52 Projekte für Stadtgärtner – Buchempfehlung

Wolltest du schon immer mal dein eigenes Obst und Gemüse ernten oder Blumen selber aussäen, aber du hast nur einen kleinen Stadtbalkon oder einen gepflasterten Hinterhof?
Auch ein Schrebergarten ist absolut nicht in Sicht?
Alles kein Problem, denn Gärtnern geht überall, egal wie viel Platz du hast.
Wenn du dafür noch ein paar kreative Ideen suchst, die gar nicht viel kosten sollen, dann kann ich dir das Buch ’52 Projekte für Stadtgärtner‘  empfehlen.

Die Diplom-Biologin Bärbel Oftring zeigt in ihrem Buch, wie man Woche für Woche ganz einfach vom Stadtbewohner zum Stadtgärtner werden kann. Angefangen vom Säen, über das Pflanzen bis hin zum Ernten.
Es gibt aber auch einige Pflanztipps für verschiedene Blumen und Stauden.
Bepflanzen kann man fast alles, was wasserfest ist….dafür findest du eine riesige Auswahl an originellen DIY- Pflanzgefäßen.
Für 52 Wochen im Jahr werden spannende und unkompliziert nachzumachende Projekte vorgestellt, von Window-Farming und Dosen-Gärtchen über Kräuter-Vertikal-Gärten bis hin zu Tee von der EURO-Palette.

Bei mir steht das Buch schon seit letztem Jahr im Bücherregal und trotz eigenem Garten fand ich einige Anregungen zum Ausprobieren. Das Buch ist zwar so aufgebaut, dass  jeder Kalenderwoche des Jahres ein Projekt zugeordnet ist, aber du musst dich nicht so exakt dran halten. Falls du aber ein weniger erfahrener Gärtner bist, ist es sicher sehr nützlich, wenn du weißt, in welcher Kalenderwoche die Bohnen-Aussaat sinnvoll ist oder wann du im Frühjahr Tomaten und Chili aussäen kann. Die Zucchinis würde ich allerdings nicht schon in der KW 8 aussäen, weil du sonst riesige Zimmerpflanzen züchtest.

Mein Favorit ist der Insekten-Rastplatz ‚Zur Quelle’…:-))
Ein Korb, der mit einer selber ausgesäten Feldblumen-Mischung zum zauberhaften Mini-Naturgarten wird.

Es gibt Tipps, was du alles beachten musst, damit es ein blühfreudiger Korb wird, der die Insekten magisch anzieht.
Wenn du dir keine fertige Samenmischung kaufen möchtest, kannst du nachlesen, welche Blumen besondere Bienen- und Hummelmagneten sind, wie Borretsch, Dost oder Moschusmalve.
Wunderbar finde ich die Gestaltung der Umschlagrückseite, die auf einen Blick die Top 15 der Bienenpflanzen zeigt.

Ich habe letztes Jahr so einen Insekten-Rastplatz an eine Freundin verschenkt……ich habe ausgesät, sie musste sich nur noch um regelmäßige Wassergaben kümmern….:-)

Sehr gelungen finde ich die Bepflanzung eines Dachgartens mit Vorschlägen für robuste Stauden und Gräser.
Für das Rooftop-Gardening finde ich allerdings die Samenvorschläge zum Blackbox-Gardening weniger geeignet. Hier sind viele erst im zweiten Jahr blühende Blumen dabei, wie Akelei, Stockrosen und Königskerze. Dafür brauchst du unbedingt mehrjährig nutzbare Gefäße, Geduld und viel Platz. Eine Königskerze kann riesig werden….

Meine Vorliebe für das Guerilla Gardening kennst du vielleicht schon?
Hast du Lust, mal Samenbomben selber zu basteln, bestückt mit deinen Lieblingsblumen?
Oder hast du noch Samen vom Vogelfutter übrig? Ein Tipp für die KW 17.

Stecke doch mal Samen an triste Stellen in der Stadt, die du gerne begrünen würdest. Sonnenblumen keimen meistens schnell, brauchen dafür aber feuchtes Wetter oder ein paar extra Wassergaben. Das heißt, dass du als Guerilla Gardener auch ‚Gartenpflege‘ betreiben müsstet. Sonnenblumen brauchen viel Wasser. Also, am besten an einem Weg aussäen, an dem du täglich vorbeikommt. Du musst ja keine Gießkanne mitnehmen…eine Wasserflasche tut es auch….:-)

Sehr gut finde ich die Idee, Naschsträucher für Vögel zu pflanzen, die auch in größeren Pflanzgefäßen gut wachsen. Obwohl der Vorschlag bei KW 42 steht, kannst du die Sträucher natürlich schon im Frühjahr pflanzen und dich das ganze Jahr dran freuen.

Neugierig auf die 48 weiteren Ideen?

Ich kann das Buch nur empfehlen, da es viele einfach umsetzbare Projekte enthält, für die kein handwerkliches Geschick nötig ist. Die vielen Upcycling-Vorschläge zeigen, dass Gärtnern nicht viel kosten muss. Das gesparte Geld kannst du dann lieber für ein gutes Werkzeug ausgeben.

52 Projekte für Stadtgärtner

Jede Woche grüner leben!
Bärbel Oftring
Kosmos-Verlag
Taschenbuch
ISBN 978-3-440-14695-8
16,99 €

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Blumenwiese am Wernerplatz

Noch bin ich da und werde den 12tel Blick am Wernerplatz in Freiberg verfolgen. Mit dem Datum habe ich es diesmal nicht so genau genommen. Ob ich in Zukunft dort noch beobachten kann, ist ohnehin ungewiss. Das Guerilla Gardening Projekt habe ich aber nicht aus den Augen verloren.
Diesmal zuerst ein Anfang-Juli-Blick  
Im hinteren Teil hat sich ein roter Farbpunkt eingefunden. Manchmal setzen sich tatsächlich Leute dort auf die Bänke….danach musste ich das gleich mal selber ausprobieren, aber so richtig gemütlich ist es einfach nicht. Wenn die Sonne scheint, hat man Null Schatten.
Leider ist von den Samenbomben, die wir mit Gretel und Lotta beim letzten 12tel Blick so fleißig verteilt haben, nichts zu sehen. Denn überall sprießt dick der Löwenzahn. Ich hab ein paar der größten Blätter erstmal abgerissen.
Eine Säule ist auch ganz üppig bewachsen, aber es fehlt eine Rankhilfe, damit die Pflanze nach oben ranken kann. So findet nichts Halt an den Granitsäulen und es entstehen nur große Büsche.
Die schmalen Bäumchen dahinter sind grün geworden.
Bei mir warten noch immer die selber bepflanzten Milchtüten auf ihren Einsatz.
Ich wollte ganz sicher sein, dass die Pflanzen schon ein bisschen groß sind, bevor ich sie dort aussetze…das folgt dann nächste Woche.
In einer Milchtüte wächst Kapuzinerkresse. Die Prunkwinde hat bereits zum Blühen angefangen…zum Fotoshooting setzte natürlich gerade wieder der tägliche Regenguss ein….:-)
Ich bin im Moment angenehm überrascht…das Amt für Grünflächen scheint im Urlaubsmodus zu sein und die Wiese rings um die Bänke blüht gerade vor sich hin.
Es ist zwar kein Vergleich mit einer Brachflächen-Blumenwiese, wie ich sie heute an einer ehemaligen Bergbauhalde gesehen habe…dort gab es sogar einen Schachbrettfalter……,
….aber trotzdem schön. Natternkopf, Gelber Hornklee, Wiesenklee, Schafgarbe.
Ich bin gespannt, wie lange es so bleiben darf.
Hier noch ein Überblick der ersten 6 Monate
Ende Juli gibt es noch ein Foto…für die Milchtüten werde ich eine der unberankten Säulen nehmen…mal sehen, wie das Projekt ausgeht.
Ganz lieben Dank für eure zahlreichen Kommentare zum letzten Post und die vielen aufmunternden Worte…:-) 

12tel Blick Mai – Guerilla Gardening in Freiberg

Es geht weiter mit dem Versuch der gärtnerischen Aufwertung des Wernerplatzes im sächsischen Freiberg. Diesmal hatte ich allerdings zwei fleißige Mitgärtner, Gretel und Lotta, zur Unterstützung dabei.
Nach einer Runde durch meinen Garten haben wir uns zunächst auf Lottas Spuren der Vergangenheit begeben und sind dann mit Samenbomben und einer Wasserflasche ausgestattet zum Warteplatz am Busbahnhof spaziert.
Zu dritt hat das gleich viel mehr Spaß gemacht.
Der Wernerplatz bot das übliche Bild. Das Lonicera an den Betonpfosten ist an einigen Stellen üppiger geworden. Im hinteren Bereich saß jemand auf der Bank, der das Fahrrad dabei hatte.
Also kein Buswartender.
Der Boden war bretterhart durch die lange Trockenheit vorher. Wenn wir geahnt hätten, dass am Nachmittag die Sintflut kommt, hätte ich mir das Gießen allerdings sparen können.
Jetzt hoffen wir mal, dass Tief ‚Elvira‘ die Samenbomben nicht davongespült hat.
In meinem Garten gibt es eine Samenbomben-Testschale…in der es schon keimt.
Inzwischen habe ich einen Ersatz für den geklauten Blumentopf gebastelt. 
Einmal mit Kapuzinerkressesamen gefüllt und rechts mit  Prunkwinde ‚Grandpa Ott‘, selber aus Samen gezogen. 
Die Tüten müssen also demnächst am Wernerplatz montiert werden…am besten mit Kabelbinder.
Es gibt einen Routenvorschlag für Touristen, die Freiberg in einem Tag erkunden wollen.
Touristen gibt es hier tatsächlich reichlich, schon alleine wegen der Terra Mineralia, aber zwei oder drei Tage wären natürlich besser….:-)
Wir haben uns aber keinen Stress gemacht und einfach das besucht, was auf dem Weg lag.
Zuerst die Bibliothek im Kornhaus, die ihr ja nun schon kennt….
Hab ich eigentlich schon mal behauptet, dass Freiberg nicht Grün genug ist…?
In der Gasse beim Theater beobachtete ich gerade, wie eine Frau ihren Dschungel vor dem Fenster freischnitt…ich liebe dieses Haus….:-)
Die Akeleien gab es schon bei Gretel zu bewundern.
Freiberg ist nichts ohne einen Besuch im Café Momo…:-)
Dreimal dürft ihr raten, welches Stück ich gegessen habe…
Es gibt zur Auswahl 
eine Erdbeer-Eierlikör-Torte, eine Leutewitzer Eierschecke (Leutewitz ist ein Ortsteil von Dresden) und das flache vorne Rechts ist die Freiberger Eierschecke.
Na, wer weiß es? Ist ganz einfach….
Ähnliche Fotos gibt es bei Lotta und Gretel
Bringt es eigentlich Glück, wenn man ein Hochzeitspaar sieht…?
Wir hatten auf jeden Fall Glück, dass wir das Unwetter am Nachmittag nicht draußen bei Karl, sondern drin in der Stadtwirtschaft verfolgen konnten.
König Karl IV, König von Böhmen 1347,
 ist ganz schön baden gegangen am letzten Freitag….

Verlinkt zu den 12tel Blicken bei Tabea


222. Post – Stockrosen Bunte Mischung

Heute gibt es einen ganz besonderen Post, den 222. Post.
Meinen Bloggergeburtstag vergesse ich eigentlich immer, aber diese Zahl ist mir dann doch aufgefallen. Dafür habe ich mir nun etwas besonderes einfallen lassen. 
Thema des 222. Post ist die Stockrose…eine meiner Lieblingsblumen.
Ich finde die Vielfalt an Farben faszinierend. Sie stehen oft in alten Bauerngärten am Zaun…vielleicht noch mit einem alten Fachwerkhaus dahinter…das sind für mich traumhafte Gartenmotive.

Heute stelle ich euch aber einen Stockrosen-Walk vor, den ich bisher so noch nie gesehen habe.
Er stammt aus dem Garten einer Freundin, die bis zum Sommer im Freiberger Münzbachtal gewohnt hat. Leider musste sie aus beruflichen Gründen nach Nürnberg ziehen.
Ist das nicht ein Gartentraum? Sie hatte einen fantastischen Naturgarten mit Kräutern, Naschobst, Wildstauden, Weiden und einem Naturteich. Sogar Hasen durften die kleine Rasenfläche unterhöhlen.
Die nächsten Fotos stammen aus ihrem Archiv.
Einzig das Foto rechts unten stammt von meinen Bürgergarten-Fotos….natürlich mit Brummer, das muss schon sein. Denn diese Blüten sind richtige Insektenmagneten.
Als wir im Sommer zum Abschieds-Grillen bei unseren Freunden waren, fragte ich vorsichtig nach Samen, obwohl ich von Sara/ Waldgarten  ja eigentlich schon reichlich beschenkt wurde.
Sie holte daraufhin einen 10 l-Eimer aus der Garage, der bis oben hin voll war mit Stockrosensamen und packte mir ein kleines Paket.
Was einfach nur bedeutet….ich hab zu viel davon.
Extra für euch habe ich heute etwas gemacht, was ich schon ewig nicht mehr getan habe. 
Ich habe meine Stifte ausgegraben und ein Cover für die Samentüten entworfen.
Ich würde mir wünschen, dass die Samen dieser wunderschönen Stockrosen auch in anderen Gärten keimen dürfen….ein kleines Andenken an diese herrliche Blütenpracht.
Wer gerne eine Tüte möchte, kann das unten im Kommentar vermerken. 
Gerne tausche ich auch gegen anderen Samen. 

Das ist keine Verlosung, weil ich glaube, dass es für alle reicht, die Interesse haben.
Ich bin etwas aus der Übung mit dem Zeichnen…aber es hat trotzdem Spaß gemacht…
Zum Schluss möchte ich euch noch meine Freiberger Entdeckung vom letzten Juli zeigen.
ist das nicht phantastisch, wie diese Stockrose in der Mauerritze wächst?
Ein bisschen wie Guerilla Gardening…..
Das ist nicht die gewohnte Bauernhofidylle……aber ich finde es trotzdem genial.
Zum Schluss noch ein Foto vom Bürgergarten, wo ich auch Foto 1 aufnehmen konnte.
Ich hoffe, dass ich dieses Jahr endlich mal Stockrosen in meinem Garten habe, weil bisher alle Winzlinge der zweijährigen Schönheit von den Schnecken verspeist wurden….

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Aktuelles vom 5. Februar 2016: 
Die Samenaktion ist hiermit beendet…alle Samen sind verteilt und die Stockrosen werden hoffentlich in Zukunft in vielen Gärten in Deutschland, Österreich und der Schweiz blühen.
Danke für eure lieben Kommentare!

Buchempfehlung Urban Gardening von Anja Klein

Als ich an unserer ersten Wohnung nur einen schmalen Balkon hatte, wuchsen dort keine Geranien. Im Balkonkasten gab es bunt gemischte Sommerblumen mit Kapuzinerkresse und auf dem Boden standen Tomaten und Erdbeeren in Töpfen.
Wer keinen eigenen Garten am Haus hat, muss trotzdem nicht aufs Gartenglück verzichten. Darüber schreibt Anja Klein in ihrem Buch Urban Gardening – Gartenglück für Großstadtpflanzen.

Anja, vom Blog, der kleine Horrorgarten, hat sich auf eine Gartenreise der besonderen Art begeben, um dieses Buch entstehen zu lassen. Sie besuchte ihre gleichgesinnten Blog-Kontakte, und reiste dafür sogar in die Schweiz, nach Österreich, Spanien und Großbritannien. Von ihrer Reise hat sie wunderbare Gartengeschichten mit tollen Fotos mitgebracht und stellt auch ihren eigenen Garten vor.

Es war eine sehr abwechslungsreiche Gartenreise, die ihr viel Spaß gemacht hat. Nachdem sie die Berliner Schrebergärten besucht hat, gab es gleich ein Bloggertreffen, bei dem sich alle kennenlernen durften, die vorher nur im Netz Kontakt hatten.
Trotz ihrer Höhenangst, steigt sie in London auf einen Supermarkt-Dachgarten, der nur per Giterrost-Leiter zu erreichen ist.
Begeistert las ich von einem Hamburger Balkongärtner, der auf einem französischen Mini-Balkon, einen kleinen Bio-Gartendschungel aus Erdbeeren, Bohnen, Tomaten und Salat geschaffen hat.

Freundin Steffi wurde kurzerhand zur Hinterhofgärtnerin, nachdem sie von dem Buchprojekt erfahren hat und nähte preiswerte Pflanztaschen selbst.

Erstaunlich ist, wie sich städtische Brachflächen, wie ein ehemaliges Fußballstadion in Zürich oder ein alter Flughafen in Berlin-Tempelhof zu kreativen Gemeinschaftsgärten verwandelt haben. Dort kann jeder mitgärtnern, der Lust hat….auch ohne grünen Daumen.

Auf die verrücktesten Ideen kommen wohl die Guerilla-Gärtner, die nicht nur Samenbomben verteilen. In Köln fährt man kleine Mini-Gärten in Einkaufswagen spazieren. Eine wunderbare Idee, die Städte grüner zu machen, auch wenn ich Blumen lieber in anderen Gefäßen bevorzuge.

Aus den vorgestellten Projekten des Stadtgärtnerns sind 7 Kapitel entstanden. Interessant sind die Abschnitte „Just do it!“ Hier wird eine Auswahl an Gartenideen vorgestellt, die ohne viel Geld auszugeben, nachgebaut werden können, wie das 5-Sterne-Insektenhotel, mobile Mini-Teiche oder ihr beliebtes Geschenk, die Samenbomben.

Natürlich kann man das Imkern nicht aus diesem Buch lernen, aber eine kleine Anleitung zum Bauen einer Bienenkiste findet man trotzdem.

Das Buch ist sehr unterhaltsam geschrieben und mir gefallen die vielen fröhlichen Gärtner-Fotos.  Anja zeigt, das es viele Wege gibt, um zum Gartenglück zu kommen. Dafür muss man keinen großen Landhausgarten besitzen.

Urban Gardening, Gärtnerglück für Großstadtpflanzen von Anja Klein & Andreas Lauermann, Christian Verlag München 2013, ISBN 978-3-86244-217-1

Ich freue mich, das ich dieses Buch auf Anjas Blog im Oktober gewonnen habe. Heute gibt es bei ihr einen weiteren interessanten Beitrag zum Urban Gardening:

Ein Guerilla-Gardening-Spaziergang durch Münster