Vögel Füttern – aber richtig von Peter Berthold und Gabriele Mohr

# Rezension./

Kommen wir zum Buch 2 in der Woche der Gartenbücher hier auf dem Blog.

Viele werden dieses Buch kennen, aber wahrscheinlich im Outfit der vorhergehenden Auflage mit Rotkehlchen vor gelbem Hintergrund. Der Kosmos Verlag hat den beliebten Klassiker

‚Vögel füttern – aber richtig’von Peter Berthold  und Gabriele Mohr

komplett neu herausgegeben. Inzwischen in der 4. Auflage (2017).

Nun weiß ich durch das Lesen auf verschiedenen anderen Blogs und Social Media Kanälen, dass das Vogel füttern eines der umstrittensten Themen überhaupt ist. Während die einen betonen, dass sie das Vogel füttern jetzt im März einstellen, erwähnen andere, dass Vögel gar nicht gefüttert zu werden brauchen oder nur bei Schnee und Eis und auch nicht, wenn das Angebot an Beeren im Garten noch so groß sei.

Der NABU & LBV lehnen eine Ganzjahresfütterung als Naturschutzmassnahme weitgehend ab, weil man hiermit gar nicht die wirklich bedrohten Arten erreicht, unterstützt aber die positive Seite aus umweltpädagogischer Sicht. Denn so können vor allem auch Kinder manche Vogelarten überhaupt erst aus nächster Nähe kennen lernen.

Ein Buchfink kommt nie alleine….frisst immer vom Boden

Jeder mag hier für sich selber entscheiden, was er in Sachen Vogelschutz und Vogelfütterung gerne tun möchte. Gut ist es in jedem Fall, mit Pflanzen und Gehölzen einen vogelfreundlichen Garten zu gestalten.

Wilde Karde – beliebt bei Stieglitzen

Mir liegt es sehr am Herzen, dass ich möglichst viele verschieden Arten an Vögeln im Garten beobachten kann. Durch die Vogelfütterung habe ich diesen Winter einige neue Vögel entdecken können, die letztes Jahr noch nicht hier waren, wie u.a. den Kernbeißer, Haubenmeisen, Kleiber, Erlenzeisige  und Grünspecht. Heute erschien im Frühstücksfernsehen vor der Scheibe zum ersten mal eine Schwanzmeise….:-)

Stieglitze (Distelfinken)  fressen hier seit Anfang März gerne vom Boden
Samenstand der Mariendistel

Ich fange mit der Fütterung immer schon im September an, weil sich die Vögel dann besser an die Futterplätze gewöhnt haben. Im Herbst fressen sie sogar oft mehr, als im Winter. Vielleicht futtern  sich manche noch schnell einen Vorrat an, bevor sie sich auf die Reise in den Süden begeben. 

Amseln lieben Äpfel vor allem nach dem ersten Frost

Nach dieser Lektüre denke ich, dass ich mindestens so lange weiter füttern werde, bis  Knödel und Sonnenblumenkerne in der Garage aufgebraucht sind und wahrscheinlich sogar zur Ganzjahresfütterung übergehe. Einfach ist das allerdings nicht, denn die Überhäufung mit Vogelfutter in den Läden ist nun vorbei. Drogeriemärkte und Supermärkte haben längst auf Osterdekoration umgestellt. Da muss man dann schon gezielter einkaufen, was ich aber ohnehin meistens mache.

Blaumeise an Erdnüssen

Ich bin überzeugt, dass durch die intensive Landwirtschaft und den Einsatz von Pestiziden und Insektiziden der Insektenschwund ebenfalls zu einem Nahrungsmangel der Vogelwelt führt. Genau so, wie durch aufgeräumte Gärten und den Schwund an Sämereien auf den Feldern…zusätzlich zu den gehäuft angebauten Energiepflanzen, die weder der menschlichen noch der tierischen Nahrung dienen. Auch von Solarfeldern kann sich leider kein Vogel ernähren.

Gerade auf diese Problematik gehen die Autoren im Buch ein. Seit der ersten Auflage 2006 etablierte sich der Begriff ‚Ganzjahresfütterung‘ und das Buch wurde über 200 000 mal verkauft. Geballtes Wissen aus vielen Jahren Forschung von der Vogelwarte in Radolfzell und aus dem Hausgarten bildet die Grundlage des Ratgebers. 

Heute zum ersten mal ganz nah am Futtertisch, die Erlenzeisige
Erlenzeisig ganz mutig

Wer sich genauer mit der richtigen Vogelfütterung rund ums Jahr beschäftigen möchte, findet Tipps zu geeigneten Futterspendern, gesunden Futtermitteln und natürlichen Futterquellen im Garten. Es wird betont, dass sich um so mehr Vogelarten im Garten einstellen werden, je strukturreicher ein Garten gestaltet ist. Dabei haben auch immergrüne Gehölze durchaus ihre Berechtigung, da sie den Vögeln Versteckungsmöglichkeiten bieten. Der Garten sollte nur nicht ausschließlich daraus bestehen, sondern viele heimische Gehölze und Bäume, Blumen und Stauden mit Samen beherbergen. Durch einen blütenreichen Garten wird wiederum die Insektenwelt gefördert.

Rotkehlchendelikatessen – Pfaffenhütchen

Über 75 Vogelarten werden porträtiert, ersetzen allerdings nicht das Vogelbestimmungsbuch. Da kann man im Kosmos Verlag detailliertere Bücher finden. 

Natürlich ein Buch, dass die Balkonbesitzer genauso anspricht und nicht unbedingt einen Garten erforderlich macht. 

Über die Autoren

Prof. Dr. Peter Berthold war bis 2004 Direktor der Vogelwarte Radolfzell, Max-Planck-Institut für Ornithologie. Er spezialisierte sich in seiner Tätigkeit an der Vogelwarte Radolfzell (ab 1967) auf sieben Arbeitsgebiete: Vogelzugforschung, Jahresperiodik, Populationsdynamik, Ernährungsbiologie, Genetik, Auerhuhnforschung und Grundlagenforschung für den Natur- und Umweltschutz.

Gabriele Mohr ist seit 1978 an der Vogelwarte Radolfzell tätig

Vögel füttern – aber richtig 

Kosmos-Verlag

214x172x15mm (LxBxH)
4. Auflage 2017
Umschlag/Ausstattung: 197 Farbfotos,
Seiten: 176
EAN: 9783440156933
9,90 EUR, Taschenbuch
 
 
 
Verlinkt zum Naturdonnerstag

20 Kommentare bei „Vögel Füttern – aber richtig von Peter Berthold und Gabriele Mohr“

  1. Liebe Sigrun,
    heute mal ein Kommentar ohne Fehler und nicht auf dem iphone, ich bin gerade am Putzen und mache Frühjahrsputz, habe nicht viel Zeit, aber ich möchte mein Kommentardesaster von gestern nun wieder gut machen.

    Wieder eine schöne Präsentation. Vögel füttern, bislang war ich auch der Meinung, dass sie vor allem im Winter auch ihr Futter finden, habe mich aber aufklären lassen und es ist nicht so.

    Ich habe das von meiner Seniorin gesagt bekommen, die ein Vogelhaus im Garten hat und Besuch von den unterschiedlichsten Vögeln bekommt, aber ich habe selten eine Kamera dabei, weil ich ja auch nicht zum Foto machen dort bin.

    Sie füttert das ganze Jahr.
    Ich fütter jetzt auch aber nur bis zum Frühjahr. Es ist schon ein enormer Schmtz auf dem Balkon und die Vögelchen hinterlassen ja auch manches, das zwar schnell weggewischt ist, aber ich denke im Frühjahr bis zum Herbst verschmerzen sie es, wenn sie kein Futter bekommen. Es ist schon lustig, wie die – ja „nur“ – Sperlinge hierher kommen, mal war ein Rotkehlchen da und eine Meise, aber das war es dann auch.
    Durch das habe ich mich mal mit den Spatzen beschäftigt und habe festgestellt, dass das ganz gesellige Wesen sind. Goldig, denn inzwischen kennen sie mich und fliegen nicht mal mehr weg.Ein Mann kommt immer wieder und piepst mich sogar an.

    Danke für diese schöne Buchvorstellung.

    Lieben Gruß Eva

  2. Das ist ein sehr wertvoller Ratgeber, denn ich muss gestehen, ich kenne mich auch viel zu wenig mit der richtigen Fütterung aus. Unser Grundschulmädchen möchte auch immer gern die Enten am See füttern, da hat die Gemeinde aber einen Riegel vorgeschoben, verständlicherweise. Ich bin mir sicher, in deinem Garten fühlen sich die Federtiere sehr wohl.

  3. ich glaube schon dass es für die Vögel früher einfacher war ihr Futter zu besorgen
    daher ist es gut wenn gefüttert wird
    ich glaube im Frühjahr kann man schon reduzieren
    aber nicht ganz einstellen
    nachher werden ja auch von vielen Arten Insekten für die Brut benötigt
    da Buch schein interessant zu sein
    Liebe Grüße
    Rosi

  4. Das hört sich gut an, liebe Sigrun. Ich will auch etwas tun, um noch mehr Vogelarten in meinen Garten zu locken. Schade, dass noch nicht einmal die Experten sich einig darüber sind, ob Ganzjahresfütterung sinnvoll ist oder nicht. Auf jeden Fall geht das ganz schön ins Geld (habe ich in diesem Winter festgestellt).
    Danke für die Buchvorstellung.
    Liebe Grüße sendet Edith

  5. …ich füttere inzwischen das ganze Jahr, liebe Sigrun,
    aus den gleichen Gründen wie du es vor hast…und es ist schön, die Vögel so nah beobachten zu können…letztens wollte ich zur Arbeit fahren, da machte Herr Amsel im Hof auf sich aufmerksam und lockte mich damit in den Garten, wo ich dann feststellte, dass das Futter im Vogelhaus aufgefuttert ist…natürlich habe ich erst nachgefüllt bevor ich weg fuhr, wenn ich so nett gebeten werde ;-)…ehrlich, manchmal sitzen sie auf den Dach der Scheune gegenüber dem Küchenfenster und wir unterhalten uns, das ist unglaublich…und wunderbar,

    liebe Grüße Birgitt

  6. Ich habe auch früher so gedacht wie der Nabu, aber die Spatzen werden immer seltener und daher mache ich jetzt auch Ganzjahresfütterung. Wir hatten auch viele Erlenzeisige und Stieglitze.
    VG
    Elke

  7. Liebe Sigrun,
    im Winter habe ich auch immer ein Futterhäuschen auf dem Balkon,aber die Sonnenblumenkerne werden nicht so gerne angenommen:(
    Einige Meisen hatten sich aber ab und an doch mal eingefunden bei der großen Kälte.
    Toll,was bei dir im Garten für eine Vielfalt an Vögeln herrscht:)
    Sie fühlen sich eben wohl!
    Ganz liebe Grüße von
    Kristin

  8. Liebe Sigrun, vielen Dank für den Buchtipp! Bei uns ist diesen Winter das Vögelfüttern völlig unter die Räder gekommen. Diesen werden wir bestimmt wieder mehr Zeit dafür aufwenden können. Allerdings tauchen bei uns fast immer nur Tauben am Futterplatz auf ….

    LG Kathrin

  9. Tja, liebe Sigrun, das frage ich mich auch…Ganzjahresfütterung ja oder nein. Bislang habe ich auch so gedacht wie der NABU vorschlägt, doch mittlerweile sind es diesen Winter erheblich weniger Vögel in meinem Garten und so habe ich auch vor, das ganze Jahr über zu füttern. Eine wunderbare Vogelvielfalt kannst du in deinem Garten beobachten.
    Lieben Gruß, Marita

  10. Liebe Sigrun,
    das ist ein sehr wertvoller Buchtipp, ich danke Dir, das werde ich mir auf jeden Fall besorgen, denn auch wir sind ja dabei, nun mehr oder weniger das ganze Jahr über zu füttern!
    Ich habe gemerkt, daß nun wieder mehr Vogelarten hier auftauchen.
    Bei Dir herrscht eine prächtige Vielfalt im Garten, das freut mich so, zu sehen!
    Danke für den tollen Buchtipp, meine Liebe!
    Ich wünsche Dir einen zauberhaften Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  11. Liebe Sigrun, das Buch, das du vorgestellt hast, spricht mich wirklich an! Ich möchte den Garten natürlich vogelfreundlich gestalten, aber eine Ganzjahresfütterung habe ich bisher noch nicht in Betracht gezogen. Aber vielleicht ist es eine gute Idee, wenn man bedenkt, dass die Monokulturen der Landwirtschaft den Vögeln kaum mehr Nahrung bieten. Bei uns findet man hauptsächlich Weinbau, der z.T. Natürlich auch chemisch behandelt wird und für Vögel soweit ich weiß nicht besonders attraktiv ist. Außerdem gibt es viel Mais, was wiederum gar nichts bringt für die Artenvielfalt. Zum Glück pflanzen einige Bauern Sonnenblumen an den Rand.
    Liebe Grüße!
    Amely

  12. Liebe Siegrun,
    Ich bin auch hin und hergerissen zwischen Winter- und Ganzjahresfütterung. Hatte ja das Füttern seit ein paar Tagen eingestellt und die Vogelhäuser weggeräumt. Jetzt wird es wieder so kalt und ich habe mich entschlossen nochmal Futter zu kaufen und die nächsten Tage zu füttern. Bis es wieder wärmer wird
    Kernbeisser, Dompfaff und viele andere schauen ab und zu vorbei ob es wieder was gibt. Da hab ich ein richtig schlechtes Gefühl bekommen.
    Aber wenn es wärmer wird, dann finden die Piepmätze ja auch wieder genügend bei uns, da bin ich mir sicher.
    Liebe Grüße
    Marina

  13. Liebe Sigrun,

    ein sehr interessantes Thema. Letztes Jahr hatte ich im Frühling noch so viel Vogelfutter übrig. Die Meisenringe habe ich in die Buchenhecke aufgehangen. Schnell waren sie alle.
    Auf dem Balkon hat ein Buchfink sich im Frühling noch feste sich seine Nahrung geholt. Ein Zubrot während der Brutzeit wohl.

    Ich wünsche dir einen schönen sonnigen Tag
    LG Paula

  14. Liebe Sigrun,
    welch schöne Naturbilder,
    die ich immer sehr genieße, kombiniert mit viel Wissen und einer guten Buchvorstellung. Eine feine Zusammenstellung des Posts!!!
    Hab vielen Dank dafür!

    Wünsche dir eine gute Zeit und schicke dir liebe Grüße
    die Monika*

  15. Liebe Sigrun,
    was für ein interessantes und lehrreiches Buch. Du hast recht, es ist nicht nur für Gartenbesitzer sondern auch für Balkonier wie mich geeignet. Für jeden, der sich für unsere Vögel interessiert.
    Angenehmen Tag und lieben Gruß
    moni

  16. Liebe Sigrun, das ist ein wirklich interessanter und lehrreicher Beitrag von dir. Vielen Dank dafür. Mit der Fütterung halte ich es ähnlich wie du. Über die Ganzjahresfütterung denke ich auch nach. Wir hatten jetzt ganz gegen den Trend so viele Vögel an den Futterstellen, dass ich das Gefühl habe, ich muss sie auch weiterhin ein bisschen unterstützen. Und natürlich beobachtet ich die Kerlchen auch gerne. Jetzt – ohne Katzen – einmal mehr. Du zeigst uns sehr schöne Bilder. Danke dafür.
    Herzliche Grüße – Elke

  17. Hallo Sigrun,
    wir füttern schon seit einigen Jahren ohne Unterbrechung. Das Futter beziehen wir in großen Gebinden bei Pauls Mühle. Wir sehen immer zu, dass es pro Lieferung 25 kg sind, dann ist der Preis für Versand und Lieferung sehr fair. Die Menge reicht dann für 3-4 Monate.

    Liebe Grüße
    Arti

  18. Ich füttere seit einigen Jahren schon das ganze Jahr hindurch und habe festgestellt, es wird mehr gefuttert als im Winter.
    Hauptsächlich Meisen nehmen das Angebot dankend an. Ihrem Nachwuchs bringen sie Insekten und selbst bedienen sie sich am Körnerfutter!
    LG Heidi

  19. Liebe Sigrun,
    das Buch hört sich wirklich spannend an – auch wenn ich schon seit Jahren für eine wetterangepasste Ganzjahresfütterung bin, und die bei meiner Mutter im Garten auch gerne unterstützte.
    Doch bei uns flogen vor einigen Jahren die unbedarften kleinen Meisenkinder dem Nachbarskater buchstäblich ins Mäulchen. Daher füttern wir nun leider nur bis die ersten Kinder auf der Bildfläche erscheinen. Dafür vergreifen sich die Amseln im zu trockenen Frühsommer auch mal an Molchen und Posthornschnecken im Teich. Sonst würden sie auch gern Katzenfutter an ihre Jungen verfüttern, wenn die Würmer zu tief in der Erde warten …
    Und im Herbst hängen Meisenknödel & Co. meist nur dumm rum, denn dann ist der Gartentisch meist zu gut in unserem Garten gedeckt. Wenn das Naturangebot stimmt, dann ernten die Vögel nämlich sehr gerne selbst die Früchte & Insekten.
    Je nach Winterwetter sitzen sie dann allerdings auch rechtzeitig am Tisch und weisen uns darauf hin, dass es Zeit für die Winter- bzw. Frühjahrsfütterung ist 😉
    Bei meiner Mutter gibt es schon jahrelang die Ganzjahresfütterung, die unseren alten Apfelbaum seitdem etwas besser vor dem Schädlingsbefall schützt. Und zum Glück gibt es dort seit Jahren auch nur noch einen teilweise erfolgreichen Kater – da gibt es also ein besseres Gleichgewicht.
    Von daher bin ich gespannt, welche Aspekte der Fütterung in dem Buch zur Sprache kommen …
    LG Silke

  20. Wilde Karde, das muss ich mir merken. Ich finde es beeindruckend, was für verschiedene Vögel in deinem Garten vorbeikommen. Ich habe bisher nur Blaumeisen, Kohlmeisen, Spatzen und seltener Gimpel und Stiglitz getroffen. Und vielleicht eine Amsel ab und zu 🙂
    Vielen Dank, dass du bei meiner Linkparty #ProPiep mitmachst!
    Viele Grüße,
    Marlene

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