Natur

Die Tausendjährige Eiche von Bärenklau

In einer dünn besiedelten Gegend, zwischen den Touristen-Magneten Oder-Neiße-Radweg und Spreewald, liegt ein kleines beschauliches Dorf mit einem Schloss, einem Rittergut und einer Baumberühmtheit. Die knorrige Eiche von Bärenklau soll ca. 1000 Jahre alt sein und damit 300 Jahre älter, als das Dorf selber, denn Bärenklau wurde erstmalig 1295 urkundlich erwähnt. Bis zum Jahr 1563 gehörte das Rittergut mit Vorwerk zum Jungfrauenkloster von Guben. Letzteres ist die Heimat vom Mann und daher wird über Ostern gerne der Schwiegervater besucht. Auf dem Rückweg wollten wir unbedingt mal die gerade austreibende, alte Eiche besuchen.

Leider haben wir vergessen, den Baum zu umfassen, aber unsere 8 Arme hätten wohl trotzdem nicht gereicht, denn der Stammumfang misst laut Rainer Lippert 8,45 m (2016/ bzw. aktuelle Daten).

Wegbeschreibung

Es war nicht einfach den Baum zu finden, denn es handelt sich ja nicht um einen Touristenort. Ich war vor ganz langer Zeit dort, als meine Mutter im Schloss zur Kur war. Aber den Baum hat sie uns damals auch nicht gezeigt. Vielleicht wusste sie gar nichts davon.

Man findet die Eiche, wenn man die Schlossstraße Richtung Schloss fährt und vor der Gaststätte parkt. Dann auf der linken Seite einen kleinen Weg hinter laufen und nach wenigen Metern ist sie nicht zu übersehen.

Geo-Koordinaten

Wer ein GPS-Gerät dabei hat oder die Karten-App, dann gelingt es auch über folgende Geo-Koordinaten:

Geo-Koordinaten:
E14°33.622′ / N51°56.308′

Steckbrief der Tausendjährigen Eiche

Es handelt sich um eine Stiel-Eiche (/Quercus robur). Zum Steckbrief:

  • Ort: Bärenklau in Brandenburg
  • Gemeinde: Schenkendöbern
  • Landkreis: Spree – Neiße
  • Höhe: 65 m über NN
  • Alter ungewiss…näheres dazu findet man hier
  • Umfang (8,45 m ), aktuelle Daten gibt es hier

Eingetragenes Naturdenkmal

Seit 1930 ist die Eiche von Bärenklau als Naturdenkmal eingetragen. Am Stamm sind zahlreiche Knollen und vielgestaltige Wucherungen zu sehen, die der Phantasie freien Lauf lassen. Die Eiche soll trotz zahlreicher Schäden und der nicht mehr so gut ausgebildeten Krone ein sehr vitaler Baum sein.

Natürlich ist das wahre Alter des Baums unbekannt, aber tausendjährig klingt immer gut.

Das Gedicht am Baum

Da das Gedicht in altdeutscher Schrift verfasst ist und das nicht mehr alle Jüngeren lesen können:

Achtet und ehret das Alter

Ich steh nun über tausend Jahr, sah manch Geschlecht erstehen, sah manchen Greis im Silberhaar den ich als Kind gesehen. Den Rittersmann im Eisenkleid mein Schatten schon erquickte, sah Kriegesleid, sah Siegesfreud und was der Herr sonst schickte. Doch mich die Zeit jetzt auch zernagt, die, die mich hat erzogen, der stets zu trotzen ich gewagt, hats Mark mir ausgesogen. Bald ist’s nun auch um mich geschehen, gewährt drum, was ich flehe: Last eins von meinen Kindern stehn, wo ich Jahrtausend stehe. Quelle unbekannt

Verlinkt zu Jahreszeitenbriefe – Mein Freund der Baum

13 Comments

  • Sara - Mein Waldgarten

    Ganz toll so ein uralter Baum. Bei uns gibt es auch noch wenige.

    Überhaupt, das Alter achten und ehren, das bezieht sich auch auf uns Menschen! Wer achtet schon noch das Alter? In anderen Kulturen ist das noch anders. Wäre ein Grund, auszuwandern. 😉

    Liebe Grüße
    Sara

  • Pia

    Da lohnt sich jeder Abstecher um den Baum zu besuchen. Zum Staunen, bewundern und ganz viel Ehrfurcht zu zeigen. Schön, dass du ihn besucht hast ich komme wahrscheinlich nie dorthin.
    L G Pia

  • Birgitt

    ..das ist wirklich eine unvorstellbar lange Zeit, liebe Sigrun,
    die dieser ehrwürdige Baum nun schon dort lebt…schön, dass du ihn besucht hast und hier zeigst,

    liebe Grüße Birgitt

  • Elke (Mainzauber)

    Liebe Sigrun,
    das ist wirklich ein beeindruckender Baum. Wir haben in unserer Umgebung auch etliche sehr alte Bäume, aber so alt sicher nicht. Ob er weitere tausend Jahre überdauern wird?
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

  • Margit

    Es gar nicht so entscheidend, wie alt der Baum wirklich ist. Auf jeden Fall hat der Baum wohl schon vieles erlebt. Wenn man überlegt, was der Baum alles erzählen könnte… Ist das schon faszinierend!
    Wir waren vor ein paar Jahren in Ivenack und haben uns die dortigen Baumgiganten angesehen.
    Viele Grüße von
    Margit

  • mano

    unglaublich, was dieser baum schon alles erlebt hat! kriege über kriege, naturkatastrophen, kletternde kinder vieler generationen…
    schön, dass du ihn gefunden hast!
    liebe grüße
    mano

  • kleiner-staudengarten

    Liebe Sigrun,
    in meinem Nachbarkreis gibt es auch eine tausendjährige Eiche, die aber wohl dieses Jahr kränkelt. So schöne Naturdenkmale, die unbedingt erhalten werden müssen.
    Gigantisch, was dieser Baum wohl zu erzählen hätte.
    Lieben Gruß und ein schönes Wochenende, Marita

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Sigrun,
    solche Bäume sind sehr beeindruckend. Bei uns im Dorf steht auch eine alte Eiche, wie alt sie ist weiß ich nicht, aber alt genug, dass sie auch ein Naturdenkmal ist.
    Das Gedicht hat mir besonders gut gefallen.
    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Elke Schwarzer

    Hallo Sigrun!
    Grandios! Ob da wohl jemand drin wohnt, eine Eule oder ein Star?
    Am 1. Mai sind wir an einer uralten Linde vorbei gekommen, die steht auf einer Weide mitten im Wald uns ist Naturdenkmal. Wie alt sie genau ist, stand aber nicht dran.
    VG
    Elke

  • Claudia

    Liebe Sigrun,
    danke für diesen tollen Beirtag … ach, wenn dieser BAum nur erzählen könnte …. ein herrlicher, alter Geselle!
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine wunderschöne und zufriedene neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • Krümel

    Hallo Sigrun,
    wie toll ist dass denn? 1000 Jahre? Unfassbar! Wenn sie doch nur reden könnte – stell Dir vor was sie schon alles gesehen haben muss…… Toll!
    Danke dafür und Dir eine tolle Woche.
    Liebe Grüße,
    Krümel

  • jahreszeitenbriefe

    Was für ein Alter… Was für ein mächtiger Baum… Schön, dass er hier zu Ehren kommt und zu sehen ist… Auf der Fahrt von Hiddensee über Rerik und Bützow wieder nach Hause haben wir so viele herrliche Baumalleen, darunter auch Eichen gesehen… Da ist man immer wieder dankbar, wenn man so etwas erleben kann. Lieben Gruß Ghislana

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