Natur

Heimische Orchideen im Naturschutzgebiet Mohrhof – Vogelfreistätte im Aischgrund

Das Knabenkraut gehört zu den wenigen heimischen Orchideen, die noch am häufigsten in Deutschland zu finden sind. Allerdings gibt es verschiedene Arten dieser Knabenkräuter und sie zu unterscheiden ist nicht ganz einfach. Einige sind sogar so selten, dass sie nur noch an wenigen Standorten in Süddeutschland zu finden sind oder vom Aussterben bedroht sind.

Röttenbach, Streuobstbäume rechts, Magerwiese mit Knabenkraut links

Ich hätte es ja nie gedacht, aber unser Ort Röttenbach hat eine Feuchtwiese, ganz oben auf dem Berg, die nicht mehr bewirtschaftet wird und daher ein natürlich blühender Standort für das heimische Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) ist. Durch Entwässerung der Wiesen zur landwirtschaftlichen Nutzung sind solche blütenreichen Feuchttwiesen ein sehr rares Biotop geworden. Das selten gewordene und unter Naturschutz stehende Breitblättrige Knabenkraut steht inzwischen auf der Liste der gefährdeten Arten Stufe 3 (deutschlandweit, Bayern).

Auch andere seltene Pflanzen, die ich wahrscheinlich mal mit einem Bestimmungsbuch aufsuchen muss., findet man dort. Einen grün schillernden Schmetterling, wie das Ampfer-Grünwidderchen hatte ich vorher auch noch nie gesehen.

Entdeckt habe ich das nur mit Hilfe eine Mitglieds vom Bund Naturschutz (BN) der Ortsgruppe, der mich letzten Freitag per Rad durch die wunderschöne Umgebung von Röttenbach geführt hat.

Knabenkrautwiese auf dem Berg von Röttenbach
Überall Breitblättriges Knabenkraut
Gefleckte Blätter sind typisch für das Breitblättrige Knabenkraut

Nun ging die Fahrradtour weiter entlang der Weiherketten zum Naturschutzgebiet Mohrhof. Unterwegs kam dann gleich hinter Hesselberg die nächste fantastische Wiese. Ich war fast sprachlos über diese Menge an Knabenkräutern auf einem Fleck…

Knabenkrautwiese mit Knabenkräutern im Aischgrund

Dieses Knabenkraut ist eindeutig eine andere Art…es scheint Orchis morio zu sein, (auch Anacamptis morio), das Kleine oder auch Salep Knabenkraut. Es ist das kleinste heimische Knabenkraut und in seinem Bestand stark gefährdet. Kommt wohl nur noch in Süddeutschland, also Bayern und BW vor. Es liebt trockene, bis etwas feuchtere Magerwiesen.

Kleines Knabenkraut – Orchis morio
Unbestimmtes Knabenkraut

Nach ausgiebigem Staunen und Fotografieren ging es vorbei am Junggessellenweiher der Schwäne…sie brauchen wohl noch etwas Zeit, bis sie sich eine Frau suchen dürfen.

Junggessellenweiher der Schwäne

Dann dauerte es nicht mehr lange und wir standen schon im Naturschutzgebiet am Weiher des Bund Naturschutz. In der Vogelfreistätte Mohrhof soll man über 250 verschiedene Vogelarten beobachten können. Aber mich zog es natürlich wieder magisch zur Blumenwiese mit den nächsten Knabenkräutern.

Vogelfreistätte Naturschutzgebiet Mohrhof mit ganz vielen Weihern

Das folgende Knabenkraut war etwas abseits an einem Weg….die Blätter sind auch gesprenkelt, aber ungewöhnlich breit. Ganz anders als bei den Breitblättrigen Orchideen vorher. Ob das schon wieder eine andere Art ist?

Leider bin ich ja nur Hobby-Biologe und kenne mich nicht so gut mit den verschiedenen Arten aus. Falls jemand hier etwas ergänzen möchte, gerne in den Kommentaren.

Die Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern.


Weiterführende Links mit Fotos der Weiher, die imPost etwas zu kurz gekommen sind:

Naturschutzgebiet 17, Vogelfreistätte Mohrhof, Landkreis Erlangen Höchstadt

Das Weihergebet bei Mohrhof

Wissenswertes über Orchideen

Wikipedia Breitblättriges Knabenkraut

Breitblättriges Knabenkraut – Die Feuchtwiesenorchidee (BN Bayern)


Verlinkt zum Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

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