Trockenhänge und Urwiese bei Junkersdorf im Naturpark Haßberge

Zum Jahreswechsel war ich diesmal im Naturschutzgebiet Haßberge in Unterfranken unterwegs. Das Wetter war gerade wieder nicht mehr winterlich. Am Samstag davor hatte es heftig geschneit und alle Wege waren aufgeweicht und lehmig matschig. Wanderlust stellt man sich anders vor, aber wenn man schon mal da ist, kann man ja nicht nur vorm Kamin hocken. 

Naturpark Haßberge

Wir sind also am Sylvestertag ausgerückt, um die Umgebung von Königsberg, einer herrlichen mittelalterlichen Stadt, zu erkunden. Zunächst stellt man erstaunt fest, dass man sich an der ehemaligen Landesgrenze ( 1826-1920) zwischen dem Königreich Bayern und dem Herzogtum von Sachsen Coburg-Gotha befindet. Ein großes Schild weist darauf hin. Der Haßbergverein Königsberg hat nun hier einen Rundwanderweg  ausgeschildert, der uns auch zu den Trockenhängen bei Junkersdorf führt.

Die Fotos sollten diesmal beim Anklicken größer werden….

 

Ehemalige Landesgrenze

Sicher ist das ein Ort, der im Sommer ein wunderschönes Ausflugsziel ist. An diesem Tag hatten wir den Vorteil, dass wir die einzigsten waren, die zu Fuß unterwegs waren. Da es nicht so weit entfernt vom Zuhause ist, können wir ja später noch mal einen neuen Versuch starten, wenn hier die Hänge blühen.

Ein Schild macht auf jeden Fall neugierig auf die Flora und Fauna dieser Trockenhänge und der Urwiese bei Junkersdorf, einer Kulturlandschaft, die ursprünglich vom Weinanbau geprägt wurde.

Urwiese Flora: Sibirische Schwertlilie, Schmalblättriges Lungenkraut, Holunderorchis, Pfeifengraswiese, Flachmoor, wechselfeuchte Magerwiese

Urwiese Fauna: Kurzflügelige Schwertschrecke, Heidegrashüpfer, Alexis Bläuling

In Bayern gilt der Alexis Bläuling als ’stark gefährdet‘. Dieser Falter lebt bevorzugt in den wärmeliebenden Säumen der Waldränder. Raupennahrung bietet bevorzugt der Färberginster.

Die Trockenhänge

Nach der Aufgabe des Weinanabaus wurden die Hänge als Äcker und Wiesen genutzt und teilweise mit Obstbäumen bepflanzt. Mit der zunehmenden Mechanisierung der Landwirtschaft konnten die steilen Hänge mit den modernen Maschinen nicht mehr rentabel bewirtschaftet werden und fielen zunehmend brach oder wurden wieder aufgeforstet. Auf den kaum oder gar nicht gedüngten Wiesen und Magerrasen hat sich eine  Artenvielfalt eingestellt, die dem Reichtum der Wälder nicht nachsteht oder diese sogar übertrifft. …

Das blütenreiche Grünland und die Heckensträucher ernähren eine vielfältige Insektenwelt, die wiederum die Futtergrundlage für zahlreiche Vogelarten bildet. Die Hecken und  Baumhöhlen in den alten Obstbäumen bieten Nistgelegenheiten für die Vogelwelt. Auch Reptilien, wie die Zauneidechse profitieren vom reichen Nahrungsangebot. (Auszug der Infotafel)

Trotzdem finden wir noch Weinanbau am Hang. Eine wunderbare Aussicht hat man von oben auf das ebenfalls wunderschöne historische Städtchen Unfinden.

Blick vom Trockenhang auf Unfinden
Holzkunst am Weg

Die Trockenhänge und Wiesen werden auch fleißig von Schafen beweidet. Den Sylvestertag durften sie aber gemütlich im warmen Stall verbringen. Wer mag, bitte das Foto anklicken und per Pfeiltasten durchblättern. Die Pfeile unter dem angeklickten Bild vergrößern die Ansicht. Sorry, ich weiß noch nicht, wie ich die komische Beschriftung loswerde….

Hassberge - 9
Hassberge - 9
Aperture: 2.2Camera: iPhone 6sIso: 200Orientation: 1
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Hier hab ich schon mal über die Gegend berichtet. Das Drachenloch in Königsberg gibt es noch, aber es ist eine private Sache geblieben. Diesmal hatte das wunderbare Kunstcafe geöffnet und was für eine Freude, wenn historische Häuser mit viel Liebe saniert werden können. Das ist nicht nur ein ostdeutsches Problem (siehe Freiberg).

Hier mal ein Beispiel, als ich Anfang 2015 ein Haus gleich neben dem Stadttor fotografiert hatte. Obwohl auch die alte Tür absolut ihren Charme hat….;-) Sie gefällt mir alt fast bessert, als neu, aber da das Haus insgesamt renoviert wurde, hätte das nicht mehr gepasst. Auch damals lag Schnee.

Vorher-Nachher von 2015 und 2018

Verlinkt zum Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

25 Antworten auf „Trockenhänge und Urwiese bei Junkersdorf im Naturpark Haßberge“

  1. Trockenhänge und Ausblick sind hier geländebedingt leider Fehlanzeige. Da kann man sich schon freuen, wenn man andere Magerstandorte findet. Ganz toll finde ich die Beschilderungen! Aufklärung nützt, steter Tropfen höhlt vielleicht den Stein. An solchen Stellen, wo alte Grenzen verlaufen, bleiben wir immer andächtig stehen und denke uns in die jeweilige Zeit zurück. Es ging dort sicher nicht immer nur friedlich zu.
    Liebe Grüße
    Karen

  2. Hallo liebe Sigrun,
    ja, nach den vielen Niederschlägen ist die Jahreszeit nicht so ideal für solche Touren, aber ab und zu muss man ja raus zum Lüften *zwinker*. Und der Blick, den man von da oben hat ist doch ganz toll, da nimmt man auch das anschließende Schuhe putzen in Kauf *lach*.
    Die Schafe haben sich sicher auch über die Abwechslung durch euren Besuch gefreut (das mit dem Blättern habe ich dieses Mal gut hinbekommen *freu* und weil sie so niedlich waren habe ich gleich mehrere Durchgänge geblättert *lach*).

    Mir gefällt die alte Tür ebenfalls besser, aber sie wird nicht nur Besucher, sondern sicher auch viel Kälte reingelassen haben.

    ♡ ♥ ♡ ♥ ♡ ♥ ♡ ♥ ♡
    Herzlich grüßt
    Uschi

  3. ich liebe trockenrasengebiete und würde im sommer gern dort einmal auf der bank sitzen und den schmetterlingen zusehen! habe die schafe etwa jetzt schon lämmer oder sind die bilder schon älter? na ja, bei den gegenwärtigen frühlingstemperaturen würde es mich nicht wundern!
    liebe grüße
    mano
    ps: es klappt jetzt wieder mit dem anzeigen deines blogs!

  4. Liebe Sigrun,
    määääääh, ich freue mich über das schöne und gepflege Schaf.
    :-))

    Die Landschaft erinnert mit an das Naturschutzgebiet Leudelsbachtal bei mir um die Ecke, dort gehe ich ja auch immer Laufen und dort gibt es auch Trockenwiesen.

    Gerade habe ich vom Nabu ein Faltblatt im Briefkasten liegen gehabt und das weisen sie darauf hin, das gerade Ende Februar das Ackerhellerkraut und das Berghellerkraut wächst. DA muß ich hin, bald weiß ich gar nicht mehr, wo ich noch überall hin möchte.

    Interessant hast du den Post geschrieben, klasse.

    Lieben Gruß Eva

  5. Hallo Sigrun,
    da würde ich gern mal im Sommer spazierengehen. Haßberge… kommt man da nicht dran vorbei auf dem Weg nach Süden? Kommt mir so bekannt vor, als wäre das an der Autobahn, aber vielleicht heißt es auch nur ähnlich.
    VG
    Elke

  6. Was für eine spannende Landschaft, da wirst du zur Blütezeit noch mal hinmüssen… Ja, die Trockenhänge haben es in sich. Die Schafe mit den Lämmchen sind ja allerliebst… Dankeschöne für den Ausflug. Die alte Tür… Lieben Gruß Ghislana

  7. Liebe Sigrun,
    da erfahre ich doch auch mal was Neues über meine Wahlheimat. Dass dort mal eine Landesgrenze war, wusste ich nicht. In die Gegend um Königsberg komme ich eher selten mit dem Hund und kenne mich dort auch nicht besonders aus. Also vielleicht kannst Du mir irgendwann mal genauer mitteilen wie ihr gelaufen seid. Der Ausblick über die Weinberge Richtung Unfinden ist im Herbst bestimmt sehr schön. Falls Du das nicht weisst: In Unfinden finden 🙂 Weintrinker auch die ein oder andere Heckenwirtschaft.
    Was man dort aber nicht findet, sind Hausnummern. Alles total durcheinander! Ich habe vor Jahren dort mal eine Hausnummer gesucht und es am Ende aufgegeben.
    LG
    Sigrid

  8. Guten Morgen, liebe Sigrun,
    danke für diese schöne Tour durch dieses herrliche Terrain! Da hätte ich Dich gerne begleitet ….
    Diese alte Tür, die jetzt rnoviert ist …ich muß gestehen, die gefiel mir in dem alten, verwitterten Zustand auch besser … aber gut, daß sie trotz Hausrenovierung berhaupt erhalten wurde!
    ღ Ich wünsche Dir einen schönen Tag und einen guten Start in ein entspanntes Wochenende ღ
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  9. Ein wundervoller Ausflug! Den solltest Du im Sommer, wenn alles blüht unbedingt wiederholen!!!
    Auch wenn die Türe nicht mehr den ganz alten Charme besitzt, finde ich es klasse, dass sie renoviert wurde. Da gibt es ganz andere Beispiele für „Renovierung“!
    Viele Grüße von
    Margit

  10. Liebe Sigrun,
    ja, mir hat die ursprüngliche Tür auch besser gefallen 😉
    Wunderbar, dieser Spaziergang und natürlich die SCHAAAFE, die ich so gerne mag – und NATURSCHUTZGEBIET ist ein perfektes Stichwort für ANL – http://rostrose.blogspot.co.at/2018/01/anl-25-3-neue-herausforderungen-bei-anl.html – ich würde mich sehr freuen, wenn du den Beitrag dort verlinkst! : -)) Und ich freu mich auch schon sehr auf dein nachhaltigen Gärtner-Beiträge oder Aus alt mach neu etc.!!!
    Herzlichst, Traude
    http://rostrose.blogspot.co.at/2018/01/warm-in-strick-matsch-wandern-in-wei.html

  11. Liebe Sigrun,
    grad kann ich mich bei dir so schön auf unsere heutige Winterwanderung einstellen…die Sonne lässt soeben blicken, da werde ich hier unser plattes Land genießen. So tolle Aussichten wie von deinem Standpunkt haben wir leider nicht. Ein Sommerpost über die Gegend wäre auch eine feine Sache.
    Ein nettes Wochenende – lieben Gruß, Marita

  12. Liebe Sigrun,

    schön das du mich „wiedergefunden“ hast.
    Ich muss zugeben, dass ich kaum mehr im Bloggerland tätig war. Dafür mehr auf Instagram. Und wie ich sehe bist du da ebenso. Folge dir schon da, damit wir uns eher wieder „begegnen“. 😉
    Mir fehlt oft die Lust zum Schreiben, aber Fotos mache und zeige ich gern.

    Ganz liebe Grüessli
    Julia

  13. Liebe Sigrun,
    ein schöner Sparziergang mit dir, ich mag solche Landschaften bei uns gibt es auch eine schöne Strecke durch dir Metzinger Weinberge, deine Bilder haben mich sehr daran erinnert. Ich genieße solche Streifzüge auch mehr an den bewölkten Tagen, wie wenn es, an schönen Frühlingstagen, so überlaufen ist. Deine kleinen Lämmchen finde ich natürlich zuckersüß.
    Liebe Grüße Saskia

  14. Liebe Sigrun,
    ich finde es immer wieder schön das ich hier bei dir Gegenden kennenlerne an denen man sonst ahnungslos vorbei rollt. Ich kann mir auch gut vorstellen das es dort zur Obstblüte auch wundervoll ist.
    Herzliche Grüße Theresa

  15. Bestimmt eine sehr schöne Gegend, liebe Sigrun!
    Auf Trockenhänge und Urwiesen wäre ich auch neugierig!
    Hier gibt es nur einen umgezogenen Magerrasen, nicht so das Wahre! Wenn der nicht beständig großartig gepflegt wird, wird daraus eine stinknormale Wiese oder Wald. An seinem ursprünglichen Standort wäre der besser aufgehoben gewesen …

    Was es alles gibt – Alexis Bläuling habe ich noch nie gehört, aber mit Bläulingen im Speziellen habe ich mich auch nie beschäftigt. Sie sehen sicher alle ein wenig anders aus. Hier gibt es nur noch selten einmal Bläulinge. Zu viele Gifte in der Landwirtschaft!

    Hmm, aber bei mir erscheinen bei dem besagten Foto keine Pfeiltasten?? Muß ich da im Browser was aktivieren? Ich kenne ja WordPress-Blogs, aber diese Galerien mit lauter kleinen Vorschaubildern. Ist ja aber ein freier Blog, den ich da noch führe … da ist das vielleicht wieder anders …

    Tja, die alte Tür gefällt mir im Grunde auch besser. Ich hätte sie sicher so gelassen, aber vielleicht war sie wirklich überholungsbedürftig. Man hätte ja den Außenputz farblich angleichen können…

    Liebe Grüße
    Sara

  16. eine interessante Gegend
    schön dass es gepflegt wird und nicht wieder verbuscht
    süß die Lämmchen 😉
    die restaurierte Tür ist aber toll geworden
    man sollte kaum meinen dass es die gleiche ist
    obwohl sie natürlich so alt auch ihren Charme hatte
    liebe Grüße
    Rosi

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