Rezension

Der Giersch muss weg

28 Unkräuter bekämpfen oder einfach aufessen

Bei mir gibt es kein „Un“-Kraut im Garten. Nicht, dass ich ständig mit dem Unkrautstecher durch die Beete jagen würde. Es gibt nur ein anderes Wort dafür. Es sind meine Wildkräuter, über die ich mich sogar freue.

Ursprünglich, als ich es noch nicht besser wusste, hab ich zwischen meine nicht heimischen Pflanzen extra ein Schmetterlingsbeet gesetzt. Inzwischen möchte ich einen ganzen Schmetterlingsgarten und da sind heimische Wildkräuter ein Muss. So habe ich gestern zu den Lunaria-Babys von Elke/ Günstig Gärtnern (vielen Dank) noch die Knoblauchsrauke gepflanzt, damit der Aurora-Falter nicht nur durchfliegt, sonder seinen Nachwuchs hier aufziehen möchte. Aber Wildkräuter haben gleich mehrfachen Nutzen. Falls man sich mal wieder ärgert, dass die Petersilie nicht gekeimt hat, gibts eine Menge vitaminreiche Kräuter, wie den jungen Giersch, als Ersatz.

Der Ulmer Verlag bedankt sich im Anhang bei der ehemaligen Buchhändlerin Christine Hieber, die genau diese tolle Idee hatte, einen Ratgeber darüber zu veröffentlichen, was man mit dem heimischen „Un“-Kraut alles machen könnte. Warum nicht einfach aufessen und tolle Rezepte dazu kreieren? Das tut der Gesundheit und der Natur gleichermaßen gut. So entstand ein Mix aus Gartenratgeber und Kochbuch. Ein Garten-Kochbuch.

‚Der Giersch muss weg‘ erschien Anfang 2019 im Ulmer Verlag. Die Biologin Elke Schwarzer schrieb die Pflanzenportrais der 28 häufig in Gärten vorkommenden Unkräuter und die Co-Autorin Susanne Hansch kreierte 50 spannenden Wildkräuter-Rezepte dazu. Wer sich noch unsicher in der Bestimmung der Wildkräuter sein sollte, findet im Buch zu jeder Pflanze ein Pflanzenportrait und den Hinweis, dass man sich damit auch bei Verwechslung nicht vergiften kann. Schlimmstenfalls wird es schlecht schmecken. Am unterhaltsamen Schreibstil erkennt man sofort, dass dieser Teil von Elke Schwarzer stammt. Susanne Hansch liefert uns in der Einleitung zu den meist vegtarischen Rezepten die veganen Ersatzmöglichkeiten von noch tierischen Produkten, wie Milch, Käse und Eiern.

© Elke Schwarzer

Ich habe Elke kurz zum Buch interviewt, um ein bisschen mehr zur Entstehung dieser, nicht ganz einfachen, Gemeinschaftsarbeit zu erfahren. Auch bin ich ja immer wieder erstaunt, wie es zu neuen Ideen für Gartenratgeber kommt. Mein Bücherregal kann sich inzwischen fast als Garten-Bibliothek sehen lassen….

Interview mit Elke Schwarzer

Ist der Ulmer Verlag zuerst an dich herangetreten, um dieses Buch zu schreiben?
Elke: Genau….es gibt im Anhang des Buchs eine Danksagung, denn die Idee kam sogar von einer Buchhändlerin…

Wie ist es zu den Rezepten gekommen? Ich hab gehört, dass du am liebsten Nudeln kochst, weil es schnell und unkompliziert ist?
Elke: Ich hätte mir in der kurzen Zeit keine Rezepte ausdenken können und auf Vorrat habe ich keine, ich koche immer frei Schnauze und schreibe mir nie auf, welche Mengen es waren. Dafür hat sich Susanne dann tolle Rezepte ausgedacht.

Gab es ein Limit an Rezepten vom Verlag?
Elke: Soviel, wie auf die Seitenzahl (128 S.) passt…. es war ein bisschen flexibel, aber allzu viele mehr passten einfach nicht.

Wer hat die unverwechselbaren Pflanzen ausgewählt?
Elke: Die haben wir vorab gemeinsam in einem Telefonat erdacht.

(Die moderne Medienwelt macht vieles möglich….)

Hast du schon ein Rezept selber ausprobiert?
Elke: Noch nicht, aber der Hopfen ist bald reif, der wuchert schon wieder! Dann gibts….natürlich Nudeln….mit Hopfenspitzen.

Vielen Dank Elke, für das kurze Interview!

Rezepte von Susanne Hansch

Susanne Hansch gibt uns eine Rezepte-Sammlung an die Hand, die einmal eine Neuinterpretation alt bewährter Rezepte sind, wie Bayerischer Kartoffelsalat mit Giersch, Buletten mit Brennnesseln, Spaghetti mit Hopfenspargel oder Berliner-Eintopf mit Beinwell. Es gibt aber auch Rezepte, die in anderen Ländern, wie Griechenland, Türkei oder in Asien tatsächlich traditionell so gekocht werden, wie sie im Buch beschrieben sind.

© Eva Gründemann

Ein leicht nachzukochendes Rezept erschien mir der Bayerische Kartoffelsalat. Der ist in meiner Familie sehr beliebt und wird regelmäßig angefragt. Ich musste nur noch auf den Giersch im Garten meiner Erlanger Freundin warten, denn in meinem fränkischen Sandgarten wächst er nicht. Ich habe wirklich die ganz jungen Blätter geerntet. Normalerweise fressen die Häschen das Grünzeug weg….vielen Dank fürs Überlassen dieser ersten Wildkräuter-Vitamine.

© Bergblumengarten in Sunny’s Garten
© Bergblumengarten in Sunny’s Garten
© Bergblumengarten in Sunny’s Garten

Mit freundlicher Genehmigung vom Verlag darf ich dieses Rezept mit euch teilen (Copyright Susanne Hansch)

Bayerischer Kartoffelsalat mit Giersch – Blog dein Buch

© Bergblumengarten – Bayerischer Kartoffelsalat mit Giersch
  • 500g festkochende Kartoffeln
  • 1 Essiggurke + etwas von dem Gurkenwasser
  • 1 Rote Zwiebel
  • 1 Handvoll junge Giersch-Blätter mit Stielen
  • 100 ml heiße Brühe
  • 2 EL Essig
  • Salz, Pfeffer
  • 1 Prise Zucker
  • 2 El neutrales Öl (Raps- oder Distelöl)
  • Kartoffeln ca. 20-25 min. kochen
  • in der Zwischenzeit Essiggurke und Zwiebel fein würfeln. Giersch waschen, abschütteln, mit einem Küchentuch etwas trocknen und fein schneiden.
  • Die garen Kartoffeln mit kaltem Wasser abschrecken und pellen. In Scheiben schneiden und direkt in die heiße Brühe geben. Essig, Gurkenwasser, Zwiebel, Essiggurke und den Giersch dazugeben und mit Pfeffer, Salz und Zucker würzen. Alles locker vermengen und durchziehen lassen.
  • Das Öl erst vor dem Servieren untermengen und den Salat nochmals abschmecken.

Schmeckt vegetarisch oder wie im Buch, mit Buletten. Der petersilienartige Geschmack des jungen Giersch passt wunderbar zum Bayerischen (oder ähnliche Bundesländer 😉 Kartoffelsalat. Wichtig: Alte Blätter sind weniger geeignet.

Sieger beim Verleih des Deutschen Gartenbuchpreises 2019 auf Schloss Dennenlohe – Gartenkochbuch

Zum Schluss möchte ich noch ergänzen, dass dieses Buch bei der Verleihung des Deutschen Gartenbuchpreises 2019 in Dennenlohe den ersten Preis in der Rubrik ‚Garten-Kochbuch‚ erhalten hat. Ich saß bei der Preis-Verleihhung neben Elke. Das Buch wurde ziemlich am Ende der Veranstaltung prämiert, als sie schon fast nicht mehr an einen Preis geglaubt hat. Um so größer war die Freude darüber…;-)

© Bergblumengarten – Elke S., Susanne H., Baron v. Süsskind, Moderatorin
© Bergblumengarten – Dennenlohe (fast) alle Sieger 15.03. 2019
©Bergblumengarten – Dennenlohe Preisverleihung/ Ulmer-Verlag, Elke S., Susanne H. v. l.,

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Verlinkt zum Naturdonnerstag #84 bei Jahreszeitenbriefe

23 Comments

  • Claudia

    Liebe Sigrun,
    das ist sicher ein tolles Buch, das muss ich mir mal genauer anschauen, denn Giersch haben wir bei Mama reichlich im Garten ;O)
    Ich wünsche Dir einen freundlichen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

  • eva

    Sodele jetzt stimmt es aber es heisst ja doch Distelöl??! Das „e“ müßte noch weg. Ich dachte schon Dieselöl,das geht doch nicht. LG Eva

    • jahreszeitenbriefe

      Schon wieder so ein Buch, das ich vielleicht brauche . Giersch ausreichend vorhanden. Das Wort Unkraut benutze ich schon eine Weile gar nicht mehr. Insofern mag ich den Teil-Untertitel „28 Unkräuter bekämpfen…“ nicht so. „Bekämpfen“ scheint mir nicht die geeignete Haltung. Heute habe ich im Schulgarten viele Quadratmeter Vogelmiere-Geflecht aus dem Uferbereich des Teiches gezogen. Wie schade, dass Kinder so ungern Salat essen … LG Ghislana

  • mano

    das buch klingt wirklich gut! ich koche zur zeit wirklich fast täglich mit giersch und co und freu mich gerade, dass die knoblauchrauke jetzt gut als bärlauchersatz sprießt. allerdings könnte ich mit dem giersch in meinem garten bestimmt 30 großfamilien durchfüttern und zwischen den stauden (besonders pfingstrosen) mag ich ihn ganz und gar nicht. da muss er weg. auf den kompost!
    liebe grüße
    mano

  • Frauke

    hallo mein Giersch muss nicht weg, denn er beschattet wunderbar den garten . er ist so verwachsen in den alten gehölzen da darf er den Weinbergschnecken Schutz vor Sonne geben und das nötige kleinklima für das Bodenlebewesen. Auserdem schmeckt er mir überhaupt nict, da verzehre ich lieber andere Kräuter . Ebenso dürfen die Brennnesseln am carport unter den Büschen wuchern für die Raupen.
    liebe Grüße von Frauke
    übrigens gGiersch mag es nicht, wenn er gemäht wird, evt hilft da ja das üppige Ernten!

  • Karen Heyer

    Liebe Sigrun,
    der Kartoffelsalat tät mir wohl schmecken, nur vom Giersch gebe ich momentan nichts mehr her. Der wächst derzeit fast nur dort, wo ich ihn gerne als zusätzlichen Bodendecker hätte. Aus der Magerecke hat er sich verkrümelt.
    Das wundervolle Buch steht bei uns im Kochbuchregal. Ich würde meinem Mann allerdings nicht verraten, das er gerade Wildkräuter verzehrt, erst hinterher 😉
    Liebe Grüße
    Karen

  • moni

    Liebe Sigrun,
    ein interessanter Beitrag und das Interview ist erfrischend ehrlich, so etwas mag ich.
    Rezepte mit „Hintergrundwissen“ finde ich sowieso eine echte Bereicherung.
    Liebe Grüße
    moni

  • Pia

    Schön immer wieder neues zu erfahren, auch bei uns im Garten gibt es verschiedene (Un) Kräuter.
    Am nächsten WE bin ich zu einem Kräuterkurs mit Zubereitung der gesammelten Kräuter eingeladen.
    L G Pia

  • Elke Schwarzer

    Hallo Sigrun,
    du durftest das Rezept also tatsächlich zeigen, das ist schön.
    Ich habe am Wochenende wieder das Rezept mit panierten Trachystemon-Blättern und Wildkräuter-Ziegenkäse-Füllung gemacht, das gibt es nur einmal im Jahr und ist daher etwas ganz besonderes. Jetzt ist der Giersch gerade mal gegessen.
    VG
    Elke

  • Birgit Schattling

    Liebe Sigrun, danke für den Tipp. Ich habe dem Giersch gerade in meinem Vertikalbeet, was aus sieben Etagen und einem durchgehenden Erdkörper als Rückwand besteht, die beiden unteren schattigen Tassen zugewiesen. Habe mir in einem Garten Wurzeln ausgegraben, eingesetzt und bin nun gespannt, ob sie wie gehofft, mit viel Schatten zurechtkommen. Liebe Grüsse Birgit vom Berliner Bio-Balkon

  • Amely

    Liebe Sigrun, das Buch hört sich interessant an, ebenso wie das Rezept! Giersch habe ich aber nicht im Garten (oder ich erkenne ihn nicht). Ich hab mal einen Wildkräutersalat mit Löwenzahn und Co zubereitet. Es hat mir aber gar nicht geschmeckt, viel zu bitter (obwohl ich gern bitteres esse). Aus den Beeten rupfe ich Unkraut schon raus, aber aus dem Rasen bzw der Wiese nicht. Zu viel Aufwand. Das einzige, was mich wirklich nervt, ist die Quecke. Sie bringt eigentlich nichts und ist nicht zu besiegen. Brennnessel zB stört mich nicht, da man sie essen kann oder als Dünger verwenden. Auch für die Schmetterlinge ist sie nützlich, obwohl die wenig gefährdeten Arten davon profitieren, wie du ja mal geschrieben hast. Aber auch die freuen sich über Nahrung.
    Also vielen Dank für die Buchvorstellung und das Rezept!
    Liebe Grüße,
    Amely

  • Sara - Mein Waldgarten

    Ich sehe das auch so wie Ghislana – Unkraut nenne ich die Wildkräuter auch schon lange nicht mehr, höchstens spaßeshalber mal.
    Jedes Kraut hat ja seine Bewandtnis!
    Allerdings den Giersch durch aufessen „bekämpfen“ halte ich für ein Gerücht! 😉 Den kriegt man kaum weg, außer man koffert den Garten einen halben Meter tief aus und füllt mit neuer Erde auf. Wir haben in einigen Gärten Giersch gehabt, nicht in allen und ich weiß leider, wovon ich spreche.

    In den 80er Jahren las ich mal in einer Gartenzeitschrift von einen Mann, der aus der Not eine Tugend machte, er hatte allerdings panaschierten Giersch, der bedeckte seinen sämtlichen Garten als prima Bodendecker. Sah auch toll aus! Nur bei Hitze wirkt der Giersch dann nicht mehr so ansehnlich. Außerdem fände ich es langweilig, nur einen einzigen Bodendecker zu haben.

    Beinwell wird zum Essen eigentlich nicht mehr empfohlen wegen der Pyrrolizidinalkaloide. Vielleicht schadet gelegentlich „mal“ nicht, aber einige machen da ja leider immer wieder einen Dauerbrenner draus, wie diese Drogensüchtige Schwangere, die den Huflattichtee in rauhen Mengen konsumierte und der wir zu „verdanken“ haben, dass der Huflattich heute so schlecht da steht … jedenfalls bei denen, die keine Ahnung haben!

    Im Kartoffelsalat würden meine Männer Giersch nicht mögen, er schmeckt ihnen zu streng. Auch Brennessel pur, z.B. auf Pizza mögen sie nicht, jedoch wenn Brennessel mit Spinat zu gleichen Teilen gemischt wird. Wir geben ihn aber gerne in die Suppe mit Brennesseln und anderen Kräutern zusammen, nicht nur in die Neunkräutersuppe, auch in Gemüsesuppen oder roh feingewiegt in den Quark mit anderen Kräutern und nur in kleiner Menge, wegen des strengen Geschmacks. Im Laufe der Jahrzehnte haben sich da so einige Rezepte angesammelt, unser eigenes Kochbuch, wenn man so will. 😉 Das Meiste allerdings frei Schnauze und ohne schriftliches Rezept, so wie meine Mutter auch kochte.
    Und diese Rezepte werden immer wieder verlangt

    Mit Verwechselungen ist es übrigens, egal in welches Buch ich bisher auch geschaut habe, manchmal nicht so einfach, diese selbst per Abbildung zu vermitteln! Ich war jetzt erst beim Löwenzahn stutzig, das werde ich in meinem Blog noch posten … Es gibt doch auch sehr ähnliche Pflanzen …

    So, heute mal Nachtschicht – anders ist es mit den Blogs derzeit nicht mehr zu schaffen … trotz Insta-Pause …

    Liebe Grüße
    Sara

    • Sigrun

      Liebe Sara,
      mein erster Satz lautet ja deshalb auch…Bei mir gibt es kein Un-Kraut im Garten….sieh’s doch mal nicht so eng mit dem Buchtitel. Da sind Grafikdesigner am Werk, die sich damit auskennen und in einem Untertitel so treffende Schlagwörter finden müssen, dass der Kunde im Buchladen zum Buch greift….;-) Und im Moment verkauft es sich super. Ich hab das in meiner Grafik-Design Ausbildung auch so gelernt….;-)

      Wenn du mal genauer ins Buch schaust, steht genau zu den einzelnen Kräutern noch ein Bedenklichkeitshinweis. Schwangere sollten generell mit allem vorsichtig sein. Genau, das, was du schreibst, mit den Pyrrolizidinalkaloiden im Beinwell, steht rot umrandet als wichtiger Hinweis auf Seite 19.

      Meine Männer mussten den Giersch auch nicht essen. Ich hab ihn separat gehackt und jeder durfte streuen. Mein Sohn (14) hat es sogar freiwillig drüber gestreut. Es war lecker. Man muss nämlich den jungen, ganz frischen….wie ich betont habe – Giersch nehmen. Der alte schmeckt komisch.

      Im Buch sind nur 28 ausgewählte und unbedenkliche Kräuter.
      LG Sigrun

  • Sara - Mein Waldgarten

    Das habe ich gelesen, liebe Sigrun. Meine Zeilen beziehen sich auch auf den Buch-Untertitel! Wobei ich das „spaßeshalber“ ja auch mit angeführt habe, denn so nenne ich Wildkräuter, die unerwünscht sind, durchaus auch schon mal …. Es bezieht sich also NICHT auf das, was Du geschrieben hast. Das kommt hier leider mitunter mißverständlich rüber. Vielleicht sollte ich bei jedem Satz explizit betonen, worauf er sich genau bezieht, damit es diese Mißverständnisse nicht mehr gibt.

    Allerdings bezog ich mich ja auch auf Jahreszeitenbriefe’s Kommentar, dass ich das ähnlich sehe 😉 Sonst aber hab ich mit den weiteren Ausführungen Ghislanas nicht viel gemein, denn ich liebe den Giersch leider nicht! Er verursacht mir unnötige Mühen, die ich mir sehr gern erspart hätte. Selbst wenn ich mal das eine oder andere Blättchen davon verzehre …

    Gut, wenn in dem Buch die Sache mit dem Beinwell explizit vermerkt ist! Auch wenn ich – wie schon gesagt – nicht glaube, dass etwas passiert, wenn man das mal – in geringeren Mengen – selten – konsumiert. Es geht bei der Bedenklichkeit sicher eher um häufigen Verzehr in Mengen, nämlich das, was ich öfter in meinem Posts betone, dass Heilpflanzen nicht zum häufigen Konsum als lukullische Genüsse in größeren Mengen vorgesehen sind. Man kann das mit Antibiotika vergleichen … zu häufig und in Mengen eingesetzt, werden sie wirkungslos.

    Klar nehme ich die jungen Blättchen für Salat, bei Suppen schon mal die etwas älteren, aber keine ganz alten. In der Suppe fällt der Geschmack auch nicht auf, aber roh mögen sie es einfach nicht. Darin sind meine Herren ganz eigen. Ich mag es schon und esse Giersch in kleineren Mengen im Frühling beinahe täglich. Bin aber schon froh, dass die Männer wenigstens ein paar dieser „Wilden“ zu schätzen wissen. Das ist ja immer nicht so ganz einfach, speziell Männern, so etwas „beizubiegen“. 😉 Aber Ausnahmen gibts freilich immer … Meine sind auch alle Feinschmecker, die schmecken den leisesten „anderen“ Geschmack heraus. 😉 ;o)

    Aber ich wäre echt froh, wenn der Giersch verschwinden würde, denn ich mag ihn optisch nicht sehr gerne! Ganz im Ggs. zu Karen – ich würde gern massenhaft der Wurzeln verschenken. *lach* Braucht nur jemand vorbeizukommen und sich das Zeug auszugraben, doch ich möchte wetten, selbst dann bleiben kleinste Wurzelreste zurück, die dann wieder austreiben. 😉
    Da suche ich immer noch die ultimtive Lösung – bislang gab es da leider nichts und so werde ich mich weiter mit den unsäglichen Blättchen an den unmöglichsten Stellen herumärgern müssen. Der Giersch überdeckt z.B. mittlerweile meinen schönen Waldmeister und das sollte absolut nicht sein! Dabei dachte ich mal, Waldmeister überwuchert alles. Der Giersch scheint jedoch stärker zu sein … und aus dem Wurzelbereich von Sträuchern bekommt man ihn so gut wie nicht weg.
    Na gut, was engagiere ich mich da so sehr … bestensfalls haben wir den Garten noch 2, 3 Jahre, wenn es hoch kommt, länger ganz sicher nicht und solange werde ich mich mit dem Giersch schon noch arrangieren können.

    Und klar, kenne ich die Verkaufstaktiken von Verlagen & Co. Nette Schlagzeilen hab auch ich schon angewendet, der Inhalt ist letztendlich entscheidend …. und bei Verkaufsschlagern geht man ja davon aus, dass der Inhalt Top ist.

    Liebe Grüße
    Sara

    • bergblumengarten

      Liebe Sara,
      wir haben uns mal beraten….Elke hätte noch ein paar tolle Extra-Tipps für dich zum Giersch-Loswerden the Aufessen.
      Da wäre der Rauling (Trachystemon) der mit seinen Elefantenblättern einiges abdeckt, Brandkraut wuchert sehr ausbreitungsstark alles andere weg. Barlauch ist eine super Pflanze für deinen nährstoffhaltigen Boden mit Laubgehölzen oder Seifenkraut. Das soll auch flächendeckend wachsen.
      Ich würde sogar noch auf Geranium maccorhizum tippen….da hab ich schon viel drüber gelesen.
      Vielleicht ist ja was passendes dabei?
      LG Sigrun

      • Sara - Mein Waldgarten

        Wie lieb von Dir, Euch, liebe Sigrun!
        Der Rauling ist wirklich sehr hübsch mit seinen blauen Blüten! Und das Brandkraut ist auch dekorativ. Bärlauch habe ich ja schon, aber es dauert, bis der sich vermehrt.
        Es ist aber auch so, dass ich gerade das vermeiden möchte, was der Giersch da fabriziert, ein undurchdringbares Gewölle an Wurzeln, das manches andere verdrängt. Ich suche praktisch einen Bodendecker, zwischen dem auch anderes noch gut gedeiht. Nicht überall, aber doch dort, wo der Giersch hauptsächlich wächst.

        Durch das Geranium hindurch wollen die Tulpen z.B. nicht mehr wachsen oder blühen. Ich schrieb es vor kurzem im Blog die Tulpe ‚Angelique‘ betreffend. Die Bodenbedeckung scheint ihnen zu dicht zu sein. Ein Beet nur mit Bodendeckern und nichts anderem nützt mir jedoch wenig. 😉 Mal schauen, was ich da mache. Augenblicklich kann ich mich damit kaum mehr beschäftigen, werde es aber im Hinterkopf behalten und evtl. noch in Elkes Blog schauen, sie hatte ja, wie ich mich erinnere, über das Brandkraut und den Rauling schon geschrieben …. wie diese Pflanzen im Winter aussehen … wie es mit der Gemeinschaft mit anderen Pflanzen aussieht …

        Ganz hinten im Garten habe ich z.B. eine nette Fläche Waldmeister. Doch in manchen Jahren steht der Giersch beinahe halbmeterhoch über dem Waldmeister. Das ist wirklich nicht schön. Da kann ich rupfen wie ein Weltmeister … es nützt alles nichts. Deshalb bin ich froh, dass der Waldmeister sich nun von selber einen neuen Platz gesucht hat. Hoffentlich kommt da der Giersch nicht auch noch hin. Ich kann das leider nicht kontrollieren, denn er wächst ja vom Nachbarn herüber! Wenn er dort blüht, fliegen die Samen auch zu mir und unterirdisch kann er auch unter den Zaun hindurch sogar unter der Wiese hinweg bis sonstwohin wuchern.
        Der Giersch sieht bei Hitze erbärmlich aus, der Waldmeister hielt sich allerdings selbst dann noch gut. Was doch alles zu beachten ist, wenn man es auch optisch einigermaßen ansprechend haben möchte.

        Was ich außerdem schön finde, ist ein ganzjährig dekorativer Bodendecker. Das ist z.B. mit dem Efeu gegeben. Allerdings möchte ich Efeu nun auch nicht überall haben. 😉 War nur ein Beispiel.
        Ich erhielt auch noch den Tipp, eine bestimmte Elfenblume zu pflanzen. Von dieser habe ich mir auch ein Exemplar testweise besorgt und werde beobachten, was daraus wird. Denn 2 weitere Elfenblumen habe ich, nur andere Sorten und eine dritte ist mir leider eingegangen.

        Liebe Grüße
        Sara

        • bergblumengarten

          Liebe Sara,
          Tulpen müssen doch nicht gerade dort wachsen, wo jetzt der Giersch steht? Du hast doch schon so viele an anderen hübsche Stellen bestückt.
          Prima, dann hat sich der zarte Waldmeister sich ja schon selber um seinen idealen Standort gekümmert. Elfenblumen finde ich übrigens ähnlich zart und ungeeignet als Gierschpartner.
          Efeu könnte ich mir dagegen auch gut als Gierschvertreiber vorstellen. Wenn er sich zu sehr ausbreitet, dann kann man ja die Ranken einfach abschneiden. Das mache ich hier so, da Efeu flächendeckend unter den Sträuchern wächst. Hier gibts nicht mal den kleinsten Hauch von Giersch.
          LG Sigrun

          • Sara - Mein Waldgarten

            Liebe Sigrun,
            wo der Giersch steht, habe ich allerdings einige Tulpen, darüber freue ich mich in jedem Frühjahr, weil sie auch vom Haus aus zu sehen sind. Unser Garten ist ja leider nicht so sehr einsehbar und das ist mehr oder weniger die einzige Stelle, wo das überhaupt in der Form möglich ist.
            An dem Ziergitter, was ich ja gepostet hatte, vertrieb der Storchenschnabel einige Tulpen, aber auch da sind mir die Tulpen schon wichtig, denn sie sollen das Rund dort „umwandern“. Daher werde ich den Storchenschnabel irgendwann dort wieder wegnehmen, wenn das mit den Tulpen nicht passt. – Ich habe eben ganz eigene Vorstellungen von Garten … es soll hier teilweise wie im Schul- oder Botanischen Garten wirken. 🙂 Und mein Garten ist und bleibt auch weiterhin ein Versuchsgarten.

            Und doch, die Empfehlung hat mir Karen gegeben und davon las ich früher schon bei einem Blogger namens Borkergarten, der allerdings den Blog längst gelöscht hat! Auch bei ihm wucherten die Elfenblumen, soweit ich mich noch erinnere.

            http://mein-waldgarten.blogspot.com/2019/04/der-garten-wird-auf-den-kopf-gestellt.html?showComment=1555238901460#c5267867668257103729

            Es handelt sich um die Elfenblume Frohnleiten. Der Vorteil ist, dass sie auch im Winter schön aussehen. Im Ggs. zu manchen anderen Bodendeckern. Vielleicht wachsen dazwischen eher Tulpen? Da muß ich mal Karen fragen.

            Dennoch werde ich mal überlegen, ob ich die von Dir genannten anderen noch irgendwo unterbringen könnte. Zuvor werde ich noch googeln, wie das bei denen im Winter aussieht.
            Ich habe ja z.B. auch den Steinsame in einem Beet, das sieht um diese Zeit wunderhübsch aus mit den „Bögen“ und den blauen Blüten. Dazwischen wächst eine weiße Taubnessel, da hatte ich neulich im Blog gefragt, ob man sie dort lassen könne. Denn die Goldnessel hat einen zu großen Ausbreitungsdrang, jedenfalls die Panaschierte. Bei den Taubnesseln scheinen die Meinungen strittig zu sein … die einfache Goldnessel soll harmloser im Wuchs sein.
            Vereinzelte Exemplare dürften bei mir, wenn es nicht überhand nähe, mitten im Steinsame gerne verbleiben.

            https://mein-waldgarten.blogspot.com/2019/04/im-regenschweren-garten.html

            Nur im Winter macht der Steinsame natürlich leider auch nichts her, im Gegenteil, da ragen dürre Triebe ohne Blattwerk empor, von denen ich bis heute nicht weiß, ob ich sie einfach abschneiden kann – es sieht einfach hässlich aus!

            Das mit dem Waldmeister finde ich schon genial, dass er sich ausgerechnet einen weiteren Sonnenplatz ausgesucht hat, selbst wenn dort Sträucher wachsen, ist doch die Stelle am Zaun die, die am offensten ist und damit auch die Sonne immer noch voll hineinknallen kann.

            Efeu möchte ich nur an der Terrasse und ganz hinten, wo der Ahornbaum steht. Dort halte ich den Efeu auch sehr in Schach, damit er den Waldmeister, der dort wächst, nicht auch noch killt. Aber der ist ohnehin weiter nach rechts zum Garteninneren gewandert.
            Und innerhalb des Efeus wächst vermutlich dann auch kaum etwas anderes als vielleicht Sträucher …

            Liebe Grüße
            Sara

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Sigrun,
    von diesem tollen Buch habe ich jetzt schon öfters gehört. Die Idee, die Elke da hatte ist aber auch wirklich klasse.
    Aber ich könnte mir vorstellen, dass die süßen Hasen, dass nicht so toll finden, wenn ihr jetzt alles selbst esst.
    Morgen werde ich einen Post über Miniteiche veröffentlichen und da habe ich bei Dir einen sehr schönen Artikel gefunden, auf den ich verlinken möchte. https://www.bergblumengarten.de/miniteich-im-fass/
    Ist das in Ordnung?
    Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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