Wollbienen am Wollziest

Nachdem ich ein Jahr auf die Blüten vom Wollziest verzichten musste, weil er  erstmal mit dem neuen Boden Bekanntschaft schließen musste, ist  er dieses Jahr  wieder mit reichlich Blütenstängeln versehen und breitet sich in alter Gewohnheit  aus. Ein bewährter Platz ist der Beetrand zur Terrasse, da er mit diesem mageren Standort, wo sich oft Bauschutt im Boden befindet,  bestens zurecht kommt. Dort drängelt er nun mit Katzenminze und Frauenmantel um die Rosenbegleitung von Gertrude Jekyll, die nun aber schon viel eher  geblüht hat.

Wollziest

Die viele Wolle auf den  kuscheligen ‚Eselsohren‘  sorgt dafür, dass die Pflanzen recht genügsam sind und auch Trockenheit kein Problem ist.  Eigentlich braucht man sich gar nicht groß drum kümmern außer Verblühtes abschneiden oder im Frühjahr braune Blätter auszupfen. 

Zur Blütezeit lohnt es sich aber, mal genau zu schauen, denn dann tummeln sich meist reichlich Insekten an den Blüten. Dabei ist mir dieses Jahr zum ersten mal aufgefallen, dass die Große Wollbiene  dort reichlich landet. 

Wollbiene

Wollbiene

Wollbiene

Für die Wollbiene sind aber nicht nur die Blüten vom Wollziest interessant. Die Weibchen rupfen sich dort mit ihren Beißwerkzeugen die Wolle von den Stängeln und Blättern ab, formen sie zu einer Kugel und fliegen damit zu ihren Nestern, die sie in vorgefundenen Löchern und Spalten baut. Die Männchen fallen durch ihre ruckartigen Flugmanöver auf, bei denen sie wie Hubschrauber in der Luft stoppen und dann wieder blitzartig davonjagen. Sie verteidigen die Blütenreviere gegen andere Eindringlinge und setzen dabei ihren dornigen Dreispitz am Hintern ein. 

Interessant sind für die Wollbienen auch andere Lippenblüter, wie Salbeiarten, ganz besonders der  Muskatellersalbei, Herzgespann oder die Katzenminze.

Quirlblütiger Salbei

Eine sehr blühfreudige Pflanze ist auch der echte Ziest, Stachys officinalis, eine alte Heilpflanze und ebenfalls Insektenmagnet u.a. für die Wollbiene.

Eine Zuchtform von Stachys officinalis nennt sich ganz treffend ‚Hummelo‘.

Stachys officinalis ‚Hummelo‘

Kaufempfehlung für Wollziest:

Beachten, dass die Sorte ‚Silver Carpet‘ auf Blattentwicklung gezüchtet ist und wahrscheinlich kaum blühen wird. Auch ‚Big Ears‘ und ‚Cotton Boll‘ sind sparsam mit Blüten. (Quelle )

 

14 Kommentare bei „Wollbienen am Wollziest“

  1. Hallo Sigrun,
    das ist ja schön, dass die Wollbienen deinen Garten entdeckt haben. Hast du sie schon beim Abnagen von Wolle beobachtet? Das machen sie doch recht selten, ich sehe sie zumindest öfter beim Blütenbesuch.
    VG
    Elke

  2. voll wollig bei dir!
    (und ich seh schon – der blog hat mich schon wieder vergessen…)
    blütenlosen ziest hatte ich letztes jahr mal gemaust – unwissendender weise – aber er ist im winter komplett erfroren….. auch gut ;-D
    grad fängt der oragano an zu blühen im bahnwärtergarten – dann ist hier bienen-, hummel- & schmetterlingsrave :-DDD
    xxx

  3. Das ist ja interessant mit den Wollbienen…kannte ich noch gar nicht. Da werd ich mal schauen, ob davon auch einige an meinem Stachys sitzen…Hummelo ist zu dieser Jahreszeit meine absolute Lieblingsstaude. :-))
    Hab einen schönen Sonntag – lieben Gruß von Marita, die auch verspätet deinen neuen Post in der Sidebar entdeckt hat.

  4. Liebe Sigrun,
    danke für die tollen Bilder und Infos, da muß ich mal schauen, ob das auch eine Pflanze für mein Beet wäre. Ich suche noch bienenfreundliche Blühpflanzen ;O)
    Ich wünsche Dir einen guten Start in eine schöne neue Woche!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

  5. Liebe Sigrun,
    tolle Fotos! Leider konnte ich hier noch keine Wollbienen sichten (oder habe sie nicht als solche erkannt). Ich hatte den erwähnten Wollziest Silver Carpet, aber von fünfen hat nur einer den Winter überlebt. Dieses Jahr wollte ich den Blühenden kaufen, es war nur keiner zu bekommen.
    Liebe Grüße
    Karen

  6. Oh, da muß ich mal bei meinem Wollziest schauen, obwohl – ich kann die Bienen einfach nie unterscheiden. 😉 Die sehen für mich alle „gleich“ oder ähnlich aus.

    Liebe Grüße
    Sara

  7. Liebe Sigrun,
    wunderschön ist der Wollziest.
    Hier war es bisher immer zu feucht dafür.
    Aber dieses Jahr wäre es bestimmt gut gekommen
    bei der Trockenheit 🙂
    Ganz viele liebe Grüße von Urte

    1. Liebe Siegrun…
      nach langer Blogpause bin ich praktisch über deinen Post gestolpert…hatte gerade das Buch von Elke Schwarzer gelesen. Unter anderem auch die Beschreibung der Wollbienen.
      Ich vermute, das auch ich das große Glück habe, das der „echten“ Wollzist sicin meinem Garten wohl fühlt.
      Noch habe ich die Biene nicht entdeckt….
      Liebe Grüße Mecki

  8. Liebe Sigrun,
    ich wusste gar nicht, dass Wollbienen so aussehen! Die habe ich dann aber vermutlich auch im Garten, denn hier gibt es Wollziest, Katzenminze, Salbei & Co in rauhen Mengen 🙂 Und wieder etwas dazu gelernt über den Wollziest – nämlich dass es auch Sorten gibt, die vor allem Blätter entwickeln. Als ich damals mit meiner Beetgestaltung begann, las ich nämlich in Gartenheften, dass Wollziest eine tolle Pflanze für den Beetrand ist, und dort setzte ich sie dann auch hin. Mit den hohen Blütenstengeln fand ich das dann aber gar nicht so attraktiv. Nachdem mein Wollziest aber sowieso „Wandertendenzen“ hat, wächst die Pflanze jetzt größtenteils an ganz anderer Stelle als zu Beginn. Nur ein paar Pflänzchen drängeln sich noch am Beetrand 😉
    Hier ist gerade besonders viel High-Life in der Minze und am Schmetterlingsflieder – im Lavendel dafür leider schon weniger…
    Genieße den Sommer weiterhin – herzliche Grüße aus Rostrosenhausen,
    die Traude
    https://rostrose.blogspot.com/2018/07/bahntrip-nach-budapest-teil-1.html

  9. Oh, wie schön, dass die Bienchen deinen Garten für sich entdeckt haben. Unser Onkel Rudi ist Imker und das sind schon absolut faszinierede Tiere.

  10. Liebe Sigrun,
    das ist ein sehr schöner Post, der mir richtig gut gefallen hat. Die Wollbiene kannte ich noch gar nicht und ihr Verhalten ist sehr interessant.
    Ich wünsche Dir eine schöne Woche.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  11. Liebe Sigrun,
    tata, mein Staudenhändler vor Ort hatte endlich wieder Stachys byzantina vorrätig, 3 Töpfchen habe ich erworben. Am Wochenende werden sie im steinigen Vorgarten an passender Stelle eingebuddelt.
    Machst Du wie ich kürzlich, eine kleine Blogpause? Gar keine neuen Beiträge mehr. Meine Postfrequenz ist momentan auch sehr dürftig. Ich hoffe, Dir geht es gut.
    Liebe Grüße
    Karen

  12. Schöne Blumen hast du in deinem Garten – und schön finde ich auch, dass du uns alles so gut erklärst.
    Die Wollbienen waren mir kein Begriff. Auch da habe ich also wieder etwas gelernt.

    Herzliche Grüße von Heidi-Trollspecht

  13. Jetzt schaue ich hier mal wieder …. aber wie ich sehe, geht es hier nicht weiter. Wirst Du noch weiterbloggen oder bist Du überwiegend bei Facebook und Instagram?

    Liebe Grüße
    Sara
    …. die auch wieder ihren anderen Blog geöffnet hat …

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