Pflanzen für Insekten
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Rezension – Richtig gute Pflanzen für Insekten von Elke Schwarzer

Die besten Blüten für maximal viele Bienen, Schmetterlinge & Käfer

Schon vor einem Jahr fand dieses wunderbare Naturgartenbuch den Weg in mein Gartenbuch-Regal, in dem bereits alle Bücher von Elke Schwarzer stehen. Es fehlt aber hier auf dem Blog noch in der Sammlung der zu rezensierenden Gartenbücher. Da gerade ihr neues Buch „MORD IM NACKTSCHNECKEN-MILIEU“ (2026) erschienen ist, also erstmal eine Rezension zu Richtig gute Pflanzen für Insekten, das 2025 im Ulmer Verlag erschienen ist.

Garten als Insektenmagnet

Es gibt ja inzwischen reichlich Bücher über die Insektenwelt, aber wenn es um den Zusammenhang zwischen Insekt und Pflanze geht, finde ich das besonders spannend. Seitdem ich meinen Garten naturnah bepflanze, versuche ich, möglichst heimische Pflanzen, die richtig gut für Schmetterlinge sind, anzusiedeln. Eins meiner ersten Bücher, die ich direkt zum Pflanzenkauf mitgenommen habe, war daher „Der Schmetterlingsgarten“ von Elke. Das Gute daran, man pflanzt automatisch für andere Insekten oder Gartentiere mit. Denn alles befindet sich in einem kleinen Garten-Ökosystem.

Die vordere Klappen-Doppelseite zeigt gleich für Anfänger, die sich noch nicht so viel mit Insekten beschäftigt haben, woran ich welches Insekt im Garten erkenne. Wie unterscheide ich eine Wanze von einem Käfer? Alles gelb gestreift ist eine Biene oder etwa doch nicht? Die hintere Einband-Doppelseite zeigt dagegen anschaulich, an welchen Orten Insekten wohnen, denn es gibt weit mehr, als nur Mauerbienenkästen, von denen viele Naturgärtner glauben, man könne damit die gesamte Insektenwelt retten. Einleitend findet der Leser Nistplätze, die sich besonders gut für Insekten eignen wie Totholz oder Trockenmauern. Acht einfache Anleitungen zeigen, wie sich strukturreiche Lebensräume von der Blumenwiese bis zum Sandarium anlegen lassen.

Apropos retten. „Von null auf Insektengarten“ ist tatsächlich möglich, wenn man weiß, wie es richtig geht. Welche Pflanzen und welche Nistplätze dabei helfen, findet man im Buch in den verschiedenen Kapiteln. Ein besonderes Plus ist die Kennzeichnung des Biodiversitätsindexes bei jedem Pflanzenporträt ab Seite 30. Was heißt das genau? Elke Schwarzer hat ziemlich aufwendig Datenbanken durchforstet, die angeben, welche Anzahl der Insektenarten von der jeweiligen Pflanze profitieren. Anhand der Zahlen kann ich sofort erkennen, ob die Pflanze besonders toll für meinen Schmetterlingsgarten geeignet wäre. Ein anderer möchte aber vielleicht lieber ganz viele spezialisierte Wildbienen ansiedeln. Anhand der Insekten-Symbole an der oberen Leiste der Pflanzenporträts ist das kein Problem.

Welches sind denn nun die richtig guten Pflanzen für Insekten?

Schauen wir beispielsweise eine meiner Lieblingspflanzen, den Natternkopf, an, dann bin ich begeistert, dass er für 42 Schmetterlingsarten und 24 Raupenarten einen Nutzen bringen kann, wenn sie vor Ort zu finden sind. Die Regionalität spielt natürlich immer noch eine extra Rolle. Man kann trotz Weißem Mauerpfeffer im Garten nicht den Apollofalter anlocken, außer man wohnt in der Nähe von seinem Lebensraum. Ganz vieles funktioniert aber, wie die Resede, die gerne die Reseden-Maskenbiene lockt oder der Natternkopf, auf dem man häufig die Natternkopf-Mauerbiene findet. Wer den Platz und den richtigen Boden dafür hat, sollte sich unbedingt die Sal-Weide in den Garten holen. 220 Raupen können von ihr profitieren.

Ergänzend gibt es ein kurzes Kapitel mit Bäumen, die sich auch für kleinen Gärten eignen. Das Thema finde ich besonders wichtig, da die Baumschulen nicht darauf spezialisiert sind, insektenfreundliche Bäume für unsere aktuell immer kleiner werdenden Gärten anzubieten. Da werden häufig exotische Zuchtformen empfohlen, die kaum einem Insekt nützen, aber aufgrund des kleinbleibenden Wuchses mit nach Hause genommen werden. So sind die heutigen Gärten in der Regel immer weniger nützlich für Insekten ohne, dass es jemand direkt beabsichtigt.

Wer sich diese Rezension durchliest, wird es bestimmt anders machen wollen. In einem extra Tipp gibt die Autorin Sorten-Tipps, von gezüchteten Pflanzen und Bäumen, die trotzdem für Insekten tauglich sind.

Insgesamt gibt es 90 Blumen, Sträucher und Bäume im Buch, die von Pollen- und nektarsuchenden Blütenbesuchern angeflogen werden oder als Futterpflanze diesen. Damit schafft es jeder, egal ob mit großem oder kleinen Garten, maximal viele Arten von Wildbienen, Schmetterlingen, Schwebfliegen, Wanzen oder Bock- und Rosenkäfern in den Garten zu locken, fördern und zu beobachten.

Mein Fazit: In meinem neuen, „alten Garten im Stil der 70er Jahre“, den ich ab dem Frühjahr Schritt für Schritt umgestalten werde, wird das Buch mein Begleiter sein, damit mich wieder zahlreiche, richtig gute Pflanzen für Insekten umgeben. Ohne diese kleinen Krabbler und Flieger kann ich mir einen Garten nicht mehr vorstellen. Gehts euch auch so? 

Das Buch wird empfohlen vom Naturgarten e.V.

Zum Gartenblog von Elke geht es hier


Alle gezeigten Abbildungen sind Auszüge aus dem Buch, © Elke Schwarzer, Ulmer Verlag

Ich freue mich, wenn du das Buch kaufen möchtest und meinen Blog über den folgenden Link unterstützt: hier klicken (Affiliatelink). Damit verändert sich der Preis nicht.

Richtig gute Pflanzen für Insekten von Elke Schwarzer

Die besten Blüten für maximal viele Bienen, Schmetterlinge & Käfer

20,00 €

144 Seiten | 23,5 x 17,2 cm Klappenbroschur 

Ulmer Verlag


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3 Comments

  • Susanna

    Liebe Sigrun,
    ich habe schon einige Bücher von Elke, u.a. den Bienengarten und den Schmetterlingsgarten und finde sie sehr hilfreich für die Auswahl von Pflanzen für den insektenfreundlichen und naturnahen Garten. Dieses Buch ist mir bisher entgangen. Danke für die Vorstellung!
    Liebe Grüße
    Susanna

  • Rosi

    sehr schön geschrieben 😉
    ich versuche auch Pflanzen anzusiedeln die
    Insekten anlocken
    leider sind Schmetterlinge so gut wie gar nich anzutreffen
    und auch Bienen machen sich rar ..leider..
    mal sehen wie sich dieses Jahr entwickelt
    liebe Grüße
    Rosi

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