Obstgehölzschnitt – Die richtigen Techniken von Martin Stangl

#Rezension

In meinem Bücherregal warten noch einige Gartenbücher sehnsüchtig darauf, endlich hier auf den Blog zu wandern. Nun habe ich mir überlegt, anlässlich der freudigen Erwartung der Leipziger Buchmesse am nächsten Wochenende hier eine Woche der Gartenbücher zu starten. 

Fangen wir mal mit einem dünnen Buch an, was aber nicht heißt, das es leichte Kost ist. Gerade ganz neu im BLV Verlag erschienen ist das Buch Obstgehölzschnitt – Die richtigen Techniken – von Martin Stangl. 

Mit dem Gehölzschnitt habe ich schon immer meine Probleme. Einfach, weil ich mich nicht traue, dem Baum am Ende vielleicht die falschen Äste zu rauben. So hatte mein Apfelbaum Topaz im alten Garten irgendwann einen Ernterekord, aber die Zweige hingen wie eine Trauerweide in der Wiese. Die Folge, ein Ast brach ab. Dann musste er doch geschnitten werden und im folgenden Jahr gab es kaum noch Äpfel am Baum. 

Topaz angeschnitten im Sommer 2015
Ernterekord 2015

Kaum umgezogen, erwartete uns im neuen Garten ein alter Apfelbaum voller wunderbar schmeckender Äpfel, aber jeden Tag vielen mehrere verschimmelt vom Baum. Monilafäule. Obwohl die Sonne reichlich schien, kam sie kaum an die Äpfel ran, denn das Laub war viel zu dicht und die Äpfel konnten morgens gar nicht richtig abtrocknen. Also, auch hier war ein Schnitt dringend nötig.

Apfelbaum ‚Pinova‘ 2016 im neuen Garten

Letztes Frühjahr der erste Versuch….im Winter drauf dann das ernüchternden Ergebnis. Mehr Wasserschosser, als im Vorjahr. Kein Wunder, würde Martin Stangl wohl sagen, wenn er den Baum sehen könnte. Diese falsche Schnitttechnik nennt sich Besenschnitt, denn der Baum sah auch so ähnlich aus..

Der Autor erwähnt natürlich auch, dass ein Buch alleine nicht ausreicht, um das richtige Schneiden zu lernen, und viel Erfahrung und Sachkenntnis erfordert, aber es kann doch sehr helfen, finde ich. Anhand von Zeichnungen und vielen Abbildungen mit Vorher – Nachher – Vergleich sehe ich, was hier das Ziel ist. Also wurde gestern der Baum erneut frisiert.  Bis Anfang März ist ein guter Zeitpunkt dafür. Im Buch wird  auf die richtigen Schneidewerkzeuge und die anschließende Wundbehandlung eingegangen. Gerade bei älteren Bäumen braucht man eine gute Baumsäge und eine hohe standfeste Leiter.

Der Praxisteil ist nach Obstbäumen sortiert, da die Bäume unterschiedliches Wuchsverhalten haben, angefangen bei Apfel und Birne. Geschnitten werden verschiedene Wuchsformen, wie Hochstamm, Halbstamm und Buschbaum und zu verschiedenen Zeiten, denn es gibt auch den Sommerschnitt. Prima, dass hier auch auf Spalierobst eingegangen wird. Ich habe selber schon oft gestaunt, wie viel Obst ein Birnenspalier an der Hauswand bringt. Ideal für kleinere Gärten.  

Birnenspalier am Lost Garden Freiberg 2016
Leckere Birnen im Lost Garden

Erklärt wird nachfolgend der Schnitt bei Zwetschge und Pflaume,  Süß- und Sauerkirsche und weiterer Obstbäume wie Pfirsich, Aprikose und Quitte,  Walnuss und Haselnuss und zum Abschluss auch von Beerensträuchern.

Brombeerschwemme Freiberg Sommer 2016

Martin Stangl ist freier Journalist und ein bekannter Gartenbuchautor und veröffentlichte sein Wissen bereits in zahlreichen Büchern und Zeitschriften. Vielleicht kennen einige Martin Stangls Gartenratgeber (blv Verlag 2008) oder Mein Hobby – der Garten (blv Verlag 2000). 

Stangl war nach der Gärtnerlehre und seinem Gartenbau-Studium bei der Bayerischen Landesanstalt für Pflanzenbau und Pflanzenschutz sowie an den Regierungen für Unter- und Mittelfranken und als Landesfachberater der Bayerischen Kleingärtner tätig.

Martin Stangl

Obstgehölzschnitt
Die richtigen Techniken
128 Seiten, 155 Farbfotos, 38 Zeichnungen Broschiert
ISBN 978-3-8354-1803-5
€(D) 12.00 / €(A) 12.40 / sFr 17.90

München, Januar 2018

14 Antworten auf „Obstgehölzschnitt – Die richtigen Techniken von Martin Stangl“

  1. hallo von Martin Stangl habe ich ein Buch von 2007. Es ist schon verwirrend, wenn man die Bilder vorher nachher sieht.
    Beste Erfolge habe ich bei meinem Obstbäumen, die alle nur auf schwachwüchsigen Unterlagen stehen, mit dem Sommerschnitt.
    So bilden sich dann wenige aufrechte besenartige Triebe .
    und dann die einfache Regel, alle triebe die sich kreuzen, di nach innen oder senkrecht nach oben wachsen, herausschneiden.
    Grüße von Frauke

  2. Hallo liebe Sigrun,
    der Asperger Gartenbauverein

    http://www.ogv-asperg.de/

    bietet immer wieder Schnittkurse und noch mehr an und der Schafnachbar hat dort auch schon das Bäume schneiden erlernt.
    Ich habe mal zugeschaut, ja, wenn man es kann, dann ist das kein Problem, aber ich glaube auch, dass das Buch wirklich nicht ausreicht, um das zu Können. Die Praxis gehört natürlich auch dazu.

    Aber ein schönes Buch und sicherlich auch für Können noch ganz interessant zu lesen.

    Ich würde mir aber, wenn ich einen hohen Baum hätte einen Baumwart bestellen, der das für mich erledigt. Die Kosten sind erträglicher, als wenn ich von der Leuten falle und ins Krankenhaus muß.

    Eine schöne Präsentation.
    Lieben Gruß Eva

    1. So Sigrun nochmals, hier ist was durcheinander, was ich nicht kapiere, ich schreibe nie wieder auf dem iPhone, das macht mit den Wörtern, was es will.

      Hallo liebe Sigrun,
      der Asperger Gartenbauverein

      http://www.ogv-asperg.de/

      bietet immer wieder Schnittkurse und noch mehr an und der Schafnachbar hat dort auch schon das Bäumeschneiden erlernt.
      Ich habe mal zugeschaut, ja, wenn man es kann, dann ist das kein Problem, aber ich glaube auch, dass das Buch wirklich nicht ausreicht, um das zu können. Die Praxis gehört natürlich auch dazu.

      Aber ein schönes Buch und sicherlich auch für Könner noch ganz interessant zu lesen.

      Ich würde mir aber, wenn ich einen hohen Baum hätte einen Baumwart bestellen, der das für mich erledigt. Die Kosten sind erträglicher, als wenn ich von der Leiter falle und ins Krankenhaus muß.

      Eine schöne Präsentation.
      Lieben Gruß Eva

  3. Ja, der Baumschnitt ist immer so eine Sache. Ich habe zwar schon mal einen Schnittkurs besucht und auch diverse Literatur gewälzt… aber meist schneide ich dann doch nach Gefühl.
    Viele Grüße von
    Margit

  4. Liebe Sigrun,
    danke für diese tolle Buchvorstellung, das ist wirklich eine gute Hilfe! Wir haben zwar nur noch wenige Obstbume ( bei Mama ), aber auch die müssen geschnitten werden ;O)
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine wunderschöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  5. Bis auf einen Birnenbaum im Topf 🙂 habe ich ja leider keine Obstbäume. Aber Verschnitt ist trotzdem auch ein Thema und ich finde ein schwieriges. Jedes Jahr wieder bin ich mir nicht sicher, wie, wie viel und wann ich richtig schneide…
    Gut, dass es solche Bücher gibt.
    Ich habe am Wochenende schon mal angefangen….
    Liebe Grüße

  6. wir haben nur einen apfel- und einen kirschbaum und die sind beide hoffnungslos falsch geschnitten… da täte wohl ein praxis-kurs gut! aber als anfang ist vielleicht auch ein buch geeignet!
    liebe grüße
    mano
    ich freu mich auf weitere buchtipps!

    1. ps: zu meinem stillleben: orwo filme kennen die meisten wohl nicht mehr. wir haben als studenten damit fotografiert, weil sie immer wesentlich billiger als andere waren. leider sind die farbfotos alle schrecklich vergilbt… in wolfen gibt es heute übrigens ein industrie- und filmmuseum!!

  7. leider hat hier keiner einen obstbaum in den garten gepflanzt….. und da wir eh schon ein „schattenproblem“ haben wird es wohl bei beeren bleiben.
    sehr gut erklärte baumschnitttips finde ich in meinem klassiker „rat für jeden gartentag“ – ich liebe dieses buch! letzten eine antiquarische ausgabe gefunden und gekauft – zur aktuellen, neuen dazu 😀
    xxxxx

  8. Hallo Sigrun,
    das mit dem Schnitt (egal ob Rose, Enzian oder Obstholz) ist wie verhext: egal wie oft und intensiv ich meine Bücher dazu lese: Sobald ich mit der Schere vor der Pflanze stehe ist alles (theoretische) Wissen weg und ich schnibble völlig rat- und planlos einfach drauf los.
    Trotzdem danke für Deine Buchvorstellung 🙂
    Liebe Grüße,
    Krümel

  9. Also wenn ich etwas gerne mache dann ist das mit der Gartenschere hantieren. Wenn ich unsere Rosen jeweils schneide, sagt mein Mann dass da wohl nie mehr Rosen wachsen würden. Auch unsere Obstbäume werden von mir geschnitten. Da lohnt es sich wenn man herzhaft arbeitet.
    L G Pia

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