Schnee hier noch bis zum Montag vom Himmel kommt.
Ja…und ich war dann mal weg…..
Dort gab es strahlend blauen Himmel und eine super Aussicht. 
Wer weiß, wo das ist?
Dann war ich aber noch mal weg….im Kino mit Hape Kerkeling auf dem Jakobsweg. 
Einfach ein toller Film!!!

Verlinkt zu Frau Frieda, die den Winter sucht.
Und auch Lotta sammelt Winterfotos.

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Auflösung: Blick auf Dresden von Dresden-Gorbitz aus gesehen.

Abenteuer Skiausflug nach Böhmen

Der Januar ist der Monat der guten Vorsätze. 

Verstaubte Fitnessgeräte werden aus dem Keller geholt, Zeitschriften nach den neuesten Diättrends abgesucht und die Fitnessstudios freuen sich über zahlreiche Neu-Anmeldungen. Alle wollen im Januar mehr für ihre Gesundheit tun, weniger essen und die Sünden der Weihnachtszeit abtrainieren.

Wir hatten dieses Jahr das Glück, nach Weihnachten Ski fahren zu können. Da fürs Wochenende Frühling angekündigt war, hat der schneesüchtige Mann mich letzten Mittwoch zu einem Ausflug überreden können. Ziel….das Böhmische Erzgebirge.

Unterwegs hatten wir (zum Glück) noch mal schnell zum zweiten Frühstück angehalten und freudig festgestellt, dass die Bäckerei Dienel in Nassau auch einen Filiale in Freiberg hat. Es war noch alles weihnachtlich dekoriert….hier in der Weihnachtsgegend würde sich keiner daran stören. Es sah wunderschön aus mit dem vielen Schnee und der Kranz kann sich auch sehen lassen….er schwebte frei im Raum.

Nach der kleinen Stärkung ging es dann weiter nach Holzhau, zum Parkplatz an der Fischerbaude.
Das erste Mal seit einem Jahr hatte ich Skier an den Füßen. Letzten Winter hatte ich nur einmal die neuen Schuhe ausprobiert, sonst war ja kein Winter.
Inzwischen ist das Böhmische Erzgebirge gut mit der deutschen Erzgebirgsregion verbunden. 
Wir wandelten auf den Pfaden der ‚Alten Böhmischen Landstraße‘.

Rad-und Skiwege sind richtig gut ausgeschildert. Eine positive Entwicklung der letzten Jahre.

Die Auswirkungen der ehemaligen tschechischen Industrie sind in der Kammregion noch zu spüren.

Wenn die kleinen Bäumchen nicht wären, würde einen dort oben der Wind nur so davonpusten….
Leider war nicht geloipt und wir fuhren etwas mühselig auf der Handloipe nach Langewiesen.
Nach ca. 10 km (und 2 Stunden ohne Pause) kamen wir zur Baude in Langewiesen. Dort kann man normalerweise bei Pilsner Urquell und Szegediner Gulasch rasten. Leider nicht an diesem Mittwoch. Wahrscheinlich waren alle nach den Feiertagen erschöpft und mussten sich erholen.

Es blieb uns nichts übrig, wir mussten hungrig durch den Tiefschnee weiterfahren. Auf zur nächsten Baude Richtung Nove Mesto. 6km oder 8km….? Mir kam es vor, wie 20……

Leider war Nove Mesto nicht unser Pausen-Ziel. Wir kennen eine gemütliche Baude am Fuß des Stürmers, also weiter durch den eisigen Wind. 
Es war gespenstisch. Die Windräder machten Krach, wie ein Propellerflugzeug.

Nach 3 1/2 Stunden Skifahren ohne Pause kamen wir an der Mikulov-Baude an. Ich hätte das Schild umarmen können!!!!

Und hab mich gefreut, wie die kleine Schnee-Maus, endlich Pause machen zu können, bis……
……mir einfiel, dass der Sohnemann an dem Tag keinen Hausschlüssel dabei hatte. Er war wegen einem Schulausflug mit dem Rucksack los und der Schlüssel steckt immer im Ranzen!!!!
Die Telefonnummer der Schule hatte ich mir schnell von einer Freundin besorgt. An diesem Tag gab es für ihn Schule (Hort) bis 17 Uhr.

Nach dem 3-Gänge-Menü mit Knoblauchsuppe, Gulasch mit Knödeln und Palatschinken mit Eis….!!!!…….ging es die letzten 10 km auf der Bahndammloipe von Moldava nach Holzhau zurück bis zum Auto. Da ich der Meinung war, den Berg zum Auto hoch nicht mehr zu schaffen, ist der liebe Mann vorgefahren und ich wollte unten im Teichhaus auf ihn warten.
Unterwegs hatte ich also viel Zeit zum Fotografieren. Die Bahndammloipe ist sehr gemütlich zu fahren. Es ist geloipt und geht immer leicht bergab. In Neu-Rehefeld kommt man an der Hochzeitsallee vorbei.

Am Teichhaus erwartete mich schon ein großer schwarzer Hund. Es sollte belgische Waffeln geben….
…..aber leider musste man auch hier von den Feiertagen entspannen. Ein Krankheitsschild verzierte die Tür.

Da standen wir nun, der Schneehund und ich, d.h. er saß und wollte auch rein. Ich hatte kein Netz und wartete geduldig auf den Mann. Und fotografierte…..
…..wie immer, wenn es langweilig ist.

Ich freundete mich also mit ihm an…..mein Leidensgefährte in der Kälte….dafür wollte er eine Nahaufnahme. Dann kam auch Frauchen mit dem Auto angefahren, aber die Gaststätte blieb zu….
Der Mann hat zum Glück keine Bierpause mehr unterwegs eingelegt…:-)))
Gesamtstrecke: ca. 30 km
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Mal sehen, ob der Winter noch mal zurück kommt. Im Erzgebirge sind die Ski-Bedingungen nach dem warmen Samstag nur noch bescheiden.

Schneetreiben

Wir versinken gerade im Schnee!
Der Laubrechen war bisher noch wichtigstes Gartenwerkzeug und wurde nun vom Schneeschieber abgelöst. 
Erst schiebt Papa und dann die Jungs…..den ganzen Tag und den ganzen Garten.
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Hier hat Sohnemann jetzt striktes Abräumverbot….eines meiner Lieblingsfotomotive…..mal sehen, wie lange es noch so unberührt bleibt.
(Und während ich es schreibe, ist das schöne Motiv schon dahin…)

Die Amsel startete einen verzweifelten Anflug zu ihrem Apfel unter den Fichtenzweigen
Sie kommt ja nicht an den schönen Topaz ran, 
der ist wirklich nur Deko, aber er bringt etwas Farbe in die Schwarz-Weiß-Fotografien….
Auch hier noch ein Farbtupfer an der roten Rose
Die Anemone japonica reiht sich wieder ein in die Schwarz-Weiß-Fotos
Die Eule sieht mal wieder gar nichts mehr…
kleine Schnee-Häubchen bedecken die Hortensie ‚Limelight‘
Und auch den übrigen Vögeln ist der Blick etwas getrübt
Ich bin gespannt, wie hoch der Schnee diesmal noch wird
Ein Teil vom 12tel Blick
Nächstes mal wird es wieder farbenfroher.
…dann gibt es bei mir den Jahresrückblick