Natur,  Schmetterlinge

Schachbrettfalter und das Volksbegehren Artenvielfalt Bayern

Dieses Jahr ist laut dem Bund Naturschutz NRW der Grüne Zipfelfalter (Callophrys rubi) zum Schmetterling des Jahres 2020 ernannt worden. Dieser kleine grüne Bläuling steht bereits auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten in Deutschland. Sein Bestand ist stark rückläufig und das, obwohl der kleine grünschimmernde Falter keine besonderen Ansprüche an seinen Lebensraum stellt und sich von vielen unterschiedlichen Pflanzen ernähren kann.

© Water Schön/ BUND

Wird vielleicht nächstes Jahr der Grüne Zipfelfalter verstärkt in der Natur zu sehen sein? Das passiert natürlich nicht deshalb, weil er dieses Jahr der Schmetterling des Jahres ist. Aber ein besonderes Phänomen lässt sich dieses Jahr hier in Bayern bzw. Mittelfranken ganz deutlich erkennen. Der Schmetterling des Jahres 2019, der Schachbrettfalter, fliegt dieses Jahr in ungewohnt großer Anzahl herum. Überall, wo ich ungemähte Wiesen sehe, ist er zu sehen. Sogar, bei mir im Garten.

Der Schachbrettfalter profitiert meiner Meinung nach sehr stark vom Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern 2019 und vom Umdenken der Gemeinden, wie man öffentliches Grün pflegen kann. So ist auch hier dieses Jahr in Röttenbach zu erkennen, dass es im Juli noch unzählige ungemähte Magerwiesen gibt. Sämtliche Randstreifen zwischen Radweg und Straße blühen in den schönsten Farben. Natternkopf, Wegwarte, Skabiosen, Flockenblumen und Königskerzen sind zum gewohnten Anblick am Wegesrand geworden.

Am schönsten ist es, plötzlich in einem kleinen Naturparadies, wie am Moorweiher bei Adelsdorf, zu stehen und die vielen Schmetterlinge zu beobachten. Riesige Libellen, wie die Mosaikjungfer und die Blutrote Heidelibelle schwirren, wie Hubschrauber in der Luft. Gruselige Laufkäferlarven kriechen über den feuchten Boden und auf einmal sind auch die Schachbrettfalter da. Ein Foto ist mir dann gelungen obwohl der Wind recht heftig ging. Im Juli gab es auch eine neue Canon (90D) und mit diesem tollen Werkzeug gelingen dann auch mal solche schwierigen Fotos…;-)

© Sigrun Hannemann, Schachbrettfalter an Gemeinem Gilbweiderich

Eigentlich war ich ja auf der Suche nach dem Rundblättrigen Sonnentau, ein besonders geschütztes Vorkommen im Aischgund in meiner Nähe. Aber offenbar haben die letzten trockenen und heißen Sommer die seltene fleischfressende Pflanze zum Verschwinden gebracht. An der Stelle waren viele Wildschweinsuhlen zu erkennen und viel aufgewühlter Sandboden mit blühendem Heidekraut.

Moorweiher bei Weppersdorf/ Adelsdorf

Der Moorweiher selbst ist ein kleines Biotop zwischen Wald und Feld, eine feuchte Waldsaum-Landschaft. Mit blühenden Seerosen, die leider zu sehr im Schatten waren und daher nicht aufgeblüht. Oder es lag am vorausgegangenen und nachfolgendem Gewitterguss….;-)

Moorweiher mit Seerosen
Kratzdisteln, sehr beliebt bei Schmetterlingen

Zum Abschluss noch der Gemeine Gilbweiderich, der zwischen den Binsen wuchs und den der Schachbrettfalter für so unwiderstehlich hielt. Sonst wäre mir ja gar kein Foto gelungen.

Verlinkt zum Naturdonnerstag

14 Comments

  • Kirsi

    Ein grüner Bläuling – nein was es alles gibt und was ich alles nicht kenne und den grünen Zipfelfalter der ist ja so hübsch … nein solche vielen verschiedenen Schmetterlinge sehe ich weder bei mir im Garten noch bei meinen Hunderunden. Aber ich muss sagen, wir haben dieses Jahr auch viel mehr Blühstreifen gehabt, Mohn soviel Mohn … das war so schön anzuschauen. In mir keimt die Hoffnung das jetzt auch bei uns in der intensiven Landwirtschaft (hier gibt es ja den ganz besonders fruchtbaren Boden) ein Umdenken stattfindet!
    Dir einen schönen Abend und liebe Grüße
    Kirsi

  • Traude "Rostrose"

    Ich habe auch noch nie etwas von einem grünen Bläuling gehört, geschweigedenn einen gesehen, aber er schaut sehr hübsch aus und ich hoffe, dass sich sein Bestand bald erholt (wie auch der Bestand der Schachbrettfalter – oder der der Bienenfresser, über die ich derzeit poste…) Eine möglichst natürliche Landschaft ist für all diese Tiere jedenfalls das Um und Auf!
    Herzlichst, die Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2020/07/von-einer-burg-in-bratislava-und-von.html

    • Joachim Wenk

      Hallo Sigrun,
      das klingt gut. Wäre jetzt interessant, Zahlen zu haben, ob das Begehern tatsächlich positive Auswirkungen hatte. Gut wären solche Zahlen, denn in den Diskussionen kommt das Volksbegehern oder bessser dessen Ausgang nicht gut weg…..Vielleicht hat das Volksbegehern auch nur die Auswirkung, dass unsere Wahrnehmung für all das Krabbel- und Flieggetier bewußter wird und wir sie daher öfter wahrnehmen. Sie also gar nicht mehr werden, sondern nur öfter gesehen werden. Im Sprachgebrauch ist jedenfalls das mit den Bienen angekommen. Unser Nachbar hat vergangen Sommer keine Zeit gehabt,den steilen Hang runter zur Dorfstraße zu mähen, was Aufgabe der jeweiligen Anwohner ist. Er hat es aber anders formuliert, er lässt es wegen den Bienen stehen 😉 Jetzt gerade ist unser Stück „für die Bienen“ so lang und vertrocknet (Bienen haben da gerade auch herzlich wenig davon….).

      In diesem Sinne, auf die Bienen und viele Grüße, der Achim

  • Heidi R.

    Für mein Bundesland Hessen, würde ich mir auch so ein Volksbegehren wünschen!
    Der ‚Grüne Zipfelfalter‘ ist mir bisher nur einmal begegnet und das war dieses Jahr im Frühling.
    Ich würde aber auch zustimmen, bei der Meinung, das es in diesem Jahr, sehr viele Schachbrettfalter gab.
    Nun ja, es ist nicht jedes Jahr gleich!
    LG Heidi

  • Claudia

    Guten Morgen liebe Sigrun,
    wie herrlich, solch schönen Schmetterlinge zu sehen, das ist wirklich ein wunderbares Stück Natur, das hoffentlich noch sehr lange so bestehen bleibt! Einen Grünen Bläuling habe ich noch nie gesehen, bin aber froh, daß bei uns wenigstens ein paar blaue Bläulinge unterwegs sind!
    Diese Volksbegehren zum Schutz der NAtur und ihrer Bewohner müßte es überall geben! MAn kann ja wirklich nachverfolgen, daß man damit ein bischen was bewirken kann!
    Herzlichen Dank für diesen schönen Beitrag!
    Ich wünsche Dir einen schönen Tag!
    ♥️ Allerliebste Grüße, Claudia ♥️

  • czoczo

    Ich hab manchmal so ein Gefühl das immer weniger Schmetterlinge in der Natur gibt. Vor allem in den Städten , obwohl Wuppertal ganz schön Grün ist , ein Schmetterling zu sichten , muss man viel Glück haben 🙁
    eigentlich Schade … die zarte lebewesend habe immer viel Freude gebracht .
    Viele Grüße czoczo

  • Jutta Kupke

    Es wird ja sehr viel getan derzeit für alle Insekten, daher hoffe ich, dass sich der Bestand auch an Schmetterlingen wieder erholen wird in den nächsten Jahren.
    Danke, dass du wieder mit dem „DND“ verlinkt hast.
    Ich war unterwegs, sodass sich der Start leider etwas verzögert hatte ;-9
    Danke auch für den tupp mit dem Mörtelkübel.
    Da muss ich mich mal umschauen, was man sonst dafür nehmen könnte.
    Liebe Grüße

  • Wolfgang Nießen

    Diese Bläuling habe ich, glaube ich zumindest, noch nie gesehen. Schade, dass sein Bestand zurück geht.
    Toll ist es aber, dass ein Umdenken stattgefunden hat. Ich mag es auch, wenn es überall blüht, und die Insekten sich freuen.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  • Elke

    Wie schön er aussieht der grüne Bläuling , ich habe ihn auch noch nie gesehen!
    Ein sher schöner interessanter Beitrag von dir über die Arten. Bei mir herrscht ziemlich flaute was Schmetterling an geht. Nue gnaz vereinzelt sogar an den Schmetterlingsflieder der blüht jetzt überall sehe ich von 5 grossen Flieder vielleicht 1 Schmetterling und nich t mal Hummel oder Bienen. Ich habe noch vor Jahren Fotos da ist alles voll gewesen. Ich hoffe dass es doch noch besser wird!
    Der Moorweiher ist auch ein Paradies für all die Lebewesen , toll!!!
    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    Lieben Gruss Elke

    • Elke schwarzer

      Hallo Sigrun,
      in NRW gibt es so wenige Stellen mit Schachbrettfaltern, dass es nicht so einfach ist, sie durch Nichtmähen zu fördern. Auf dem Truppenübungsplatz in meiner alten Heimat gab es nie welche, obwohl das Gelände immer schon Magerwiese war. Ich muss endlich mal schauen, wie es um das Vorkommen in Bielefeld steht, da habe ich auch schon mehrere Jahre keine gefunden.
      Viele Grüße
      Elke

  • Frau Pratolina

    Liebe Sigrun,
    In unserer Gemeinde ist ein Umdenken da und das freut mich sehr. Eine neu gebaute Umgehungstraße wurde nicht nur mit einem Wall wegen des Lärmschutzes ausgestattet. Auf diesem Wall wachsen so viele Wildblumen, wie ich schon lange nicht mehr gesehen habe. Gemäht wird nur ein Streifen direkt am Radweg. Der Rest wird stehen gelassen. Wir haben seit dem letzten Jahr auch einen Klimaschutzbeauftragten in der Gemeinde. Ob dies mit dem Volksbegehren zusammenhängt oder die Menschen generell etwas umweltbewusster werden, weiß ich nicht. Sicher ist das alles noch nicht genug, aber immerhin gibt es Veränderungen.
    Liebe Grüße
    Steffi

  • kleiner-staudengarten

    Hallo Sigrun,
    eine tolle Färbung hat der grüne Zipfelfalter, den ich auch noch nie gesehen habe.
    Hier in unserer Gegend blühen die Straßenränder auch vielerorts … ich hoffe, dass ein Umdenken noch wesentlich mehr dieser Blühstreifen möglich macht und dies der Insektenwelt zugute kommt.
    Lieben Gruß, Marita

  • Elke (Mainzauber)

    Hallo Sigrun,
    von einem Grünen Zipfelfalter habe ich noch nie etwas gehört. Nun gibt es die Bläulinge ja trotz ihres farblich besetzten Namens in allen möglichen Farben, aber – grün??? Schachbrettfalter gibt es dagegen bei uns auch viele, aber schon immer. Es ist allerhöchste Zeit, dass ein Umdenken stattfindet. Und es tut sich auch schon einiges.
    Herzliche Grüße – Elke (Mainzauber)

  • Rosi

    hach wie schön..
    den Schachbrettfalter habe ich hier auch schon vor Jahren einmal gesehen..
    und so einen wunderschönen grünen noch nie 😉
    leider sind auch hier nur noch wenige Schmetterlinge zu sehen
    ein paar Kohlweißlinge.. das war es dann
    in der Stadt habe ich heute einen bunten flattern gesehen
    ich weiß aber nicht was es für einer war

    liebe Grüße
    Rosi

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