Wildbienen

Wildbienenporträt – die Furchenbienen

Wildbienenporträt Gelbbindige Furchenbiene
Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae)am Ferkelkraut (Hypochaeris radicata)

Wildbienen sind nicht unbedingt immer leicht zu bestimmen. In diesem Wildbienenporträt stelle ich euch die Furchenbienen vor. Bei diesen Bienen lohnt sich zur genauen Bestimmung ein Blick auf das Hinterteil. Es gibt verschiedene Furchenbienen-Arten, die nicht besonders groß sind, aber alle erkennt man an der Längsfurche auf dem letzten Hinterleibssegment. 

Furchenbienen sind wenig anspruchsvoll an ihre Lieblingspflanzen. Sie sind nicht auf  eine spezielle Blüte spezialisiert (polylektisch) , wie die Glockenblumen-Scherenbiene. Gerne mag sie Korbblütler  (Asteraceae), wie das Ferkelkraut auf dem Foto. Das gab es in Massen in meinem Garten. Sie soll aber auch Glockenblumen, Gewöhnlichen Dost, Purpurglöckchen, umgefüllte Rosen, Storchschnabel, Weiden oder blühendes Gemüse, wie Rote Beete mögen (Quelle Elke Schwarzer, Mein Bienengarten)

Hat eine Furchenbiene schon einiges an Arbeit verrichtet, kann sie schnell mal mit einer Hosenbiene verwechselt werden. (vom Laien) Die Hinterbeine sind dick mit Pollen bepackt. 

Wo nistet diese Wildbienen-Art? Auch die Furchenbienen nisten nicht in verlassenen Käferlöchern im Holz und daher werden sie kein Insektenhotel beziehen. Sie graben Erdnester und leben in kleinen, einjährigen Staaten. Es gibt aber auch solitär lebende Halictus-Arten.

Furchenbienen kannst du fast das ganze Jahr beobachten, von April bis in den Herbst. 

Was kannst du tun, um die Furchenbienen im Garten zu fördern? Den Boden nicht tiefgreifend bearbeiten und auch mal Lücken in den Beeten oder im Rasen zulassen. Vertikutieren des Rasens wäre das sichere Ende. Lass doch auch mal dein Gemüse blühen und freue dich an Wildblumen im Garten. 

Wildbienenporträt – die Gelbbindige Furchenbiene

Wildbienenporträt Gelbbindige Furchenbiene
Gelbbindige Furchenbiene an der Nickenden Distel / Korbblütler Carduus nutans

Die Gelbbindige Furchenbiene (Halictus scabiosae) war 2018 Wildbiene des Jahres. 

Porträt: ca. 14 mm lang, ockergelbe Querstreifen, Männchen mit sehr langen Fühlern, mehrere begattete Weibchen überwintern im Geburtsnest und bilden im Frühjahr Weibchen-Gemeinschaften. Größte Biene wird Königin, bleibt im Nest und legt Eier wie bei den Honigbienen. Die übrigen sammeln Pollen und Nektar als Vorräte für die Brutzellen. Erst wenn der Zyklus bis zum Schlüpfen des Nachwuchses beendet ist, werden die anderen Weibchen von der Königin vertrieben. 

Diese suchen sich dann eigene Erdnester und legen dort ihre Eier ab. Manchmal besiedeln sie auch Höhlen anderer Arten. 

Die Gelbbindige Furchenbiene ist, ähnlich wie die Holzbiene, ein Profiteur des Klimawandels. Während die aus dem westlichen Mittelmeerraum stammende Wildbiene bis in die 1990er Jahr nur in Süddeutschland vorkam, wanderte sie stetig nordwärts. Zunehmend kann sie auch in trocken-warmen Lebensräumen in nördlichen und ehemals kühleren Regionen beobachtet werden.
Quelle: NABU/ Die Biene des Jahres 2018

6 Comments

  • Susanna

    Liebe Sigrun,
    es ist noch gar nicht soooo lange her, dass ich dachte, Biene ist Biene, Wespe ist Wespe und dann gibt es da noch die Schwebfliegen, die so tun als ob. Insektenfreundliche Pflanzen lagen mir schon lange am Herzen, aber dass es Bienen gibt, die nur bestimmte Arten anfliegen, wusste ich ebenfalls lange nicht. Mein Kopf ist voll mit botanischen Namen, aber auch bei den Insekten würde ich inzwischen gern wissen, wen ich da vor mir habe. Mal sehen, wie lernfähig ich noch bin …
    Nun habe ich schon mal die Furchenbiene kennengelernt und bin gespannt, hier noch mehr von dir zu lernen! Ich wünsche dir einen guten Start in die Woche, liebe Grüße,
    Susanna

  • Anette

    Hallo Sigrun,
    jetzt fliegen auch in meinem Garten neben den Honigbienen wieder verschiedene Wildbienen. Abgesehen von der auffälligen Holzbiene kann ich sie leider nicht näher bestimmen. Dank deines interessanten Blogbeitrags habe ich heute ordentlich was dazugelernt.
    Viele Grüße
    Anette

  • Wölk Stephanie

    Hallo Sigrun,
    obwohl ich imkere und meine Honigbienen mittlerweile ganz gut erkenne, muss ich zugeben bei den Wildbienen keine Ahnung zu haben. Wie oft versuche ich genauer hinzuschauen, doch die Damen sind zu unstet um sie genauer zu erforschen. Auf jeden Fall ist es mir wichtig für diese Bienen Lebensraum und Nahrung zu bieten. Jedes Jahr rüste ich meinen Garten mit neuen heimischen Wildstauden auf. Denn je mehr Getier sich dort tummelt um so spannender ist es durch den Garten lustzuwandeln.
    LG…Stephanie

  • Rosi

    sehr interessant ..
    ich kannte zwar schon die Sandbiene und die Holzbiene
    aber die Furchenbiene war mir fremd
    meist sind sie auch zu schnell um eindeutige Zuordnungen zu machen

    liebe Grüße
    Rosi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.