Schmetterlinge

Distelfalter züchten für Anfänger

Kooperation mit Schmetterlingsgarten4u.

Besonders für Kinder ist es ein großartiges Erlebnis, zu verfolgen, wie sich eine gefräßige Raupe in einen wunderschönen Schmetterling verwandelt. Ich hatte im April die Möglichkeit, den Schmetterlingsgarten zu testen und täglich diese wundervolle Metamorphose zu verfolgen.

Mein Schmetterlings-Tagebuch

Über Instagram bin ich auf die Möglichkeit aufmerksam geworden, Distelfalter selber zu züchten. Deshalb entstand bei mir der Wunsch…..das muss ich unbedingt auch mal ausprobieren und netterweise hat mir die Firma Schmetterlingsgarten4u ein Set ‚Insekt Lore‚ kostenlos zur Verfügung gestellt. Vielen Dank! Es war ein großartiges Erlebnis für die ganze Familie.

11. April: Ein flaches Paket von der Firma Planet Extra kommt mit der Post. Oben drauf steht ‚Lebende Insekten‘. Der Postbote hatte ein merkwürdiges Grinsen im Gesicht, als er mir das Paket überreichte. Was der wohl dachte?

Das steckt im Schmetterlingsgarten-Paket:

  • 1 Schmetterlingshabitat (Netz)
  • 2 Becher mit jeweils 5 Mini-Raupen und genug Nahrung bis zur Verpuppung
  • 1 Plakat zur Entwicklung der Distelfalter
  • Zubehör zum Umsetzen der Puppen ins Habitat (Pappständer)
  • Pipette zum Füttern
  • Aufkleber

Erstmal sah alles ganz spannend aus. Die kleinen Mini-Räupchen haben den Transport dank Spezialnahrung im Becher und Luftlöchern im Deckel schadlos überstanden. Die Distelfalter gehören ja ohnehin zu den Wanderfaltern. Also perfekt, um sie gleich direkt per Turbo-Postauto in Franken einwandern zu lassen.

Astronautennahrung im Becher

Verwirrt war ich, dass die Raupen nun so ganz ohne Brennnesseln zurecht kommen sollen, denn es soll doch ihre Leibspeise Nr. 1 sein. Ich musste mich erst daran gewöhnen, dass die Raupen mit dieser Art Astronautennahrung recht zufrieden waren und täglich größer wurden.

Oben rechts die Becher mit den Mini-Raupen

12. April: Die Raupen krabbeln quietschvergnügt im Becher umher.

15. April: Die Raupen befinden sich noch überwiegend fressend am Boden.

Mehrmaliges Häuten der Raupen

16. April: Unglaublich, wie schnell die Raupen größer werden. Sie bilden Gespinste im Becher, so wie sie das normalerweise an der Futterpflanze tun würden.

18. April: Die Raupen haben nun genug gefressen und fangen an, sich als J am Deckel aufzuhängen. Auch die Farbe der Raupen verändert sich.

Verpuppen der Raupen

19. April: Die Raupen haben sich verpuppt.

20. April: Die Puppen hängen nun am Deckel und können per Pappschachtel in das Schmetterlings-Habitat umgesetzt werden.

26. April

Schlüpfen der Distelfalter

Am 26. April sind die Schmetterlinge geschlüpft, aber leider bei dem schlechtesten Aprilwetter, das man sich vorstellen kann. An ein Freilassen in die Natur war daher nicht zu denken. Also Plan B….Füttern mit Blüten, Zuckerwasser und aufgeschnittenen Orangen. Wie auch im Garten gehörten Gänsekresse und Skabiose zur Leibspeise. Diese Pflanzen hatte ich zum Glück in einem kleinen Topf gekauft.

Freilassen der Distelfalter

Am 30. April wurde das Wetter endlich wieder sonnig und warm und die Distelfalter konnten in die Freiheit entlassen werden. Einer suchte sich erstmal einen Platz auf der Schleifenblume, bevor er den Garten verließ. Der Sohnemann hat ein Video gedreht, wie ich die Schmetterlinge aus dem Netz befreit habe….aber das gibts nur in der Instagram-Story (Highlights). Deser Falter sieht nun schon etwas abgeflogen aus, da die Schmetterlinge zu lange im Habitat waren.

Möchtest du auch Distelfalter züchten?

Das Set eignet sich prima für die tägliche Beobachtung der Verwandlung von der Raupe zum Schmetterling. Schulklassen können die Raupen problemlos auch mal 2 Tage am Wochenende alleine lassen, denn sie haben genug Nahrung im Becher, die bis zur Verpuppung ausreicht. Das fruchtige Futter ist ein Spezialrezept (streng geheim) der Firma Insect Lore.

Ferienzeiten sollten vorher bei der Bestellung angegeben werden. Dann kann die Firma den Liefertermin mit der Lehrerin abstimmen, da nur zu bestimmten Zeiten Raupen verschickt werden.

Rabattcode

Wer ein Set im Shop von Schmetterlingsgarten4u bestellen möchte, erhält mit dem Code ‚Bergblumengarten‚ bis 30.06.2019 5 EUR Rabatt. Die Auslieferungstermine befinden sich auf der Webseite, denn die Raupen werden in Etappen verschickt.

Nachbestellung oder eigene Zucht

Wer einmal ein Netz (Schmetterlingshabitat) und das Zubehör bestellt hat, kann auch einfach Raupen separat nachbestellen. Oder ihr geht selber auf die Suche nach Raupen an Brennnesseln. Relativ häufig kann man Raupen vom Tagpfauenauge oder vom Kleinen Fuchs finden. Dann habt ihr aber die volle Verantwortung und müsst die Raupen täglich mit Brennnesseln füttern, bis sie sich verpuppen. Viel Spaß dabei!

Verlinkt zum Naturdonnerstag bei Jahreszeitenbriefe

31 Comments

    • Andrea Karminrot

      Das ist ja spannend. Und aufregend für Kinder wie Erwachsene. Gibt es auch andere Schmetterlinge zu bestellen? Ich schaue gleich mal.
      Dein Post dazu ist richtig klasse.
      Lieben Gruss
      Andrea

      • Sigrun

        Liebe Andrea,
        es gibt nur Distelfalterraupen zum Bestellen, da der Wanderfalter am unbedenklichsten frei gesetzt werden kann.
        Danach ist es aber möglich , eigene Raupen zu sammeln und dort aufzuziehen. Die muss man dann fleißig mit der jeweiligen Futterpflanze füttern. Auch das kann sehr lehrreich sein, zu lernen, was die Raupen fressen bzw. welche Raupe ist das überhaupt.
        LG Sigrun

  • Elke Schwarzer

    Hallo Sigrun,
    wir hatten damals Distelfalter zur Hochzeit bekommen, die vermutlich als Raupen auch auf dieser Astronautennahrung gelebt haben. Sehr interessant, dass das ohne Blätter geht. Allerdings könnte man natürlich falsche Schmetterlingsmeldungen durch das Freilassen bewirken, gerade die Wanderfalter unterliegen ja einem Monitoring.
    VG
    Elke

    • Sigrun

      Liebe Elke,
      da sprichst du ein Thema an, das durchaus ernst zu nehmen ist. Distelfalter haben dann also einen Sonderstatus bei der Zählung. Ich werde auf jeden Fall keine 10 Distelfalter für den 30.04. melden….;-) Ich denke, diese engagierten Menschen, die für das Monitoring Schmetterlinge melden oder zählen, sind so selten, dass es statistisch nicht von Bedeutung ist (hoffentlich).
      LG Sigrun

      • Elke Schwarzer

        Hallo Sigrun,
        ich habe tatsächlich letzten Samstag einen Distelfalter gesehen und frage mich jetzt, ob der gewandert ist oder aus so einem Zuchtbehälter kam… Mai ist eigentlich ziemlich früh bei uns im Norden.
        VG
        Elke

        • Sigrun

          Bei mir flogen zwei Stück Distelfalter am Donnerstag herum…..einer im Garten und einer oben auf der Orchideenwiese. Also hier im Süden passt der Zeitpunkt gerade. Aber er hat dann nicht gepasst, als ich die Falter frei gelassen habe….
          LG Sigrun

  • kleiner-staudengarten

    Hallo Sigrun,
    das ist ja klasse jedes Stadium des Distelfalters mitzuerleben. Danke für deine ausführliche Vorstellung und nun werde ich mir noch die Videos ansehen.
    Lieben Gruß und hab einen schönen Feiertag, Marita

  • moni

    Liebe Sigrun,
    ich war ja direkt atemlos vor Spannung bei Deiner Schmetterlingszucht. Das ist wirklich etwas ganz Besonderes und eine herrliche Sache, gerade für Kinder. In der Natur lässt sich das ja nie so nahtlos beobachten.
    Danke ♥ für die gelungene Fotoserie!
    Lieben Gruß
    moni

  • Barbara Gerlach

    Liebe Sigrun,
    das liest sich echt spannend und ich hätte Lust das auch mal zu machen.
    Gibt es da irgendwelche Vorbehalte? Oder kann ich die einfach in die Natur herauslassen auch wenn es die hier vielleicht nicht gibt?
    Wo haben die denn eigentlich die Raupen her?
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Sigrun

      Liebe Barbara,
      das ist eine interessante Frage. Ich vermute, dass sie ihren Weg schon finden werden. Wenn genügend Blüten und Futterpflanzen in der Nähe vorhanden sind, sollte das gelingen. Sie sind vollkommen anspruchslos und stehen auf die überall vorkommenden Brennnesseln. In Freiberg haben sie bei mir an fast allen schmetterlingsfreundlichen Blüten gesessen. Sehr gerne auf Disteln, Margeriten und dem Schmetterlingsflieder.
      Den Rest würde ich nochmal anfragen und dir dann Bescheid geben.
      LG Sigrun

  • Margit

    Das ist sicher sehr spannend, die Entwicklung zu beobachten. In der freien Natur bekommt man das ja nicht immer so direkt mit.
    Eine tolle Idee, dieses Set!
    Viele Grüße von
    Margit

  • Eva

    Ein Kommentar von einem Biologen weitergeleitet:

    Man muss immer abwägen und kann das in der Regel nicht wirklich. Ich halte z.B. gar nichts davon, wenn sich die Leute wer weiß wo Eier oder Raupen bestellen, diese groß ziehen („züchten“ ist was anderes) und den Falter dann fliegen lassen. Da werden Tiere aus einer Population, die z.B. an die Verhältnisse kühler Alpentäler angepasst sind, in eine Population der warmen Oberrheinebene entlassen und durchziehen diese mit ihrem Genpool.

    Auch weiß man nicht, ob die gekauften Tiere dann einer natürlichen Population entnommen wurden (in der Regel eher nicht), oder aus einer Zucht stammen, die so schon genetisch verarmt ist, weil über Generationen hinweg Geschwister mit einander verpaart werden. Mögliche, dann offensichtlich werdende Erbkrankheiten, können in neue Populationen eingebracht werden und sich ebenfalls negativ auswirken.

    Man kann jetzt darüber streiten, ob sich die wenigen Tiere bezogen auf eine komplette Population genetisch auswirken, aber die Genetik wird dann zukünftig unweigerlich in der Population drin stecken und kann sich möglicherweise negativ auf die Population auswirken. Es gibt keinerlei Untersuchungen dazu, ob und in welcher Form sich so etwas auswirkt. Wie will man das nachweisen? Des Weiteren weiß auch keiner von uns, wie viele Tiere da in die Natur entlassen werden. Sind es nur die 10, die man selber groß gezogen hat? Oder hatte der Nachbar zufällig die gleiche Idee? Und der Tierfreund drei Straßen weiter vielleicht auch? Es kann sein, dass es nur 10 Tiere sind, aber wer weiß, ob es nicht sogar 100 oder 1.000 oder noch mehr sind.

    All zu viele Menschen sind da sehr gedankenlos und finden es toll die Tiere zu beobachten und meinen einen Beitrag zum Naturschutz geleistet zu haben, in dem sie vorhandene Populationen durch die Freisetzung ihrer Tiere verstärken.

    Diese Verstärkung bringt aber gar nichts. Die einzelnen Populationen unterstehen immer natürlichen Schwankungen und sind so groß, wie es das Biotop und das Klima derzeit zulässt. Habe ich im letzten Jahr eine Population auf der Spitze ihrer Leistungsfähigkeit, also im Maximum der möglichen Individuen, sind auch die Prädatoren und die Parasitoide auf der Spitze ihrer Leistungsfähigkeit. Prädatoren und Parasitoide würden normalerweise im nächsten Jahr weniger werden, weil das Angebot weniger wird. Nun erhöhe ich das Angebot künstlich und fördere damit auch die Prädatoren und Parasitoide. Das bedeutet, dass im Folgejahr eine abnorm hohe Anzahl Prädatoren und Parasitoide vorhanden sind, die nach den Raupen oder Eiern oder Puppen oder eben Imagines genau dieser Art suchen. Je mehr danach suchen, desto erfolgreicher sind sie im Finden. Das bedeutet, dass ich in eine Abnehmende Population eine größere Menge Prädatoren und Parasitoide als üblich einbringe, diese ergo erfolgreicher sein werden und ergo die bestehende Population unverhältnismäßig stärker reduzieren, was im Endeffekt zum Zusammenbruch der Population führen könnte. Meine positive Absicht würde also maximal negative Folgen haben.

    Andererseits kann ein Biotop nur eine bestimmte Anzahl Individuen Lebensraum bieten. Das wiederum kann auch heißen, dass das ausbringen der zusätzlichen Tiere völlig für’n ZENSIERT! ist, weil entweder diese Tiere oder deren Nachwuchs verstärkt sterben, z.B. wegen fehlender Nahrung. Wenn 1.000 Blüten 100 Falter ernähren können und ich packe 10 Falter dazu, dann sterben unweigerlich mindestens 10 Falter, wenn man Pech hat auch mehr, weil die zusätzlichen 10 eben Ressourcen verbraucht haben, die den anderen Faltern nun fehlen.

    Die einzige Freilassung, die ggfs. Sinn macht (beachte hier aber wie gesagt Parasitoide und Prädatoren), sind Wanderfalter, also auch Dein Distelfalter. Zumindest genetisch wirken sich diese nicht negativ auf die Populationen aus, weil hier eh eine Durchmischung des Genpools auf natürliche Art und Weise von Nordafrika bis Nordeuropa erfolgt. Aber auch hier hat es Gründe, weshalb in manchen Jahren kaum Distelfalter bei uns zu sehen sind und in anderen Jahren bald nichts anderes als Distelfalter da sind.

    Mein Fazit wäre: geh raus, such dir ein paar Raupen von Aglais urticae oder Inachis io oder andere heimische Falter, nimm diese mit nach Hause, zieh sie groß und lass sie dann fliegen. Das kann kaum einen Schaden verursachen. Auf jeden Fall keinen, der die Population in Bedrängnis bringt.

    Viele Grüße
    Klaas

    und auch von mir!

  • Karen Heyer

    Liebe Sigrun,
    die Distelfalterbeobachtungsstation war eines der letzten Dinge, die ich bei Instagram noch gesehen habe, bevor ich mich dort vom Acker gemacht habe. Ich finde das eine schöne Sache, um Kindern dieses Stück Entwicklung der Falter zu zeigen und glaube nicht, das das für Distelfalter in Franken ein Problem dargestellt, dort zu schlüpfen. Woher die Insekten stammen fände ich allerdings auch interessant.
    Liebe Grüße
    Karen

    • Sigrun

      Liebe Karen, das würde mich auch interessieren. Allerdings denke ich, dass genau das ein Firmengeheimnis bleiben wird, damit es keine Nachahmer gibt. Ich hab nämlich schon selber nachgefragt.
      LG Sigrun

  • Frau Pratolina

    Liebe Sigrun,
    Ich kenne diese Schmetterlingszuchtsets schon seit ein paar Jahren und habe da ganz gemischte Gefühle. Wenn jemand wie Du Schmetterlinge züchtet und sie dann in den insektenfreundlichen Garten setzt, ist das eine schöne Sache. Es macht sicher viel Freude, diesen Prozeß zu beobachten und die Tiere dann im Garten auszusetzen. Aber leider wird so ein Set oft von Menschen gekauft, die aus ihrem Garten eine große Ansammlung von Kinderspielzeugen macht, in der Blumen keinen Platz mehr haben. Da findet man keine Brennnessel, Skabiose oder Distel. Wie immer, wenn man Tiere anschafft, gehört das Bewusstsein dazu, dass es um Lebewesen geht, für die man eine Verantwortung übernimmt. Und das vergessen leider viele, es ist nur ein weiteres Entertainment für die Kinder.
    Liebe Grüße
    Steffi

    • Sigrun

      Liebe Steffi,
      da hast du Recht und ich hab mir ziemlich viele Gedanken bei dieser Sache gemacht. Ich hatte schon Angst, dass die Raupen den Postweg nicht überstehen. Dann dachte ich….wie soll eine Raupe mit so einer braunen Masse groß werden? Na wenigstens, war das alles unbedenklich. Aber ich fand es nicht gut, dass der Zeitpunkt offensichtlich zu früh gewählt war. Die Distelfalter fliegen gerade erst jetzt hier in der Gegend herum. Ich konnte sie wegen den Eisheiligen gar nicht frei lassen.
      Verantwortung ist ganz wichtig, wenn man eigene Tiere hat. Oft genug kommt es ja dann bei ungeliebten Haustieren zum Aussetzen und sie landen im Tierheim.
      LG Sigrun

  • Krümel

    Hallo Sigrun,
    eine schöne Idee die Du da vorstellst. Ich kannst solche Anzucht-Sets noch nicht. Tatsächlich denke ich da in die Richtung von Steffi (Frau Pratolina), aber in Deinem Garten muss man da ja keine Angst haben 🙂
    Ein wenig daneben finde ich den Kommentar von Klaas. Population in Bedrängnis bringen? Mit 10 Raupen?? Uff…. also wenn wir mal soweit sind, dass 10 Raupen das Zünglein an der Waage darstellen, dann haben wir eh ganz andere Probleme….
    Für verantwortungsvolle Eltern die ihren Kindern ein Stück Natur näherbringen und erklären wollen – top!
    Liebe Grüße,
    Krümel

    • Sigrun

      Liebe Krümel,
      da bin ich ganz deiner Meinung. Es geht hier nicht um Weltrettung und ich fühle mich jetzt auch nicht als Züchter. Es geht um das Beobachten der spannenden Metamorphose und genau das ist für Kinder toll. Ein kleines bisschen die Welt retten will ich ja trotzdem…das versuche ich dann doch eher mit dem Garten und den Pflanzen, die ich dort gezielt für Schmetterlinge anpflanze. Mein Beitrag zum Naturschutz sieht anders aus…und ich hab nie vorgehabt, mit den 10 Faltern die Population zu erhöhen…..;-)))
      Beruhigt bin ich ja, dass Klaas genau das schreibt (warum schreibt er mir eigentlich nicht selber), was ich auch in meinem Post erwähnt habe…..Distelfalter sind Wanderfalter und daher ist das ganze doch recht unproblematisch.
      LG Sigrun

  • Sara - Mein Waldgarten

    Im Prinzip stimme ich Eva bzw. dem Kommentar des Biologen zu.
    Allerdings hätte ich, als meine Kinder noch Kinder waren, so ein Experiment wohl auch gemacht, um den Kindern die Entwicklung aufzuzeigen. Ähnlich wie diese Urzeitkrebse …
    Aber wír brauchten auch gar keine Raupen oder Eier bestellen, denn wir fanden immer irgendwo Raupen, die wir sich im Glas verpuppen ließen und später, als der Schmetterling aus der Puppe kam, dann wieder in die Natur entließen am Fundort! Das haben Kinder früherer Zeiten oft so gemacht, weiß ich auch noch von meiner Mutter. Damit schadet man den Tieren nicht, vorausgesetzt, man füttert sie, während sie sich im Raupenstadium befinden und sorgt für Luftlöcher, Schatten und ausreichend großen Raum mit dem passenden Grünzeug und Unterschlupfmöglichkeiten, wie ein kleines Terrarium. So bringt man Kindern die Natur am schönsten nahe, indem man mit ihnen diese sehend und oft durchstreift oder sie tun es alleine und bringen die Raupen dann heim.

    Liebe Grüße
    Sara

    • Sigrun

      Liebe Sara,
      du hast Recht…das beste ist tatsächlich, wenn man sich die Raupen selber sucht und dann beobachtet.
      Allerdings ist es dann nicht mehr für Schulklassen im Biologieunterricht tauglich. Diese Art der ‚Züchtung‘ bzw. Beobachtung erfordert viel Verantwortung und tägliches Füttern mit Brennnesseln. Für zu Hause ist das natürlich möglich.
      Entwickelt wurde das Set daher von Biologielehrern. Mit der Nahrung im Becher haben die Raupen auch mal übers Wochenende oder Feiertage genug zum futtern.
      Eine Sache ist wahrscheinlich auch noch zu berücksichtigen. Schon in Bayern auf dem Lande ist es nicht so einfach, Raupen zu finden…wie soll es da bloß für Stadtkinder sein? Oder in Siedlungen, wo jedes Unkraut penibel beseitigt wird und dann gibts da noch die zunehmend modern gewordenen Steingärten…..Gärten mit Rollrasen ohne jegliches Wildkraut. Hoffen wir, dass das mal eine Kehrtwende nimmt.
      LG Sigrun

    • Sara - Mein Waldgarten

      Das ist natürlich wahr, liebe Sigrun. Bei uns gibt es ja auch schon kaum noch Schmetterlinge. Jedenfalls in den letzten 2 Jahren sehe ich nicht mehr so viele. Bei uns in der Stadt legt man verstärkt Wildblumenstreifen an, eine gute Maßnahme. Nützt aber auch nicht viel, wenn in der Landwirtschaft Hammer-Gifte eingesetzt werden und schon dreht man sich im Kreis … Ich wüßte auch nicht, wie dieses Problem zu lösen ist, denn billig kaufen wollen alle, gut essen auch, jedenfalls das, was landläufig als „gut“ bezeichnet wird. Wenn man nur an Hühnchen denkt … hat jetzt zwar mit Schmetterlingen nichts zu tun, fällt mir aber gerade ein. 😉 Wenn die so viel kosten würde, wie sie müssten bei anständiger Haltung, würden die meisten Leute protestieren, auch die, die Natur pur wollen! Leider … Ein Gutes hat es, Kinder tun oft das Gegenteil von dem, was ihre Eltern vorleben, zumindest in einigen Bereichen … und ganz sicher wird sich, was Gärten betrifft, da mal wieder was ändern.

      Liebe Grüße
      Sara

  • Eva

    @Krümel, du solltes den Kommentar von Klaas richtig lesen, hier geht es nich nur um die 10 Falter, sondern darum, dass nicht nur 10 Falter von einer Person gezüchet werden. Sondern hier viele die gleiche Idee hatten.
    ——-

    Hier habe ichnoch einen Erfahrungsbericht von Klaas, den ich weitergeleitet habe.

    Vielleicht noch ein Erfahrungsbericht, den ich vor Jahren mündlich mitgeteilt bekam. es ist grade sehr in Mode Arten dort wieder anzusiedeln, wo sie mal vorkamen, aber aus verschiedenen Gründen verschwunden sind. Man untersucht die Biotope auf ihre Eignung und handelt dann nach den Erkenntnissen, die man hat.

    So sollte in den Niederlanden (ich weiß nicht genau wo, aber wohl im grenznahen Bereich) Maculinea nausithous wieder angesiedelt werden. M. nausithous ist eine der Ameisenbläulingsarten. Diese braucht für ihre Entwicklung erst mal den Großer Wiesenknopf (Sanguisorba officinale), auf den die Weibchen ihre Eier legen (in den Blütenkopf wird ein Ei gelegt). Die Raupe frisst im ersten Stadium am Wiesenknopf. Nach der 1.Häutung verlässt sie die Pflanze und krabbelt auf dem Boden umher, bis sie auf Ameisen stößt. Das sollten unbedingt Tiere von Myrmica rubra sein. Jede andere Ameisenart hilft nicht weiter (warum auch immer).

    Da die Raupe zuckerhaltige Säfte absondert, liefert sie ein für die Ameisen sehr wertvolles Nahrungsmittel und wird ins Ameisennest eingetragen. Das wertvolle Nahrungsmittel müssen die Ameisen aber teuer bezahlen, denn die Raupe frisst Eier, Larven und Puppen der Ameise. Myrmica rubra hat noch ein paar weitere Eigenarten. Zum einen sind die Nester nicht sehr groß, sondern relativ individuenarm, maximal mehrere hundert Individuen in einem Nest. Darüber hinaus benötigt die Art völlig verfilzte Wiesen, also solche, die nicht einmal oder öfter pro Jahr gemäht werden, sondern solche, die alle paar Jahre mal gemäht werden, wo sich bereits eine gewisse Verbuschung breit macht. Die Mahd vertreibt die Ameisen, aber sie kommen mit zunehmender Verfilzung der wiese wieder zurück.

    Ein entsprechendes Biotop hat man in den Niederlanden schnell gefunden, die nötigen Bedingungen gefunden, also Sanguisorba officinale im Randbereich der Wiese, wo es nicht so verfilzt war und die Sanguisorba in guten Beständen wächst, direkt an einer verfilzten Wiese dran, die entsprechende Mengen Myrmica rubra aufwies. Hier würden dann Falter, die aus einer polnischen Population entnommen wurden, ausgesetzt. Die Falter haben das Biotop angenommen, sich gepaart und Eier gelegt. Das erste Jahr war so erfolgreich, dass die Population mit der ersten, dort aufgewachsenen Generation schlagartig auf eine Individuenstärke von mehr als 300 Individuen anwuchs. Diese Menge der Falter hatte zur Folge, dass entsprechend viele Eier gelegt wurden und entsprechend viele Raupen in den Nestern von Myrmica rubra steckten. Die Massen an Raupen haben die Nester derart massiv bearbeitet, dass praktisch der Nachwuchs bei Myrmica fehlte und die Nester immer schwächer wurden und damit immer weniger Nahrungsgrundlage für M. nausithous boten.

    Das Ende vom Lied: die Population ist im Folgejahr fast zusammen gebrochen. Die fehlenden Myrmica haben dazu geführt, dass viele Raupen im Nest verhungerten oder gar nicht erst in ein Nest kamen, weil sie nicht von den Ameisen gefunden wurden.

    Die angesiedelte Population existiert meines Wissens auch heute noch, aber die glücklichen 300 Individuen des erste Jahres sind auf das maß reduziert, welches das Biotop verkraftet. Und das sind wohl eher so zwischen 30 und 60 Individuen. Wer jetzt die tolle Idee hat und M. nausithous helfen möchte, in dem weitere Falter in das Biotop entlassen werden, riskiert, dass die nächste Individuenschwemme zum Zusammenbruch der Falterpopulation führt. Die gut gemeinte Aktion würde an dieser Stelle voraussichtlich maximalen Schaden verursachen und zum erneuten Verschwinden der Art in diesem Biotop führen.

    Viele Grüße
    Klaas

  • Claudia

    Liebe Sigrun,
    das ist schon irgendwie eine feine Sache, sicher faszinierend, aber man sollte so etwas auch wirklich nur dann machen, wenn man den richtig bepflanzten Garten hat, wo sich die Schemtterlinge am Ende auch wohlfühlen können und die richtige Nahrung für sich und für ihre Fortpflanzung vorfinden.
    Herzlichen Dank aber fürs zeigen, ich kannte solche Sets auch noch nicht!
    Hab einen freundlichen Sommersonnentag!
    ♥ Allerliebste Grüße, Claudia ♥

    • Sigrun

      Liebe Claudia,
      da es Wanderfalter sind, die über die Alpen zu uns gewandert kommen, braucht man sich gar nicht so viele Gedanken machen, wo man sie frei lässt. Die Falter finden unterwegs genügend Pflanzen, die ihnen als Nahrung dienen. Heute hier und morgen dort….;-)
      Ich fand es fast ein bisschen schade, dass sie so schnell auf und davon waren, wo ich doch noch so viele Blüten im Garten gehabt hätte. Nur die klimatischen Verhältnisse sollte man berücksichtigen…also im Sommer.
      LG Sigrun

  • Wolfgang Nießen

    Liebe Sigrun,
    ich finde Deinen Post interessant und es ist immer faszinierend, wenn man zu sehen kann, wie Leben entsteht, auch wenn das nicht immer Sinnvoll sein mag, die Faszination bleibt. Und für Kinder ist das sicherlich auch gut, da es ihnen doch einen anderen, direkten Zugang zur Natur bietet. Manchmal vielleicht der einzige, den sie haben.
    Die „Astronautennahrung“ sieht tatsächlich etwas komisch aus.
    Ich wünsche Dir noch eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • jahreszeitenbriefe

    Spannend auf Weise mal die Entwicklung von Faltern hautnah beobachten zu können… Seit ich von deinen Distelfaltern hier las, schwirrt ein rundes Dutzend bei uns im Schulgarten herum, offenbar finden sie die Katzenminzen und den Pfeifenstrauch in Blüte ganz attraktiv, um ein paar Tage zu bleiben… An Raupennahrungspflanzen wäre auch was da… Der Mensch mischt sich mit seiner ganzen Lebensart so raumgreifend und ausdauernd in die fein gesponnenen Netzwerke der Natur ein und zerstört diese, dass es mir fast rührend scheint, dann doch wenigstens wieder eine kleine Masche zu knüpfen und heimische Falter nach der Aufzucht freizulassen… Und bei dir weiß ich, dass du versuchst günstige Bedingungen für Falter zu schaffen. Und jeder, der nach deinem Post Lust bekommt, mal so eine Falteraufzucht zu wagen, wird hoffentlich von nun an auch regelmäßig seine paar Quadratmeter Wildblumen säen und Gräser wachsen lassen. Denn gerade auch hochwachsende Gräser sind für Schmetterlinge unabdingbar… Auf viiiiiiiiele Schmetterlinge und dass sie genug zu fressen finden für sich und ihre Raupen… Lieben Gruß Ghislana

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